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Alexander von Humboldt
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Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt (* 14. September 1769 in Berlin; â 6. Mai 1859 ebenda) war ein deutscher Forschungsreisender mit einem weit ĂŒber Europa hinausreichenden Wirkungsfeld. In seinem ĂŒber einen Zeitraum von mehr als sieben Jahrzehnten entstandenen Gesamtwerk schuf er âeinen neuen Wissens- und Reflexionsstand des Wissens von der Weltâcite-ref-1[1] und wurde zum MitbegrĂŒnder der Geographie als empirischer Wissenschaft. Er war der jĂŒngere Bruder von Wilhelm von Humboldt.
MehrjĂ€hrige Forschungsreisen fĂŒhrten Alexander von Humboldt nach Lateinamerika, in die USA sowie nach Zentralasien. Wissenschaftliche Feldstudien betrieb er unter anderem in den Bereichen Physik, Geologie, Mineralogie, Botanik, Vegetationsgeographie, Zoologie, Klimatologie, Ozeanographie und Astronomie. Weitere Forschungen betrafen die Wirtschaftsgeographie, die Ethnologie, die Demographie, die Physiologie und die Chemie. Alexander von Humboldt korrespondierte mit zahlreichen Experten verschiedener Fachrichtungen und schuf so ein wissenschaftliches Netzwerk eigener PrĂ€gung.
In Deutschland erlangte Alexander von Humboldt vor allem mit seinen Werken Ansichten der Natur und Kosmos auĂerordentliche PopularitĂ€t. Schon zu Lebzeiten genoss er im In- und Ausland ein hohes Ansehen und wurde als âder gröĂte Naturforscher [seiner] Zeitâ betrachtet.cite-ref-2[2] Die PreuĂische Akademie der Wissenschaften wĂŒrdigte ihn als âdie erste wissenschaftliche GröĂe seines Zeitaltersâ, dessen Weltruhm sogar den von Gottfried Wilhelm Leibniz ĂŒberrage.cite-ref-3[3] Die Pariser Akademie der Wissenschaften verlieh ihm den Beinamen âDer neue Aristotelesâ.
Die Vielschichtigkeit von Humboldts Werk und Vita brachte es mit sich, dass sich nach seinem Tod zahlreiche gesellschaftliche und politische Strömungen fĂŒr ihre jeweiligen Ziele auf ihn beriefen. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts â unter dem Eindruck einer umfassenden Globalisierung â wird sein Wirken als Pionier des ökologischen Denkens rezipiert, fĂŒr den die Einsicht galt: âAlles ist Wechselwirkungâ.
Contents
âą Studium
âą Privates Leben
âą Nachwirkung
âą Ehrungen
âą Ehrendoktor
âą Einzelausgaben
âą Sonstige
âą Literatur
âą Bibliografien
âą Filme
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Werdegang und Wirken
FamiliÀrer Hintergrund
Alexander von Humboldts aus Pommern stammender Vater Alexander Georg war preuĂischer Offizier und wurde wegen seiner Verdienste im SiebenjĂ€hrigen Krieg zum Kammerherrn der Prinzessin von PreuĂen ernannt.cite-ref-5[5] Er heiratete 1766 die Witwe Marie-Elisabeth von Holwede, geb. Colomb, Tochter einer wohlhabenden Familie teils hugenottischer Herkunft,cite-ref-6[6] die aus ihrer ersten Ehe ein bedeutendes Vermögen erhalten hatte, unter anderem das Schloss Tegel und das Berliner Stadthaus. Aus der zweiten Ehe gingen zwei Söhne hervor, Wilhelm und Alexander.
Mitunter wird Alexander von Humboldt als âFreiherrâ (französisch oder englisch baron) bezeichnet. Dies geschah schon zu Lebzeiten, und Humboldt hat dem nicht widersprochen, vielmehr verwendete er den Freiherrn-Titel selbst bei seltenen Gelegenheiten. Es konnte aber belegt werden, dass nach der Nobilitierung seines GroĂvaters als âvon Humboldtâ erst die Nachkommen seines Bruders Wilhelm im Jahre 1875 den Freiherrntitel rechtmĂ€Ăig zuerkannt bekamen.cite-ref-7[7] Meist unterschrieb Alexander von Humboldt sogar ohne den Namensbestandteil âvonâ.cite-ref-8[8]
Kindheit und Jugend
Die Stellung des Vaters begrĂŒndete ein spezifisches VerhĂ€ltnis der Humboldt-BrĂŒder zum preuĂischen Königshaus, zumal der Kronprinz, der nachmalige Friedrich Wilhelm II., einer der Taufpaten Alexanders war. Nachdem die Ehe des Thronfolgers 1769 geschieden worden war, konnte sich der seiner bisherigen Aufgaben ledige Kammerherr von Humboldt ins Privatleben auf Gut und Schloss Tegel zurĂŒckziehen. Sein Hauptaugenmerk galt nun der bestmöglichen Erziehung und Ausbildung der Söhne, fĂŒr die er sich um Hauslehrer bemĂŒhte, die aufklĂ€rerischem Denken nahestanden. So ĂŒbte in zwei Phasen von 1769 bis 1773 und im Jahr 1775 in Tegel der von Rousseau pĂ€dagogisch inspirierte Joachim Heinrich Campe als Hauslehrer und Erzieher wesentlichen Einfluss auf die BrĂŒder aus, ab 1777 dann Gottlob Johann Christian Kunth, der bald zum engsten Vertrauten des Hausherrn und nach dessen Tod 1779 auch seiner Witwe wurde.cite-ref-9[9]
Alexander erschien seinen Erziehern lange Zeit als eher wenig befĂ€higter, lernunwilliger Kopf.cite-ref-10[10] Dennoch mutete man ihm zu, denselben in zeittypischer Weise groĂteils abstrakt aufbereiteten Lernstoff zu verarbeiten, den sein zwei Jahre Ă€lterer Bruder Wilhelm vergleichsweise mĂŒhelos erfasste. FrĂŒh schon zeigte Alexander jedoch besonderes Interesse an NaturgegenstĂ€nden; und da er sich gern mit Insekten, Steinen und Pflanzen beschĂ€ftigte, galt er bald als âder kleine Apothekerâ. In seinem Zimmer ordnete und etikettierte er seine Funde. Als ZehnjĂ€hriger entwarf er Karten zum Planetensystem und von Amerika.cite-ref-11[11]
Diesen Interessen ging er zusĂ€tzlich zum Unterricht der Hauslehrer nach, sodass er ein noch gröĂeres Stoffpensum absolvierte als Wilhelm und sich einen auf eigene Weise profilierten Horizont bildete. Dazu gehörte auch sein Zeichen- und Maltalent, das unter Anleitung von Daniel Chodowiecki im Kupferstechen und Radieren geschult wurde und mit dem er sich bereits 1786 in der ersten Kunstausstellung der Berliner Akademie der Ăffentlichkeit vorstellte. Die erstaunliche QualitĂ€t der Illustrationen seines spĂ€teren Reisewerks mag hier ihren Ursprung gehabt haben.
Auf die optimale Ausbildung der beiden Halbwaisen fĂŒr bedeutende Posten im Staatsdienst war der ganze Erziehungsplan der nun zweifach verwitweten Frau von Humboldt ausgerichtet, die bei verhĂ€ltnismĂ€Ăig bescheidener eigener LebensfĂŒhrung zu diesem Zweck bedeutende Mittel aufwandte. So erhielten die BrĂŒder nicht allein eine grĂŒndliche Unterweisung in alten und neuen Sprachen, sondern wurden unter Kunths umsichtiger FĂŒhrung von einer ganzen Reihe Spezialisten auf universitĂ€tsĂ€hnlichem Niveau unterrichtet. Dazu gehörten unter anderen der fĂŒr jĂŒdische Emanzipation eintretende Kameralwissenschaftler und Geheimrat Christian Konrad Wilhelm von Dohm, Kammergerichtsrat Ernst Ferdinand Klein fĂŒr Naturrecht und Johann Jakob Engel fĂŒr Philosophie. Zudem besuchten beide Humboldts die experimentell gestĂŒtzten philosophisch-physikalischen VortrĂ€ge des von Kant beeinflussten Arztes Marcus Herz. Dadurch gelangten die BrĂŒder in den Salon von Henriette Herz, wo sie mit der von Moses Mendelssohn geprĂ€gten Berliner AufklĂ€rung in engen Kontakt kamen.
Studium
Mit Blick auf die vorgesehenen Karrieren im Staatsdienst schickte die Mutter 1787 ihre Söhne zum Studium an die Brandenburgische UniversitÀt Frankfurt (Viadrina), die von Berlin aus nÀchstgelegene Hochschule. Wilhelm sollte dort Jura studieren, Alexander die weniger renommierte Kameralwissenschaft (Staatswirtschaftslehre). Nebenbei hörte Alexander Vorlesungen der Altertumswissenschaften, Medizin, Physik und Mathematik.
Sowohl Alexander als auch sein Bruder Wilhelm waren in Frankfurt (Oder) offenbar akademisch unterfordert und verlieĂen die UniversitĂ€t nach einem Semester wieder. Alexander ging zurĂŒck nach Berlin, wo er sich von Carl Ludwig Willdenow in der Botanik ausbilden lieĂ.
Am 25. April 1789 immatrikulierte er sich, seinem Bruder folgend, an der braunschweig-lĂŒneburgischen Georg-August-UniversitĂ€t Göttingen. Neben dem Physiker Georg Christoph Lichtenberg war hier fĂŒr Alexander vor allem der Anatom und Zoologe Johann Friedrich Blumenbach wegweisend, der die Forschungsreise als bedeutende Erkenntnisquelle fĂŒr Anthropologie und Biologie schĂ€tzte und einen interdisziplinĂ€ren Kreis ambitionierter Nachwuchswissenschaftler um sich scharte. Im Herbst 1789 unternahm Humboldt gemeinsam mit dem niederlĂ€ndischen Mediziner Steven Jan van Geuns eine Studienreise in Gebiete westlich von PreuĂen und an den Rhein. In Mainz lernte er dabei Georg Forster kennen, der als Naturforscher mit Weltumsegelungserfahrung wohl den von ihm selbst angestrebten Typus verkörperte.cite-ref-12[12] Von Ende MĂ€rz bis Juli 1790 unternahmen Humboldt und Forster gemeinsam eine Forschungsreise von Mainz ĂŒber den Niederrhein nach Englandcite-ref-13[13]cite-ref-14[14] und zurĂŒck ĂŒber Paris, das sich im ersten Jahr nach dem Sturm auf die Bastille, dem Auslöser der Französischen Revolution, befand. Wie Forster trat Humboldt fĂŒr die revolutionĂ€ren Ideale und Menschenrechte ein. Doch anders als dieser, der in Mainz zum deutschen Jakobiner wurde und als glĂŒhender AnhĂ€nger der Revolution schlieĂlich nach Paris zog, blieb Humboldt in seiner Haltung zur Revolution ambivalent.cite-ref-15[15] Er setzte seine kameralistische Ausbildung in Handelswissenschaften sowie in Volks- und Weltwirtschaft an der Hamburger BĂŒsch-Akademie fort. Dies bot ihm vielerlei Vertiefungsmöglichkeiten zu Geographie und Reiseberichten.
Nach Beendigung seines Studiums an der Handelsakademie richtete Humboldt im Mai 1791 ein Anstellungsgesuch an den preuĂischen Oberberghauptmann Friedrich Anton von Heynitz fĂŒr eine TĂ€tigkeit in der Bergverwaltung. Dazu nahm er zunĂ€chst ein Studium des Bergfachs an der Bergakademie Freiberg auf, das er statt der ĂŒblichen drei Jahre in acht Monaten beendete. Seinem BetĂ€tigungsdrang entsprach der praktische Bergmannsdienst, zu dem er tĂ€glich um sechs Uhr mit den anderen Bergleuten in die Gruben einfuhr; nachmittags nahm er an bis zu sechs Studienkollegs teil, unter anderem bei Abraham Gottlob Werner.
Privates Leben
In einem Teil der Forschungsliteratur wird die Ansicht vertreten, dass Alexander von Humboldt homosexuell gewesen sei, was fĂŒr einige der Biografen negativ konnotiert war. Seine vermutete HomosexualitĂ€t ist kaum erforscht. Die Frage nach seiner sexuellen Orientierung wurde eher verdrĂ€ngt bzw. sogar als unangemessen angesehen. Der Historiker Andreas W. Daum berichtet aus Humboldts privaten Korrespondenzen in den 1790er-Jahren, dass er durchaus ein sinnlicher Mensch âmit einem BedĂŒrfnis nach körperlicher NĂ€he zu MĂ€nnernâ war â inwieweit, darĂŒber habe Humboldt einen âSchleier der Privatheitâ gelegt. Daum Ă€uĂerte 2019 die Hypothese, dass weitere Forschung nach dem privaten Humboldt noch ĂŒberraschende Erkenntnisse hervorbringen könnte.cite-ref-16[16]
Belegt sind Humboldts enge Beziehungen zu MĂ€nnern. Zum Beispiel schloss er im Februar 1788 mit dem Theologiestudenten und spĂ€teren Superintendenten Wilhelm Gabriel Wegener (1767â1837) einen âewigen Freundschaftsbundâ.cite-ref-17[17] Bernd-Ulrich Hergemöller nannte in einem 2001 veröffentlichten Lexikon Indizien fĂŒr homoerotische Beziehungen mit Wegener, mit Johann Carl Freiesleben (1774â1846), mit dem Offizier Reinhard Samuel Christian von Haeften (1772â1803), mit dem Maler Carl von Steuben und mit dem Chemiker Joseph Louis Gay-Lussac, mit dem er vier Jahre in Paris in einer Wohnung lebte. Gerade die Beziehung zu Haeften, die nicht an gemeinsame geistige Interessen anknĂŒpfte, wurde sowohl von Biografen als auch von beiden Familien vertuscht und/oder mit teils abwegigen Attributionen bedacht.cite-ref-18[18]
Karriere im Staatsdienst (1792â1796)
Am 6. MĂ€rz 1792 erhielt er die Anstellungsurkunde als âBergassessor cum votoâ (also mit der Berechtigung, amtliche Gutachten zu erstellen) und wenig spĂ€ter wurde er mit der Untersuchung des Lotharheiler Schiefers betraut, der im gerade zu PreuĂen gekommenen FĂŒrstentum Bayreuth abgebaut wurde. Auf seinem Weg dorthin inspizierte er den Kamsdorf-Könitzer Bergbau und revolutionierte die Abbauverfahren von Alaunschiefergestein im Schmiedefelder Vitriolwerk am Schwefelloch (dem heutigen Schaubergwerk Morassina). Aufgrund seines beispielhaft erhellenden Berichtes wurde er bereits nach einem halben Dienstjahr zum Oberbergmeister befördert mit dem Auftrag, den Bergbau im Fichtelgebirge und Frankenwald zu sanieren.cite-ref-19[19]
Humboldt reorganisierte den Bergbau in technischer und ökonomischer Hinsicht. Er modernisierte die Abbauverfahren von Silber, Nickel, Zinn und Eisen sowie von Alaunschiefergestein in der Region Bayreuth.cite-ref-20[20] Er engagierte sich auch fĂŒr die Goldgruben von Goldkronach, die in ihrer Existenz bedroht waren. Dort sollte er die VerhĂŒttung verbessern, die mit ungeeigneten, schlecht ĂŒberwachten Ăfen, schlechter Kohle, deutlich zu hohem Kalkzuschlag und Ă€hnlichen MĂ€ngeln nur geringe Ausbeute lieferte, abbauwĂŒrdige GĂ€nge finden, was ihm durch das Studium alter Aufzeichnungen auch gelang, und sich um die haarstrĂ€ubend schlechte arbeitstechnische Sicherheit und Ausbildung der Bergleute kĂŒmmern.cite-ref-21[21] Durch sein Engagement brachte er die Goldkronacher Gruben in die Gewinnzone, sodass sie bis 1861 betrieben wurden. Ein Ă€hnlicher Erfolg gelang ihm mit dem Friedrich-Wilhelm-Stollen im Stebener Kupferbergbau, den er neu anlegen lieĂ, womit er die jĂ€hrlichen ErtrĂ€ge betrĂ€chtlich steigern konnte.cite-ref-endres-22-0[22] Humboldt hatte bei seinen AktivitĂ€ten auch die Wirkung auf den lokalen Arbeitsmarkt und die soziale Situation der Bergleute im Blick; so reformierte er die âBergbau-HĂŒlfskasseâ, in dem er ihr ĂberschĂŒsse der BergĂ€mter zufĂŒhrte.cite-ref-23[23]cite-ref-endres-22-1[22]
Auf der Basis seiner chemischen Analysen der Grubenwetter entwickelte er eine Grubenlampe mit verbesserter Leuchtwirkung in Gruben mit sauerstoffarmer AtmosphĂ€re.cite-ref-24[24] Bei der Erprobung dieser Grubenlampe im Selbstversuch fiel er wegen giftiger Grubengase in Ohnmacht, die Lampe aber half, ihn zu retten.cite-ref-25[25] Weiterhin beschrieb er eine âRespirationsmaschineâ, einen VorlĂ€ufer der Atemschutzmaske, die bei Rettungsaktionen eingesetzt werden konnte. Beide Apparate konnten sich aber nicht durchsetzen.cite-ref-endres-22-2[22]
Mit eigenen Mitteln grĂŒndete er ohne RĂŒcksprache mit den vorgesetzten Behörden zuerst in Steben eine Bergschule, die erste Arbeiter-Berufsschule in Deutschland, offen fĂŒr die Altersstufen von 12 bis 30 Jahren. Gelehrt wurden von Schichtende bis 23:00 Uhr unter anderem Mineralienkunde, bergmĂ€nnisches Rechnen und Bergrecht, Maschinen- und Kompasskunde. Mangels geeigneten Lehrmaterials schrieb er die LehrbĂŒcher dafĂŒr selbst. Seine Wohnorte waren von 1792 bis 1795 Steben, Arzberg und Goldkronach. Ăber seine Zeit in Goldkronach Ă€uĂerte sich Alexander von Humboldt in einem Brief an seinen Vertrauten Karl Freiesleben ĂŒberschwĂ€nglich: â⊠mit dem Bergbau geht es ĂŒberhaupt jetzt schnell hier vorwĂ€rts. In Goldkronach besonders bin ich glĂŒcklicher, als ich je wagen durfte zu glauben.âcite-ref-26[26]
WĂ€hrend seiner TĂ€tigkeit im Staatsdienst kam er in Kontakt mit anderen in der Bergverwaltung hochrangig beschĂ€ftigten Personen, die seine FĂ€higkeiten erkannten und sie fĂŒr ihre Zwecke dienstbar zu machen suchten. Zum Teil waren sie spĂ€ter bei den preuĂischen Reformen fĂŒhrend, wie zum Beispiel der Freiherr vom Stein und Karl August von Hardenberg, Minister fĂŒr das Territorium Ansbach-Bayreuth. Von seinem Ressortminister von Heynitz wurde Humboldt 1794 zum Bergrat und 1795 zum Oberbergrat befördert. Doch weder dies noch ungewöhnliche Gehalts- und Freistellungsangebote vermochten Humboldt im Amt zu halten. Am 26. MĂ€rz 1795 bat er den preuĂischen König um die Entlassung aus dem Dienst als Oberbergmeister, um seinen Jugendtraum von Forschungsreisen in die Welt zu verwirklichen.cite-ref-27[27]
Arbeiten zur Biologie
WĂ€hrend seiner Zeit im Bergwesen beschĂ€ftigte sich Humboldt mit der Mykologie. Die Flechten- und Pilzarten, die er in den Freiberger Bergwerken gefunden hatte, beschrieb er in Florae Fribergensis specimen, die einige Erstbeschreibungen von Arten der Gattungen Agaricus, Peziza und Boletus enthielt. Er beschrieb nicht nur die Morphologie der kryptogamen Pflanzen, sondern auch die AbhĂ€ngigkeit von ihren Umweltbedingungen. FĂŒr die Flechten stellte er eine Verwandtschaftstafel (Tabula affinitatum) auf, die aber noch nicht auf stammesgeschichtlicher Zugehörigkeit, sondern nur auf Ă€uĂerer Ăhnlichkeit beruhte. Schon in diesem Werk betonte er programmatisch, dass er die Pflanzengeographie als Teil einer umfassenden Erdkunde betrachtete im Unterschied zur herkömmlichen Naturgeschichte.cite-ref-30[30]
Des Weiteren untersuchte er experimentell den Einfluss verschiedener Bestandteile der Luft auf das Pflanzenwachstum, wobei er den Aspekt der wirtschaftlichen Nutzung fĂŒr die Pflanzenproduktion im Auge hatte. Zwar gelang es ihm nicht, die Rolle von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Stoffwechsel der Pflanzen richtig aufzuklĂ€ren, er vertrat aber die Auffassung, dass der Kohlenstoff der Pflanzen aus der Luft und nicht aus der Erde stammt. Weiterhin erkannte er, dass die Spaltöffnungen fĂŒr den Wasserhaushalt der Pflanzen von Bedeutung sind, konnte die genaue Funktion aber nicht klĂ€ren.cite-ref-31[31]
Danach wandte er sich dem seinerzeit aktuellen Forschungsgebiet der tierischen ElektrizitĂ€t zu in FortfĂŒhrung der Versuche von Galvani und Volta.cite-ref-32[32]cite-ref-33[33] Umfangreiche Studien mit Tausenden von Tierexperimentencite-ref-34[34] zum Einfluss der ElektrizitĂ€t, zum Teil mit seinem Bruder Wilhelm, teilweise als Selbstversuch am eigenen Körper durchgefĂŒhrt, belegten unter anderem den Verbrauch von Sauerstoff bei der Muskelbewegung und die Wirkung der Feuchtigkeit auf die elektrische LeitfĂ€higkeit.cite-ref-35[35] Bei Selbstversuchen fĂŒr seine Studie Versuche ĂŒber die gereizte Muskel- und Nervenfaser brachte er kĂŒnstlich erzeugte Wunden auf seinem RĂŒcken mit galvanischen Zellen aus Metallen wie Zink und Silber in BerĂŒhrung. Im Gegensatz zu Volta blieb Humboldt ĂŒberzeugt von dem Konzept einer eigenen âtierischen ElektrizitĂ€tâ; den Kontaktmetallen schrieb er nur eine sekundĂ€re Rolle zu.cite-ref-36[36] Seine Versuche ĂŒber die Reizung von Muskel- und Nervenfasern veröffentlichte er 1797.cite-ref-37[37] In der zeitgenössischen Fachliteratur wurden seine physiologischen Schriften oft zitiert.cite-ref-38[38]
Auf seiner SĂŒdamerika-Expedition setzte Humboldt seine galvanischen Versuche fort; bekannt wurde seine Untersuchung ĂŒber den Zitteraal (Electrophorus electricus).cite-ref-39[39] In seinen spĂ€teren Jahren unterstĂŒtzte Humboldt die elektrophysiologischen Untersuchungen von Emil du Bois-Reymond. Deren Resultate, die die Muskelbewegung auslösende NerventĂ€tigkeit messbar machen, fasste er als WeiterfĂŒhrung seiner Versuche auf.cite-ref-40[40]
Arbeiten zur Chemie
Parallel zu seinen Bergbau-Erfahrungen begann Alexander von Humboldt, sich mit Fragen zur Chemie auseinanderzusetzen, wobei der Zusammenhang mit praktischen Problemen im Vordergrund stand.cite-ref-41[41] So befasste er sich mit der Entstehung und Untersuchung von Grubengas sowie mit Messungen zum Sauerstoffverbrauch und zur Bildung von Kohlenstoffdioxid. Er erkannte die jahreszeitliche Variation des Anteils dieses Gases an der Luft und den Effekt, dass eine Erhöhung des Kohlenstoffdioxidgehalts bis zu bestimmten Grenzen die Geschwindigkeit des Pflanzenwachstums fördert.
Besonders interessierte ihn die Chemie der Luft und ihrer Bestandteile. Er erkannte die Konstanz der Luftzusammensetzung in unterschiedlichen Höhenlagen. Joseph Louis Gay-Lussac und Humboldt bewiesen mit Hilfe gemeinsam durchgefĂŒhrter eudiometrischer Versuche 1805, dass das ElementarverhĂ€ltnis von Sauerstoff zu Wasserstoff im Wasser 1 : 2 betrĂ€gt. AuĂerdem unternahm er Versuche zur Erforschung der nitrosen Gase.
Als Bergbeamter fertigte Humboldt Gutachten zur Produktion von Glas, Porzellan und Steingut an. Durch seine Publikationen zur Chemiecite-ref-42[42] war Humboldt schon frĂŒh wissenschaftlich anerkannt. Am 4. August 1800 wurde er von der Königlich PreuĂischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin in Abwesenheit als auĂerordentliches Mitglied aufgenommen und als âchimiste cĂ©lĂšbreâ bezeichnet.cite-ref-43[43]cite-ref-44[44]
Vorbereitung einer groĂen Forschungsexpedition
Nachweislich seit 1793 bereitete sich Alexander von Humboldt neben seiner TĂ€tigkeit als Bergbeamter intensiv auf seine Reise nach SĂŒdamerika vor.cite-ref-beck1990-45-0[45] Sobald er im November 1796 durch den Tod der Mutter zum vermögenden Erben geworden war, schied er aus dem Staatsdienst aus, um sich als Naturforscher und Wissenschaftler unabhĂ€ngig zu machen. Als Ziel schwebte ihm eine âphysique du mondeâ vor, eine Darstellung des gesamten physisch-geographischen Wissens der Zeit, zu dem er auf Forschungsreisen selbst entscheidend beitragen wollte. Bereits Ende 1796 entwickelte er brieflich seine trotz mancher Widrigkeiten, mehrfacher AnlĂ€ufe und Umwege konsequent verfolgten PlĂ€ne zur Reise nach âWestindienâ, das im damaligen VerstĂ€ndnis den ganzen Raum von Mexiko bis zum Amazonas umfasste:
âMeine Reise ist unerschĂŒtterlich gewiĂ. Ich prĂ€pariere mich noch einige Jahre und sammle Instrumente, ein bis anderthalb Jahr bleibe ich in Italien, um mich mit Vulkanen genau bekannt zu machen, dann geht es ĂŒber Paris nach England, wo ich leicht auch wieder ein Jahr bleiben könnte [âŠ], und dann mit englischen Schiffen nach Westindienâ
Schon durch Campe war Alexander die Faszination der Welt in Ăbersee vermittelt worden. In den Jahren der Vorbereitung nutzte er jede Möglichkeit zur systematischen Vertiefung seiner Kenntnisse, nicht nur durch das Studium der einschlĂ€gigen Reiseberichte und neuesten Forschungsergebnisse, sondern auch durch seinen persönlichen Kontakt mit den fĂŒhrenden Zoologen, Botanikern und Astronomen der Zeit sowie durch die stĂ€ndige praktische Erprobung von Messinstrumenten in den verschiedenen Landschaften und NaturrĂ€umen (zum Beispiel in den Alpen). Zudem entwickelte er ein spezifisches Aufzeichnungsverfahren zur Erfassung seiner jeweiligen Forschungsergebnisse, die Pasigrafie, eine Schriftzeichensprache, die die geographischen Erscheinungen durch Buchstaben, Richtungspfeile, Symbole und AbkĂŒrzungen fĂŒr Formationen und Gesteine festhielt.cite-ref-46[46]
Im Mai 1798 begab sich Humboldt nach Paris, wo er in VortrĂ€gen und Debatten sein Renommee als Wissenschaftler festigte und seine Ausstattung mit Messinstrumenten vervollstĂ€ndigte. Hier fand er in dem Botaniker AimĂ© Bonpland schlieĂlich jenen GefĂ€hrten, der bereit und in der Lage war, ihn bei der DurchfĂŒhrung seiner Forschungsvorhaben zu unterstĂŒtzen.
Mehrfach hatte Humboldt wĂ€hrend der Vorbereitungszeit seine PlĂ€ne wegen politischer und kriegerischer Verwicklungen im Zeichen des aufstrebenden Generals Napoleon Bonaparte Ă€ndern und bereits begonnene ReiseaktivitĂ€ten abbrechen mĂŒssen, zuletzt im Dezember 1798 den Versuch, von SĂŒdfrankreich aus auf ein Schiff zu gelangen, das Bonpland und ihm den Anschluss an die Ă€gyptische Expedition Napoleons hĂ€tte ermöglichen sollen. Stattdessen machten sich nun beide mit sĂ€mtlichen fĂŒr die Forschungsreise vorgesehenen Instrumenten auf den Weg nach Madrid, meist zu FuĂ neben dem Wagen einhergehend, um fĂŒr das amerikanische Forschungsunternehmen womöglich die UnterstĂŒtzung der spanischen Krone zu erlangen. Die Vielzahl der unterwegs erhobenen Messdaten brachte erstmals geographischen Aufschluss ĂŒber die Gestalt der innerspanischen Hochebene.
Sein Ruf als Wissenschaftler und Bergminenexperte, sein diplomatisches Geschick und sein von der exzellenten Beherrschung des Spanischen unterstĂŒtztes Auftreten bei Hofe verschafften Humboldt schon bald Empfehlungen und einen so privilegierten Forscher-Reisepass, wie ihn nach seiner eigenen EinschĂ€tzung kein AuslĂ€nder je erhalten hatte. Er sicherte ihm volle Handlungsfreiheit und das Entgegenkommen aller Gouverneure und Beamten im gesamten spanischen Kolonialgebiet. Spanien sah die Möglichkeit, dass sich diese Privatexpedition unter UmstĂ€nden lohnen könnte. TatsĂ€chlich fĂŒhrten spĂ€ter Humboldts Beschreibungen der mexikanischen Silberminen in dem Versuch ĂŒber den politischen Zustand des Königreichs Neu-Spanien zu massiven auslĂ€ndischen Investitionen. Im Gegensatz dazu erlieĂ die portugiesische Regierung im Jahre 1800 einen Haftbefehl gegen Humboldt fĂŒr den Fall, dass er die portugiesische Kolonie Brasilien betrĂ€te.cite-ref-47[47] Die Portugiesen fĂŒrchteten, Humboldt wĂŒrde revolutionĂ€re Ideen verbreiten oder spionieren.cite-ref-48[48]
Amerikanische Forschungsreise (1799â1804)
Ăberfahrt
Abreisedatum mit der spanischen Fregatte Pizarro von La Coruña war der 5. Juni 1799. Humboldt schrieb in einem Brief vom selben Tag:
âIch werde Pflanzen und Fossilien sammeln, mit einem vortreflichen Sextanten von Ramsden, einem Quadrant von Bird, und einem Chronometer von Louis Berthoud werde ich nĂŒzliche astronomische Beobachtungen machen können; ich werde die Luft chemisch zerlegen. â dieĂ alles ist aber nicht Hauptzwek meiner Reise. Auf das Zusammenwirken der KrĂ€fte, den EinfluĂ der unbelebten Schöpfung auf die belebte Thier- und Pflanzenwelt; auf diese Harmonie sollen stĂ€ts meine Augen gerichtet seyn. Der arbeitsame Mensch muĂ das Gute und Grosse wollen. Ob er es erreiche, hĂ€ngt von dem unbezwungenen Schiksale ab.âcite-ref-49[49]
Den einwöchigen Zwischenaufenthalt auf der Kanareninsel Teneriffa im Juni 1799 nutzten Humboldt und Bonpland zu AktivitĂ€ten, die sie dann in der Neuen Welt vielfach wiederholten: Sie bestiegen den Pico del Teide, registrierten die Vegetationszonen, ĂŒbernachteten in einer Höhle unterhalb des Gipfels und untersuchten tags darauf den Krater des Vulkans.cite-ref-50[50]
Die Ăberquerung des Atlantiks verlief insgesamt problemlos. Mit an Bord hatte Humboldt rund 50 der modernsten Instrumente, darunter Sextanten, Quadranten, Teleskope, eine LĂ€ngenuhrcite-ref-51[51], ein Inklinatorium, ein Deklinatorium, ein Cyanometer, Eudiometer, ArĂ€ometer, ein Hyetometer, Elektrometer, Hygrometer, Barometer und Thermometer.
Am 16. Juli 1799 â 20 Tage nachdem sie von Teneriffa abgelegt hattecite-ref-52[52] â ankerte die Pizarro an der KĂŒste von Neugranada im heutigen Venezuela. Humboldt und Bonpland gingen in CumanĂĄ von Bord, wo ihnen der Sklavenmarkt einen nachhaltigen Eindruck verschaffte. Die grausame Behandlung der Sklaven entsetzte Humboldt so sehr, dass er zu einem entschiedenen FĂŒrsprecher des Abolitionismus wurde.cite-ref-53[53] Von CumanĂĄ aus reisten Humboldt und Bonpland nach Exkursionen in die Umgebung weiter nach Caracas.
Erste Expedition: Zwischen Orinoco und Rio Negro
Die erste Expedition fĂŒhrte im Februar 1800 von Caracas zum Fluss Apure und auf diesem in das Strombett des Orinoco, das stromaufwĂ€rts so weit wie möglich in sĂŒdlicher Richtung befahren, dann aber verlassen wurde, um ĂŒber den Rio Atabapo weiter sĂŒdlich zum Rio Negro, dem Amazonaszufluss, vorzustoĂen. Man befuhr die FlĂŒsse auf einer Piroge, einem mit Axt und Feuer ausgehöhlten Baumstamm von etwa 13 Metern LĂ€nge und knapp einem Meter Breite. Sie wurde von einem Steuermann und vier indianischen Ruderern betrieben. Im Bereich des Hecks war ein niedriges BlĂ€tterdach installiert, an dessen tragfĂ€higen Teilen KĂ€fige mit eingefangenen Vögeln und Affen hingen. Die mitgefĂŒhrten gröĂeren Messinstrumente schrĂ€nkten die Bewegungsfreiheit zusĂ€tzlich ein.
Auf dem Rio Negro wurde die EinmĂŒndung des nordöstlich vom Orinoco direkt zuflieĂenden Rio Casiquiare erreicht und mit dessen Befahrung in ganzer LĂ€nge flussaufwĂ€rts der Nachweis gefĂŒhrt, dass entgegen der verbreiteten Lehrmeinung, wonach zwischen den groĂen Stromgebieten der Erde nirgendwo natĂŒrliche Verbindungen existierten, eine solche zwischen Orinoco und Amazonas eben doch vorhanden ist. Am 20. Mai 1800 erreichte die Piroge wie erwartet die Bifurkation des Orinoco, an der er sich in zwei Arme gabelt, womit das wichtigste Forschungsziel dieser Expedition erreicht war; die Reisenden konnten sich fĂŒr den RĂŒckweg nun flussabwĂ€rts auf dem Orinoco fortbewegen. Sie folgten seinem Lauf bis Angostura (Ciudad BolĂvar) und schlugen sich dann in der quĂ€lenden Hitze der Llanos nordwĂ€rts zur KĂŒstenstadt Nueva Barcelona durch, die sie am 23. Juli 1800 erreichten.
Sie ĂŒberstanden die 2250 Kilometer lange Flussfahrt, obwohl Bonpland zuletzt noch in Angostura dem Tod nahegekommen war, wozu auĂer der glĂŒcklichen Wendung mancher Gefahrensituation ihre Entschlossenheit und strapazierfĂ€hige Physis beitrugen.cite-ref-56[56] Der in jungen Jahren oft krĂ€nkelnde Alexander meldete nach Hause: âDie Tropenwelt ist mein Element, und ich bin nie so ununterbrochen gesund gewesen als in den letzten zwei Jahren. [âŠ] Am Atabapo, wo die Wilden stets am Faulfieber leiden, widerstand meine Gesundheit unbegreiflich gut.âcite-ref-57[57]
Den Gesamterfolg der amerikanischen Reise ermöglichte zudem ein unerschĂŒtterliches Durchhaltevermögen â stĂ€ndig war Humboldt mit Ortsbestimmungen und Messungen aller Art oder mit der Erstellung der Orinocokarte beschĂ€ftigt, Bonpland mit dem Botanisieren, beide zusammen mit Skizzen und Aufzeichnungen â auch unter widrigsten Bedingungen:
âVier Monate hindurch schliefen wir in WĂ€ldern, umgeben von Krokodilen, Boas und Jaguaren [âŠ], nichts genieĂend als Reis, Ameisen, Manioc, Pisang, Orenocowasser und bisweilen Affen. [âŠ] In Guayana, wo man wegen der Mosquiten, die die Luft verfinstern, Kopf und HĂ€nde stets verdeckt haben muĂ, ist es fast unmöglich am Tageslicht zu schreiben; man kann die Feder nicht ruhig halten, so wĂŒtend schmerzt das Gift der Insekten. Alle unsere Arbeit muĂte daher beim Feuer, in einer indianischen HĂŒtte, vorgenommen werden, wo kein Sonnenstrahl eindringt, und in welcher man auf dem Bauche kriechen muĂ. Hier aber erstickt man wieder von Rauch, wenn man auch weniger von den Moskiten leidet.âcite-ref-58[58]
Zweite Expedition: Von Cartagena nach Lima
Die zweite SĂŒdamerika-Expedition begann nach einem Zwischenaufenthalt in Havanna, wo Humboldt das Material fĂŒr seinen geographischen Essai politique sur lâČĂźle de Cuba erarbeitet hatte, am 30. MĂ€rz 1801 in Cartagena an der kolumbianischen Karibik-KĂŒste. Humboldt hatte erfahren, dass er sich der französischen Weltumsegelungsexpedition unter KapitĂ€n Nicolas Baudin an der peruanischen KĂŒste wĂŒrde anschlieĂen können. Auf dem Wege dahin drĂ€ngte sich die Umsetzung des lang erwogenen Anden-Forschungsprojekts auf.
Von Barancas Nuevas befuhren Humboldt und Bonpland den RĂo Magdalena flussaufwĂ€rts: âUnsere Magdalena-Reise bildete eine schreckliche Tragödie; von den zwanzig dunklen Ruderknechten lieĂen wir acht auf dem Wege zurĂŒck, ebensoviel langten gleich und mit stinkenden GeschwĂŒren in Honda an.â Nach viertĂ€gigem steilen Aufstieg erreichten sie die Anden-Hochebene und konnten in BogotĂĄ in regen wissenschaftlichen Austausch mit dem sie aufwendig empfangenden Botaniker JosĂ© Mutis treten.cite-ref-59[59] FĂŒr den spanischen Vizekönig erstellte Humboldt unter anderem ein Gutachten ĂŒber die Silbergruben und die Goldproduktion Kolumbiens. Die Fortsetzung des Weges ĂŒber die Anden gestaltete sich Ă€uĂerst beschwerlich: âDicke WĂ€lder liegen zwischen MorĂ€sten; die Maultiere sinken bis auf den halben Leib ein; und man muĂ durch so tiefe und enge SchlĂŒchte, daĂ man in Stollen eines Bergwerks zu kommen glaubt. Auch sind die Wege mit den Knochen der Maultiere bepflastert, die hier vor KĂ€lte oder Mattigkeit umfielen.â
Um von BogotĂĄ nach Quito zu gelangen, benötigten die Reisenden vom 19. September 1801 â mit einem Zwischenaufenthalt in PopayĂĄn â bis zum 6. Januar 1802. In Quito kamen sie im Hause des Herzogs Juan PĂo MontĂșfar y Larrea unter; dessen Sohn Carlos de MontĂșfar (1780â1816) nahm fortan an der amerikanischen Expedition Humboldts teil.cite-ref-60[60]
Zum Forschungsschwerpunkt wurden nun neuerlich Vulkane in einem Gebiet Ecuadors. Den Pichincha bestieg Humboldt nach einem ersten abgebrochenen Versuch gleich zweimal, zuletzt begleitet von einem heftigen Erdbeben, dessen StöĂe er sorgfĂ€ltig protokollierte. Trotz der UnzulĂ€nglichkeiten von Schuhwerk, Bekleidung und AusrĂŒstung gelangten Humboldt, Bonpland und MontĂșfar am 23. Juni 1802 bei der Besteigung des Chimborazo (6263 Meter) fast bis zum Gipfel, mussten aber wegen einer unpassierbaren Felsspalte 400 bis 800 Meter unterhalb des Kraters umkehren. Gleichwohl blieb dies auf 30 Jahre ein Höhenweltrekord fĂŒr Bergsteiger. Dabei litten sie unter den Symptomen der Höhenkrankheit: Schwindel und Brechreiz, Blutungen aus Lippen und Zahnfleisch.
Bald darauf erforschte die Expedition nach rasantem Abstieg nach JaĂ©ncite-ref-61[61] den Oberlauf des Marañón im Quellgebiet des Amazonas und nach neuerlichem Aufstieg in die Anden die Ăberreste der InkastĂ€tten in der Umgebung von Cajamarca. Wie die Messungen ergaben, ĂŒberquerten sie dabei den magnetischen Ăquator. Humboldt bemerkte wĂ€hrend seiner SĂŒdamerikareise bei verschiedenen Gelegenheiten die tagesperiodische Schwankung der SchallintensitĂ€t (Humboldt-Effekt), fĂŒr die er 1820 eine ErklĂ€rung gab.
Als die Teilnehmer nach viermaliger Ăberwindung einer Andenkette am 23. Oktober 1802 in Lima ankamen, war dieses zweite Forschungsunternehmen erfolgreich beendet. Zwischen zehn Grad nördlicher und zehn Grad sĂŒdlicher Breite waren die Klima- und Vegetationsstufen des tropischen Hochgebirges in mannigfaltiger Weise durchmessen und erfasst worden. Mit der Beobachtung des Durchgangs des Planeten Merkur am 9. November 1802cite-ref-62[62] in Limas Hafen Callao gelang Humboldt eine genauere Bestimmung des LĂ€ngengrads von Lima; dieser wurde in der Folge ein Richtwert fĂŒr den ganzen sĂŒdwestlichen Teil des neuen Kontinents. Dort studierte er auch die DĂŒngeeigenschaften von Guano, der daraufhin als DĂŒnger nach Europa eingefĂŒhrt wurde.cite-ref-63[63]
Dritte Expedition: Mexiko
Bereits vor dem Aufbruch von Quito war die Information eingetroffen, dass der geplante Anschluss an die französische Weltumsegelungsexpedition von KapitĂ€n Baudin wegen dessen RoutenĂ€nderung nicht mehr möglich sei. Erneut musste also umdisponiert werden. Nach einem Zwischenaufenthalt in Guayaquil, bei dem Humboldt durch Temperaturmessungen die nach ihm benannte Meeresströmung nachwies, begann am 23. MĂ€rz 1803 in Acapulco ein einjĂ€hriger Aufenthalt in Mexiko als letzter Abschnitt der Reise. Auf der Basis barometrischer Höhenmessungen wĂ€hrend des Reisewegs von Acapulco ĂŒber Mexiko-Stadt (mit gut neunmonatigem Erkundungsaufenthalt) bis Veracruz an der AtlantikkĂŒste konnte ein Höhenquerschnittsprofil Zentral-Mexikos angelegt werden. In Mexiko-Stadt sammelte Humboldt Material fĂŒr sein landeskundliches Werk ĂŒber das Vizekönigreich Neuspanien (mit Beschreibungen der politischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen sowie weitreichenden Bevölkerungsstatistiken), das ebenso zu einem Grundstein der modernen wissenschaftlichen Geographie wurde wie das ĂŒber Kuba, fĂŒr das er die Vorstudien im MĂ€rz und April 1804 in Havanna vornahm.cite-ref-64[64] Zudem trug er Beobachtungen zu epidemischen Infektionskrankheiten, insbesondere zum Gelbfieber, zusammen und beschrieb sie spĂ€ter als Herausforderung fĂŒr Medizin und Gesellschaft.cite-ref-65[65]
Abgeschlossen wurde die Amerika-Expedition mit einem Besuch in den USA, wo Humboldt, auch aufgrund seiner intensiven Reisekorrespondenz, bereits höchste Anerkennung als Forscher und Wissenschaftler genoss und unter anderem drei Wochen als Gast des PrÀsidenten Thomas Jefferson in Washington, D.C. und Philadelphia verbrachte.
Am 3. August 1804 betraten Humboldt und Bonpland in Bordeaux wieder europĂ€ischen Boden. Dass ein Privatmann eine solche Forschungsreise gĂ€nzlich aus eigenen Mitteln bestritten hatte, war beispiellos. Humboldts Vermögen war um ein Drittel vermindert, und es sollte in den drei folgenden Jahrzehnten, in denen er sein Reisewerk in 30 BĂ€nden verfasste und in Druck gab â das gröĂte je erschienene private Reisewerk ĂŒberhaupt â gĂ€nzlich aufgebraucht werden.
Verurteilung von Sklaverei und Kolonialregime
Der unter dem Schutz der spanischen Krone reisende Humboldt, der fĂŒr seine Untersuchungen der sozialen VerhĂ€ltnisse vor Ort auf die UnterstĂŒtzung der Kolonialverwaltungen angewiesen war und im Austausch mit deren fĂŒhrenden ReprĂ€sentanten stand, konnte offene Systemkritik nicht Ă€uĂern, ohne sein ganzes Unternehmen akut zu gefĂ€hrden. In seinen ReisetagebĂŒchern wie in spĂ€teren Schriften zeigt sich aber deutlich, dass Humboldt die herrschenden VerhĂ€ltnisse fĂŒr auf Dauer unhaltbar ansah. Gegen die von Monokulturen und Sklavenhaltung bestimmte âgegenwĂ€rtige Zwangslageâ setzte er auf eine Verbindung von natĂŒrlicher Ordnung und menschlicher Freiheit: WĂŒrde diese Zwangslage durch Revolutionen beseitigt, kĂ€me es zur Produktion von Seide, Wein, Ăl und Tuch âin selbstĂ€ndiger, freier Existenzâ; dann gehe auch die HandelsabhĂ€ngigkeit zurĂŒck und alles komme in eine natĂŒrliche Lage. âDie Sklaven-Haciendas setzen unnatĂŒrliche VerhĂ€ltnisse voraus und begrĂŒnden neue, noch unnatĂŒrlichere. Was aber gegen die Natur ist, ist ungerecht, schlecht und ohne Bestand.âcite-ref-66[66]
Im politischen Essay ĂŒber die Insel Kuba schrieb Humboldt:
âOhne Zweifel ist die Sklaverei das gröĂte aller Ăbel, welche die Menschheit gepeinigt haben, sei es, dass man den Sklaven betrachtet, wie er seiner Familie in der Heimat entrissen und in die SchiffsrĂ€ume eines fĂŒr den Negerhandel zugerichteten Fahrzeugs geworfen wird, oder dass man ihn als einen Teil der Herde schwarzer Menschen, die auf dem Boden der Antillen zusammengefercht wird, betrachtet;âcite-ref-67[67]
Eine Besserung der Lage konnte nach Humboldts Vorstellung nur durch diejenigen europĂ€ischen Regierungen bewirkt werden, âwelche ein GefĂŒhl fĂŒr Menschenwert haben und wissen, dass jede Ungerechtigkeit einen Keim der Zerstörung in sich trĂ€gtâ. Dazu werde es aber nicht kommen, âsolange nicht die Gesamtheit der EigentĂŒmer und die Kolonial-Versammlungen oder Legislaturen die nĂ€mliche Ansicht teilen und nach einem wohlberechneten Plan zusammenarbeiten, um die völlige Aufhebung der Sklaverei in den Antillen zu erzielen.âcite-ref-68[68] In einer bei Lebzeiten unveröffentlichten Schrift hegte Humboldt jedoch wenig Hoffnung auf eine bevorstehende VerĂ€nderung der Lage zum Positiven:
âDie europĂ€ischen Regierungen haben so viel Erfolg in der Verbreitung des Hasses und der Uneinigkeit in den Kolonien erzielt, dass man in diesen die Freuden des geselligen Lebens kaum kennt; [âŠ] Aus dieser Lage entsteht eine Verwirrung von Ideen und unbegreiflichen Meinungen, eine allgemeine revolutionĂ€re Tendenz. Aber dieser Wunsch beschrĂ€nkt sich darauf, die EuropĂ€er zu vertreiben und sich danach gegenseitig zu bekriegen.âcite-ref-69[69]
Besonders drastisch kritisierte Alexander von Humboldt im Reisetagebuch die WillkĂŒrherrschaft der Mönche in den Missionen der spanischen Kolonien, vor allem in Venezuela. Durch von den Mönchen gesponnene Intrigen, bei denen die Indianer auch durch einseitige Belohnungen gegeneinander ausgespielt worden seien, habe sich das UnterdrĂŒckungsregime etabliert:
âEs gibt keine unbegrenztere Despotie als die der Mönche. Welche schreckliche Vorstellung, dass derselbe Mensch, der von den SĂŒnden freispricht, der nach seinem Belieben den mildesten Trost eines zukĂŒnftigen, glĂŒcklicheren Lebens entziehen kann, auch Herr und Gebieter ĂŒber euer Eigentum, die FrĂŒchte eures Ackerbaus, eure geringfĂŒgigsten Handlungen ist. [âŠ] Der Missionar versucht, sein Dorf wie ein Kloster zu behandeln. Alles geschieht nach dem Ton der Glocken; der Indio ist nicht einen einzigen Augenblick in seinen Handlungen frei [âŠ] Der Indio will nichts anbauen, weil alles, was er hervorbringt, dem Pater gehört.âcite-ref-70[70]
Naturforscher in Paris und Berlin
Empfang in Paris
In Paris, wo er den Anschluss an die wissenschaftliche Entwicklung der vergangenen fĂŒnf Jahre suchte und fand, wurde ihm von seinen Forscherkollegen ein grandioser Empfang bereitet. Sie sagten ihm jede UnterstĂŒtzung bei der KlĂ€rung fachwissenschaftlicher Probleme zu.cite-ref-71[71]
Dieses Wissensnetzwerk war nötig fĂŒr den Bericht ĂŒber seine Expedition; denn er hatte mehr vor als nur die Schilderung eigener Erlebnisse, EindrĂŒcke und Messergebnisse. Wo er zum Beispiel auf Getreideanbau, Kakao- und Kaffeeernte im Orinoco-Gebiet einging, war dies meist verbunden mit einer Einordnung in die geographischen und wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse der ganzen bekannten Welt, in KenntniszusammenhĂ€nge also, die er ĂŒberhaupt nur mit Hilfe anderer herstellen konnte. DafĂŒr und fĂŒr die bestmögliche verlegerische QualitĂ€t des Reisewerks war Paris der geeignetste Ort.cite-ref-72[72] Humboldt schrieb dazu 1852 im RĂŒckblick: âIch wĂ€hlte Paris zum Aufenthalte, indem kein Ort des Kontinents damals einen gleich zugĂ€nglichen Schatz von wissenschaftlichen Hilfsmitteln darbot, keiner ebenso viel groĂe und tĂ€tige Forscher einschloss als jene Hauptstadt.âcite-ref-73[73]
Aufenthalt in Berlin
Humboldt verspĂŒrte wenig Neigung, âdie TĂŒrme Berlins wiederzusehenâ, im Sommer 1805 unternahm er eine mehrmonatige Reise nach Italien,cite-ref-75[75] um dort zusammen mit Gay-Lussac den Vulkanismus zu studieren, und besuchte wĂ€hrenddessen in Rom seinen Bruder Wilhelm. Dessen Mahnungen und dem werbenden Druck des preuĂischen Königshauses ist es zuzuschreiben, dass er sich danach nach Berlin begab. Unmittelbar nach seiner RĂŒckkehr bedachte ihn König Friedrich Wilhelm III. mit einer Pension von 2500 Talern und ernannte ihn bald darauf zum königlichen Kammerherrn, beides ohne konkrete Verpflichtungen. Von November 1805 an setzte er seine wissenschaftliche Arbeit in Berlin fort; seine Mitgliedschaft in der Berliner Akademie wurde 1806 von einer auĂerordentlichen in eine ordentliche umgewandelt.cite-ref-76[76] Humboldt beteiligte sich wĂ€hrend der Jahre, die er in Berlin verbrachte, intensiv an der Arbeit der Akademie.cite-ref-77[77]
Nach dem militĂ€rischen Zusammenbruch PreuĂens infolge der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 erlebte er die Besetzung Berlins durch die Franzosen und die PlĂŒnderung von Schloss Tegel, das im Zuge der Erbteilung dem Bruder Wilhelm zugefallen war. Alexanders Berliner Wohnung befand sich zu dieser Zeit in der FriedrichstraĂe 189. Gute Kontakte zur französischen Seite nutzte Alexander sowohl zur Schadensbegrenzung fĂŒr eigene familiĂ€re Besitzungen als auch zur Abmilderung mancher HĂ€rten der Besatzungspolitik im öffentlichen Raum. Angebote, ihn zum preuĂischen Kultusminister zu berufen, schlug er mehrfach aus.cite-ref-78[78] Er erhielt sich aber die Gunst des Königs, indem er diesem als glĂ€nzender Gesellschafter und kundiger FĂŒhrer bei Auslandsaufenthalten gelegentlich zu dienen wusste, so 1814 im Zuge eines Paris-Besuchs des Monarchen nach dem Sieg der Koalition ĂŒber Napoleon I. oder 1822 anlĂ€sslich eines Kongresses in Verona, verbunden mit Besichtigungen Venedigs und Roms.cite-ref-79[79] Humboldts bekannt weltmĂ€nnisches und verbindliches Auftreten, seine SprachmĂ€chtigkeit und fesselnde ErzĂ€hlkunst lieĂen ihn rasch zum Mittelpunkt jeder Gesellschaft werden, in die er sich begab.cite-ref-80[80] Sein Wissenshorizont und die FĂ€higkeit, ihn zu vermitteln, faszinierten auch Goethe, der bereits 1797 bekannt hatte: âDie Gegenwart des Herrn Bergrat v. Humboldt macht mir, ich darf wohl sagen, eine ganz besondere Epoche, indem er alles in Bewegung setzt, was mich von vielen Seiten interessieren kann, ich darf ihn wohl in seiner Art einzig nennen, denn ich habe niemanden gekannt, der mit einer so bestimmt gerichteten TĂ€tigkeit eine solche Vielseitigkeit des Geistes verbĂ€nde, es ist incalculabel, was er noch fĂŒr die Wissenschaft tun kann.âcite-ref-81[81]
Wechsel nach Paris
Als die französischen Forderungen nach KriegsentschĂ€digung PreuĂen in den Ruin zu treiben drohten, veranlasste der als Reformer an die Regierungsspitze berufene Freiherr vom Stein im November 1807 eine Gesandtschaft nach Paris unter Prinz Wilhelm, dem Bruder des Königs. Zum Berater wurde ihm Alexander von Humboldt beigegeben, der so Gelegenheit erhielt, die Arbeit an seinem Reisewerk am bestgeeigneten Ort wieder aufzunehmen. FĂŒr ebendiesen Zweck erhielt Humboldt nach dem Scheitern der Mission des Prinzen die Erlaubnis, in Paris zu bleiben, die er mit Konsequenz und Geschick ĂŒber fast 20 Jahre verteidigte.
An der Pariser Wissenschaftsszene nahm Humboldt mitgestaltend Anteil. So wurde er bereits 1807 unter den GrĂŒndungsmitgliedern der SociĂ©tĂ© dâArcueil aufgefĂŒhrt. Dieser Forschungsgemeinschaft schloss sich neben anderen 1809 der katalanische Physiker François Arago an, mit dem Humboldt fortan in enger freundschaftlicher Verbindung stand. Mit SimĂłn BolĂvar, den Humboldt hier ebenfalls traf, entwickelte sich eine briefliche Korrespondenz.cite-ref-82[82]cite-ref-83[83]
In den Jahren 1825/1827 nahm er bei dem Physiker Jean Marie Constant Duhamel Privatunterricht in Mathematikcite-ref-84[84]cite-ref-85[85] und besuchte spÀter in Berlin auch mathematische Vorlesungen an der UniversitÀt.cite-ref-86[86]
ReiseplĂ€ne nach SĂŒd- und Zentralasien
BestĂ€ndig Ă€uĂerte Humboldt seine Absichten, seine naturkundlichen Forschungen auf die östliche HemisphĂ€re auszudehnen, um dann im Vergleichen und Differenzieren ein ganzheitliches Bild aus der Vielgestaltigkeit der Erde und ihrer Bewohner zu gewinnen. HauptsĂ€chlich interessierten ihn Indien, der Himalaya und Tibet. Als er 1811 bereits das zweite Angebot zur Beteiligung an einer russischen Expedition bekam, antwortete er: âEs kostet mir viel, die Hoffnung aufzugeben, die Ufer des Ganges mit ihren BananenbĂ€umen und Palmen zu sehen; ich bin jetzt 42 Jahre alt und wĂŒnsche eine Expedition zu unternehmen, welche 7â8 Jahre dauert; aber um die Aequinoctialgegenden Asiens zu opfern, ist es nötig, daĂ der Plan, den man mir vorzeichnen wird, ausgedehnt und breit sei. Der Kaukasus zieht mich weniger an, als der Baikalsee und die Vulkane der Halbinsel Kamtschatka. Kann man nach Kabul, Samarkand und Kaschmir eindringen?â Napoleons Russland-Feldzug 1812 machte solche PlĂ€ne hinfĂ€llig.
Eine neue vielversprechende Möglichkeit auf der Linie von Alexanders PrimĂ€rinteressen eröffnete sich 1817/18, als sein Bruder Wilhelm preuĂischer Gesandter in London war. Bei mehreren England-Aufenthalten erreichte Alexander die UnterstĂŒtzung des Prinzregenten und von George Canning, des PrĂ€sidenten des Board of Control der Britischen Ostindien-Kompanie, fĂŒr seine PlĂ€ne, dazu eine Finanzierungszusage Friedrich Wilhelms III. in gewĂŒnschter GröĂenordnung. Mehr als zweijĂ€hrige intensive Vorbereitungen schlossen sich an diese Zusagen an, ehe auch dieses Projekt scheiterte, vermutlich an WiderstĂ€nden innerhalb der Ostindien-Kompanie, in der Humboldts kritischer Blick auf koloniale VerhĂ€ltnisse gefĂŒrchtet sein mochte.cite-ref-87[87]
Aufarbeitung der Amerikareise
Bereits wĂ€hrend der amerikanischen Forschungsreise hatte Humboldt durch briefliche Korrespondenz und Versendung von Proben der mit Bonpland angelegten Pflanzensammlungen dafĂŒr gesorgt, dass diese Expedition in Wissenschaftskreisen daheim anhaltende Beachtung fand. In Berlin empfing der Direktor des Botanischen Gartens Carl Ludwig Willdenow, der Humboldts botanische Interessen frĂŒh gefördert hatte, die Sendungen und begann diesbezĂŒglich zu publizieren.cite-ref-88[88] Andere groĂe Teile der Sammlung wurden dem MusĂ©um national dâhistoire naturelle in Paris ĂŒbergeben, einer aufgrund der französischen Besitzungen in Ăbersee und der von Frankreich ausgehenden Forschungsexpeditionen seinerzeit einzigartigen, von Anbeginn global ausgerichteten Einrichtung fĂŒr das Anlegen, Bewahren, ErschlieĂen und Erforschen von naturkundlichen Sammlungen.cite-ref-89[89]
Erst ab 1813 jedoch, als Karl Sigismund Kunth sich in Paris der systematischen ErschlieĂung und Publikation des Herbarmaterials annahm, konnte die umfassende Dokumentation der botanischen ForschungsertrĂ€ge von Bonpland und Humboldt Gestalt annehmen.cite-ref-90[90] In dem siebenbĂ€ndigen Werk Nova genera et species plantarum publizierte Kunth zwischen 1815 und 1825 den botanischen Ertrag Humboldts und Bonplands in Amerika.
Unterdessen war das amerikanische Reisewerk Voyage aux rĂ©gions Ă©quinoxiales du Nouveau Continent weit ĂŒber die ursprĂŒngliche Konzeption hinaus angewachsen. Die 30 BĂ€nde erschienen zwischen 1805 und 1834, und zwar 10 BĂ€nde im Folioformat und 20 BĂ€nde im Quartoformat. In einem der BĂ€nde, der Histoire de la gĂ©ographie du Nouveau-Continent et des progrĂšs de lâastronomie nautique au XVe et XVIe siĂšcles. Comprenant lâhistoire de la dĂ©couverte de lâAmĂ©rique (in fĂŒnf TeilbĂ€nden erschienen), greift Humboldt weit ĂŒber seine eigenen Reisen hinaus und befasst sich vor allem mit den Reisen von Christoph Kolumbus und mit der âVespucci-Frageâ: der Frage, welche Bedeutung Amerigo Vespucci in der Entdeckungsgeschichte Amerikas zusteht.cite-ref-91[91] Neben einer bedeutenden Anzahl Gelehrter der verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen, die Humboldt inhaltlich zuarbeiteten, waren an die 50 Spezialisten mit bildlichen Darstellungen (davon allein 1452 Kupferstiche) beschĂ€ftigt, darunter Maler, Zeichner, Kartographen und SchriftkĂŒnstler. Was seinen QualitĂ€tsansprĂŒchen nicht genĂŒgte, lieĂ Humboldt auf eigene Kosten neu fertigen, darunter bereits vollendete Kupferplatten, fertige Textdrucke bis hin zu einem ganzen Band.
RĂŒckkehr nach Berlin
1827 schlieĂlich, da sich die Vorarbeiten fĂŒr die Gesamtpublikation dem Ende neigten, entfiel aus Berliner Sicht der Grund fĂŒr den Daueraufenthalt Humboldts in Paris: Der König beorderte seinen Kammerherrn nach Berlin zurĂŒck. 1829 ernannte er ihn zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem PrĂ€dikat Exzellenz.cite-ref-92[92] Humboldt aber hatte es mit seiner RĂŒckkehr alles andere als eilig und reiste zunĂ€chst nach London, um wichtige Leute zu treffen und das Gesellschaftsleben zu genieĂen. Dort gab er im Alter von 57 Jahren â anlĂ€sslich des ersten Tunnelbaus unter der Themse â noch eine Probe seines kein Risiko scheuenden Forscherdrangs. In einer an einem Schiffskran hĂ€ngenden, zwei Tonnen schweren Taucherglocke mit zwei dicken Glasscheiben, die die Sicht auf das schlammige Flusswasser ermöglichten,cite-ref-93[93] lieĂ er sich gemeinsam mit deren Konstrukteur und dem noch betagteren Philosophen Jeremy Bentham auf 11 Meter Wassertiefe absenken, ĂŒber einen Lederschlauch von oben mit Atemluft versorgt.cite-ref-94[94] Wenige Tage spĂ€ter stĂŒrzte die Baustelle ein.
Daheim wurde er sogleich zum Motor und Kristallisationskern einer aufstrebenden Wissenschaftsszene. Seine am 3. November 1827 an der UniversitĂ€t begonnenen Vorlesungen mit einem sehr weit gefassten thematischen Spektrum waren so stark besucht und nachgefragt, dass er sie alsbald, ab dem 6. Dezember 1827, in dem etwa eintausend Zuhörer fassenden Haus der Sing-Akademiecite-ref-95[95] als komprimierte und öffentlich zugĂ€ngliche Vortragsreihe zusammenfasste. An der UniversitĂ€t hielt Humboldt letztlich 62 etwa einstĂŒndige VortrĂ€ge; an der Sing-Akademie gab er 16 Vorlesungen, die auf zwei Zeitstunden angesetzt waren. Beide Vortragszyklen wurden spĂ€ter zusammenfassend als âKosmos-Vorlesungenâ bezeichnet.cite-ref-96[96] Unter seinen Hörern war ein breites gesellschaftliches Spektrum vertreten, Damenbeteiligung inklusive. Obwohl er dies zunĂ€chst geplant und mit seinem Verleger Cotta vereinbart hatte, ist keine von Humboldt autorisierte Publikation der VortrĂ€ge erschienen, sodass deren Inhalte allein durch mehrere Nachschriften aus dem Hörerkreis ĂŒberliefert sind.cite-ref-97[97] Aus der UniversitĂ€tsvorlesung existieren mehrere solcher Hefte, wĂ€hrend die einzige derzeit bekannte Nachschrift der Vortragsreihe im Haus der Sing-Akademie von Henriette Kohlrausch stammt.cite-ref-98[98] âDer Vortragszyklusâ, so RĂŒdiger Schaper, âschafft eine neue Form von Ăffentlichkeit. [âŠ] Humboldt ist StadtgesprĂ€ch.âcite-ref-99[99] Wie in seinen 20 Jahre zuvor erschienenen Ansichten der Natur gelang es ihm, sein deutsches Publikum in allgemeinverstĂ€ndlicher, bildreicher Sprache zu faszinieren und das Interesse fĂŒr erdkundliche und naturwissenschaftliche Fragen anzufachen. Ăhnliche Ausstrahlung auf anderer Ebene entwickelte Humboldt als Organisator und PrĂ€sident des hochkarĂ€tig zusammengesetzten Naturforscherkongresses 1828 in Berlin, der unter anderem mit seinem Tagungsmodus in Fachabteilungen fĂŒr kĂŒnftige derartige Veranstaltungen MaĂstĂ€be setzte.
Russlandexpedition (1829)
Nicht lange nach seiner RĂŒckkehr aus Paris, fĂŒr das er kĂŒnftig pro Jahr einen viermonatigen Aufenthalt bewilligt bekam, und zur Zeit seiner glĂ€nzenden Erfolge als Kommunikator der Naturforschung in Berlin ergriff Humboldt die Chance, doch noch zu seiner östlichen Forschungsreise zu kommen â 37 Jahre nach den ersten diesbezĂŒglichen Ăberlegungen.cite-ref-100[100] Ausgangspunkt war eine Bitte des russischen Finanzministers Georg Cancrin, Humboldt möge zur geplanten EinfĂŒhrung einer Platin-WĂ€hrung in Russland Stellung nehmen. Diese wurde 1828 trotz Humboldts Warnung verwirklicht und scheiterte 1845. Cancrin war aber auch an dem Geognosten (frĂŒhere Bezeichnung fĂŒr âGeologeâ) und Bergbauexperten Humboldt interessiert und stellte ihm eine Forschungsreise zum Ural und darĂŒber hinaus in Aussicht, um Aufschluss ĂŒber ausbeutbare Minenvorkommen zu erhalten.
Humboldt zögerte nicht lange, obwohl er hier Interessen der russischen Regierung berĂŒcksichtigen musste und sich der Charakter dieser Expedition schon dadurch wesentlich von der amerikanischen unterschied, bei der er gĂ€nzlich frei hatte disponieren können. Die Beziehungen zwischen dem preuĂischen König Friedrich Wilhelm III. und Russlands Zar Nikolaus I. waren damals besser denn je, und Humboldts eigene Mittel hĂ€tten fĂŒr eine solche Unternehmung nicht mehr ausgereicht. In diese Expedition fiel sein 60. Geburtstag; er war etwa doppelt so alt wie zu Beginn der Amerika-Reise.
Zu Begleitern, die fĂŒr ihre Fachdisziplin jeweils die wissenschaftliche Auswertung der Expedition vornehmen sollten, wĂ€hlte er den Mediziner, Zoologen und Botaniker Christian Gottfried Ehrenberg und den Chemiker und Mineralogen Gustav Rose. Humboldt widmete sich vorwiegend geomagnetischen und astronomischen Beobachtungen und studierte die physische Geographie im Ăberblick.
Am Anfang der Forschungsreise stand ein dreiwöchiger Aufenthalt bei Hofe in St. Petersburg, wo Humboldt die Zarin unter anderem mit Vorhersagen ĂŒber zu erwartende â und noch wĂ€hrend der Reise tatsĂ€chlich eingetretene â Diamantfunde im Ural fesselte. Die Fortbewegung im GelĂ€nde vom 20. Mai 1829 an fand in drei gefederten Wagen statt, die von 16 Pferden gezogen wurden. Mit von der Partie waren hier â in deutlichem Kontrast zu den drei amerikanischen Erkundungsreisen â ein Koch und Humboldts Diener Johann Seifert (* 1800; â 6. Mai 1877 in Pressburgcite-ref-101[101]).cite-ref-102[102] Seifert stand seit 1826 aufgrund königlicher VerfĂŒgung in Humboldts Diensten.cite-ref-103[103]
Die abgesprochene Expeditionsroute sollte ĂŒber Moskau, Kasan und Perm zunĂ€chst Jekaterinburg am Ural erreichen; auf einer nördlichen Schleife sollten hier nĂ€here Untersuchungen stattfinden, die zu einer reichhaltigen geologischen Materialsammlung fĂŒhrten. Tobolsk an der EinmĂŒndung des Tobol in den Irtysch hĂ€tte nach den Vorfestlegungen der östliche Umkehrpunkt der Expedition werden sollen. Humboldt wollte aber weiter zum Altai-Gebirge und zur chinesischen Grenze. Er lieĂ Cancrin wissen, die Expedition sei der Zeitplanung weit voraus, und stellte ihn mit einer betrĂ€chtlichen Ausweitung der Reiseroute hier â und dann spĂ€ter noch einmal beim VorstoĂ die Wolga entlang zum Kaspischen Meer â vor vollendete Tatsachen. Humboldts inoffizieller Kommentar zu der lĂ€stigen Ăberwachungspraxis lautete: âKein Schritt, ohne dass man ganz wie ein Kranker unter der Achsel gefĂŒhrt wirdâ. Seine EigenmĂ€chtigkeiten wurde vom zaristischen Regime hingenommen.
TatsĂ€chlicher Umkehrpunkt der Reise wurde daher nach Inspektion der Silbergruben im Altai und Kontaktaufnahme mit chinesischen Grenzposten der Ort Baty. Der RĂŒckweg fĂŒhrte von Semipalatinsk ĂŒber Omsk und Miask nach Orenburg am sĂŒdlichen Ausgang des Ural-Gebirges und â nach dem zweiten programmwidrigen Abstecher â von Astrachan ĂŒber Woronesch und Moskau zurĂŒck nach St. Petersburg, das am 13. November 1829 erreicht wurde.
WĂ€hrend eines knappen halben Jahres hatten die Forschungsreisenden mehr als 18.000 Kilometer zurĂŒckgelegt, gezogen von ĂŒber 12.000 Pferden. Ein bestimmender Faktor der russisch-sibirischen Reise war die hohe Geschwindigkeit, die die adĂ€quate Aufnahme und schriftliche Fixierung von Beobachtungen und Messungen erschwerte. Hatten Humboldt und Bonpland bei der amerikanischen Reise rund 8.000 Kilometer in fĂŒnf Jahren zurĂŒckgelegt, war es nun mehr als die doppelte Strecke in acht Monaten. Die damit verbundene Verdichtung der wissenschaftlichen Arbeit wirkte sich auf die Art der Reisenotizen und deren anschlieĂende Aufarbeitung entsprechend aus.cite-ref-104[104]
Zar Nikolaus I. und sein Finanzminister hatten Humboldt in diskreter Kenntnis seiner unterdessen prekĂ€ren Finanzsituation fĂŒr die Expedition mit 20.000 Rubeln groĂzĂŒgig ausgestattet, ohne dass er darĂŒber hĂ€tte Rechenschaft ablegen sollen. Gleichwohl hat Humboldt das gute Drittel dieser Mittel, das nicht verbraucht worden war, zurĂŒckgegeben. Seine Anregung, das eingesparte Geld fĂŒr weitere Forschungsunternehmen zu verwenden, wurde befolgt. In die gleiche Richtung zielte der die Expeditionserfahrungen zusammenfassende Vortrag Humboldts am 28. November 1829 vor der russischen Wirtschaftselite in Gegenwart des Königs und anderer Honoratioren, in dem er unter anderem appellierte:
âEin Land, das sich ĂŒber mehr als 135 LĂ€ngengrade erstreckt, von der fruchtbaren Zone der OlivenbĂ€ume bis zu den Landstrichen, wo der Boden nur noch mit flechtenartigen Pflanzen bedeckt ist, kann mehr als jedes andere das Studium der AtmosphĂ€re, die Erkenntnisse ĂŒber die durchschnittliche Jahrestemperatur und, was noch wichtiger fĂŒr den Zyklus der Vegetation ist, das Studium der Verteilung der JahreswĂ€rme auf die verschiedenen Jahreszeiten vorantreiben. [âŠ] Wenn die variierenden Isothermen oder Linien gleicher WĂ€rme auf Grund prĂ€ziser Beobachtungen aufgezeichnet werden und dies mindestens fĂŒnf Jahre lang im europĂ€ischen Russland und in Sibirien fortgefĂŒhrt wird, wenn sie verlĂ€ngert werden bis zu den westlichen KĂŒsten Amerikas [âŠ], dann wird die Wissenschaft von der Verteilung der WĂ€rme auf der ErdoberflĂ€che und in den Schichten, die unserer Forschung zugĂ€nglich sind, auf soliden Grundlagen basieren.â
TatsĂ€chlich lieĂ die russische Regierung in der Folge ein Netz von Messstationen anlegen, die unter anderem Luftdruck, Temperatur, Windrichtung und Niederschlagsmengen erfassten. Die so ermittelten Daten dienten Humboldt dann wiederum als empirische Grundlage fĂŒr die einschlĂ€gigen Betrachtungen in seinem 1843 erschienenen Werk ĂŒber Zentralasien.
Im Vergleich zur amerikanischen Forschungsreise zeigte sich Humboldt im Nachgang von der Russlandexpedition deutlich weniger inspiriert. Hier schwang wohl die EnttĂ€uschung mit, dass es ihm versagt geblieben war, nach den amerikanischen auch die Tropenregionen Asiens oder Afrikas noch erkunden zu können. Flora und Fauna des Urals wirkten auf ihn nicht sonderlich reizvoll, sondern ermĂŒdend monoton nach Art der Berliner Vegetation und des Berliner Tierlebens: âSibirien ist die Fortsetzung der Hasenheide.âcite-ref-105[105] Doch diente Humboldt diese zweite und letzte groĂe Forschungsreise, der die Publikation Asie centrale folgte, zur DurchfĂŒhrung eines Vergleichs der HemisphĂ€ren auf der Basis von Analogie und Kontrast. Sie legte damit die âentscheidenden Voraussetzungenâ fĂŒr sein Modell einer physischen Weltbeschreibung im Kosmos.cite-ref-106[106]
Gratwanderer zwischen Hofdienst und Wissenschaftsbetrieb (1830â1859)
Zum Jahreswechsel 1829/30 zurĂŒck in Berlin, sah sich Humboldt im Wesentlichen vor drei Aufgaben gestellt: seine dienstlichen Verpflichtungen bei Hofe, seine wissenschaftspolitische TĂ€tigkeit sowie die FortfĂŒhrung und Vollendung des Reisewerks.cite-ref-107[107] Das Angebot, Direktor des von Karl Friedrich Schinkel erbauten Museums zu werden, wies er seinem Bruder gegenĂŒber als fĂŒr ihn unpassend empört zurĂŒck.cite-ref-108[108] Seinen Interessen entgegen kamen vielmehr die insgesamt acht diplomatischen Missionen, auf die er von seinen beiden Königen in dem Zeitraum bis 1848 nach Paris entsandt wurdecite-ref-109[109] und die er jeweils nebenbei fĂŒr seine wissenschaftlichen Kontakte und Arbeiten nutzen konnte. Als ein der Reaktion verhasster Republikaner und Freigeistcite-ref-110[110] konnte der am preuĂischen Hof von der Gunst seiner Könige abhĂ€ngige Humboldt politisch zwar nur wenig Einfluss nehmen. Doch in manchen Bereichen öffentlichen Handelns wie Kunstförderung, wissenschaftliche Berufungen oder UnterstĂŒtzung technologischer und industrieller Innovationen hatte der international renommierte Wissenschaftler, mit dem der preuĂische Hof glĂ€nzen konnte, das Vertrauen seiner Monarchen. âWas Humboldt in seiner dritten Lebensphase, die ein drittes Mal knappe 30 Jahre umfassen sollte, fĂŒr den wissenschaftlichen und kulturellen Aufstieg Berlins tatâ, so Ottmar Ette, âkann kaum ĂŒberschĂ€tzt werden.âcite-ref-111[111]
Seit seiner RĂŒckkehr nach Berlin 1827 war Alexander von Humboldt regelmĂ€Ăiger Gast der königlichen Tafel und war gehalten, der Hofgesellschaft abends vorzulesen und VortrĂ€ge zu halten.cite-ref-112[112] Als Kammerherr war er von 1835 bis zur Thronbesteigung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm 1840 auch dessen Vorleser. In seiner Sommerresidenz Schloss Charlottenhof lieĂ der Kronprinz fĂŒr ihn das âZeltzimmerâ einrichten.cite-ref-113[113]
Humboldt machte aus seiner Lage weiterhin das Beste â unterdessen bereits fĂŒr die nachfolgenden Generationen â, indem er nicht nur seine wissenschaftliche und publizistische Arbeit fortsetzte, sondern aufgrund seines enorm verzweigten Beziehungsgeflechts weit ĂŒber PreuĂen und Deutschland hinaus zum wichtigsten Koordinator wissenschaftlichen MĂ€zenatentums wurde. Die Förderung von Nachwuchsforschern wurde fĂŒr Humboldt zu einem wichtigen Anliegen; so unterstĂŒtzte er zum Beispiel den SĂŒdamerika-Forscher Hermann Burmeister, den Mathematiker Gotthold Eisenstein und den Ăgyptologen Heinrich Brugsch. FĂŒr diese Funktion war die NĂ€he des Königs von ausschlaggebender Bedeutung. 1827 ernannte Friedrich Wilhelm III. Alexander von Humboldt zum PrĂ€sidenten einer Kommission zur PrĂŒfung der UnterstĂŒtzungsgesuche von Gelehrten und KĂŒnstlern. Als Friedrich Wilhelm IV. 1842 den Orden âPour le mĂ©riteâ fĂŒr Wissenschaften und KĂŒnste stiftete, machte er Humboldt zu dessen Kanzler und folgte bei der Berufung der 30 deutschen und 25 auslĂ€ndischen Mitglieder zumeist seinen VorschlĂ€gen.cite-ref-114[114] Auf Einladung des preuĂischen Königs nahm Humboldt auch an der Kölner Dombaufeier im September 1842, die den Beginn der Fertigstellung des Doms als ein nationales Ereignis inszenierte, sowie auch beim Dombaufest im August 1848 teil.cite-ref-115[115]
Im Januar 1848 kehrte Humboldt kurz vor Ausbruch der Februarrevolution in Paris von seiner letzten diplomatischen Mission nach Berlin zurĂŒck. Hier wurde er Zeuge der MĂ€rzrevolution. Nachdem Friedrich Wilhelm IV. am 21. MĂ€rz mit einer schwarz-rot-goldenen Armbinde durch die Stadt geritten war und er und seine Minister Ansprachen gehalten hatten, wĂŒnschte das Volk, Alexander von Humboldt auf dem Balkon des Schlosses zu sehen. Humboldt erschien, hielt aber keine Rede, sondern verbeugte sich nur stumm.cite-ref-116[116] Am Folgetag reihte sich der bald AchtzigjĂ€hrige in den Zug ein, der die 183 zivilen Opfer vom Gendarmenmarkt am Schloss vorbei zum Friedhof der MĂ€rzgefallenen geleitete.cite-ref-117[117] Humboldt vermied allerdings ein klares, öffentliches Bekenntnis zur Revolution und lĂ€sst sich nicht als Demokrat oder Republikaner kategorisieren, wie Andreas W. Daum gegen Ottmar Ette betont hat.cite-ref-118[118] Humboldt war demnach zwar an einer liberalen Rechtsordnung interessiert, blieb aber ambivalent in seinen politischen ĂuĂerungen (und sein PolitikverstĂ€ndnis stark personalisiert). An einem Konflikt mit dem Monarchen war ihm nicht gelegen.
Letzte Jahre, Tod, Beisetzung und Nachlass
Im MĂ€rz 1857 erfuhr Alexander von Humboldt die spĂ€te Genugtuung, dass der PreuĂische Landtag ein gegen die Sklaverei gerichtetes Gesetz beschloss, fĂŒr das er sich sehr eingesetzt hatte:cite-ref-119[119] âSklaven werden von dem Augenblicke an, wo sie PreuĂisches Gebiet betreten, frei. Das Eigentumsrecht des Herrn ist von diesem Zeitpunkte ab erloschen.âcite-ref-120[120]
Sein Vermögen hatte Humboldt bereits mit der kostspieligen Publikation seines Reisewerks aufgebraucht. Nach der RĂŒckkehr als Kammerherr bei Hofe nach Berlin hatte er Darlehen bei der preuĂischen Seehandlungsgesellschaft und im Bankhaus Mendelssohn & Co. aufgenommen, fĂŒr deren Tilgung seine Berliner Einnahmen aber nicht ausreichten. Manchmal sah sich Humboldt auĂerstande, seinem Hausbediensteten Johann Seifert, der ihm wĂ€hrend drei Jahrzehnten zur Seite stand, das SalĂ€r zu zahlen. Humboldt setzte ihn schlieĂlich zu seinem Erben ein. Nach einem Schlaganfall im Februar 1857 bat er den König darum, seine Verbindlichkeiten gegenĂŒber dem Bankhaus Mendelssohn zu ĂŒbernehmen, um seine Hinterlassenschaft fĂŒr Seifert zu sichern, und erhielt dafĂŒr die nach seinem Tod eingelöste Zusage.cite-ref-121[121] In den beiden ihm verbliebenen Lebensjahren brauchte Humboldt seinen Dienst als Kammerherr des Königs nicht mehr zu verrichten; Friedrich Wilhelm IV. erkrankte selbst schwer und suchte in Italien Heilung, wĂ€hrend Wilhelm I. die Regentschaft ĂŒbernahm. Humboldt konzentrierte sich auf die weitere Arbeit am Kosmos.cite-ref-122[122]
Am 6. Mai 1859 starb Alexander von Humboldt in seiner Wohnung, umsorgt von seiner Nichte Gabriele von BĂŒlow, nachdem er seit dem 21. April das Bett nicht mehr hatte verlassen können. Vier Tage spĂ€ter erlebte Berlin einen Tag wirklicher Volkstrauer. Die Menge, die dem Leichenzug von Humboldts letzter WohnstĂ€tte in der Oranienburger StraĂe 67 zum Dom folgte, wo der Trauergottesdienst fĂŒr den Berliner EhrenbĂŒrger stattfand, war nach zeitgenössischen Berichten nur mit der zu vergleichen, die die MĂ€rzgefallenen begleitet hatte.cite-ref-123[123] In der folgenden Nacht wurde der Sarg in den Park von Schloss Tegel gebracht, wo Alexander von Humboldt am 11. Mai im Familiengrab beigesetzt wurde.cite-ref-124[124]
Da die preuĂische Regierung sich weigerte, Humboldts nachgelassene Bibliothek zu erwerben, verkaufte Seifert sie nach London, wo sie einige Jahre spĂ€ter zum gröĂten Teil einem Feuer zum Opfer fiel.cite-ref-125[125] Humboldts wissenschaftlicher Nachlass gelangte zum groĂen Teil an die PreuĂische Akademie der Wissenschaften und die Staatsbibliothek zu Berlin. Aufgrund von kriegsbedingten Auslagerungen der Staatsbibliothek befindet sich ein Teil dieses Nachlasses heute in der Jagiellonischen Bibliothek in Krakau.cite-ref-126[126] An der Akademie der Wissenschaften der DDR beschĂ€ftigte sich ab den 1960er Jahren die Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle mit der ErschlieĂung und Herausgabe des Nachlasses; dies wird nunmehr von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften fortgefĂŒhrt.
Nachwirkung
âKosmosâ â die Lebenssumme
â
Hauptartikel
:
Kosmos (Humboldt)
Die enorme PopularitĂ€t, die Alexander von Humboldt ĂŒber den Tod hinaus auszeichnete, lag nicht zuletzt in dem Werk begrĂŒndet, dem er sich seit 1834 und in den ihm dann bleibenden zweieinhalb Jahrzehnten gewidmet hatte: Einer Gesamtschau der wissenschaftlichen Welterforschung, die von 1845 bis 1862 unter dem Titel Kosmos in fĂŒnf BĂ€nden erschien. Damit gelang es ihm, die Vision zu verwirklichen, die ihm von Beginn seiner Naturforscher-TĂ€tigkeit an vorschwebte und als Richtschnur seines Handelns alle wichtigen Entscheidungssituationen bestimmte. An Varnhagen von Ense, der ihn bei der sprachlichen Gestaltung beraten sollte, schrieb er 1834: âIch habe den tollen Einfall, die ganze materielle Welt, alles was wir heute von den Erscheinungen der HimmelsrĂ€ume und des Erdenlebens, von den Nebelsternen bis zur Geographie der Moose auf den Granitfelsen, wissen, alles in Einem Werke darzustellen, und in einem Werke, das zugleich in lebendiger Sprache anregt und das GemĂŒth ergötzt.âcite-ref-127[127]
Im Vorwort zu dem Gesamtwerk erlÀuterte Alexander von Humboldt der Leserschaft, welche Anstrengungen es ihn gekostet hatte, um eine so komplexe Materie zu entfalten:
âIch ĂŒbergebe am spĂ€ten Abend eines vielbewegten Lebens dem deutschen Publikum ein Werk, dessen Bild in unbestimmten Umrissen mir fast ein halbes Jahrhundert lang vor der Seele schwebte. In manchen Stimmungen habe ich dieses Werk fĂŒr unausfĂŒhrbar gehalten: und bin, wenn ich es aufgegeben, wieder, vielleicht unvorsichtig, zu demselben zurĂŒckgekehrt. Ich widme es meinen Zeitgenossen mit der SchĂŒchternheit, die ein gerechtes MiĂtrauen in das MaaĂ meiner KrĂ€fte mir einflöĂen muss. Ich suche zu vergessen, daĂ lange erwartete Schriften gewöhnlich sich minderer Nachsicht zu erfreuen haben.âcite-ref-128[128]
Er hatte allerdings fĂŒr dieses Projekt einen so ausgiebigen Anlauf genommen, dass zum Beispiel der Ă€ltere Bruder Wilhelm zwar bereits frĂŒh viel von seinen FĂ€higkeiten hielt, ĂŒber lange Zeit aber nicht viel auf seinen Forschungsansatz gab: âMan kommt der Natur darum nicht nĂ€her, wenn man aus der zivilisierten Welt herausgeht.â Er lieĂ sich aber durch Alexander eines Besseren belehren und war schlieĂlich seinerseits Ă€uĂerst beeindruckt von dessen VortrĂ€gen in der Singakademie, denen Wilhelm mit seiner Familie beiwohnte. Der Titel Kosmos fĂŒr Alexanders Bilanzierungsvorhaben entsprang dem gemeinsamen Nachdenken beider. In der komplementĂ€ren Breite ihres Wirkens ohnehin, hier aber auch in innerer Ăbereinstimmung haben sie âdas Jahrhundert brĂŒderlich in den Arm genommenâ (RĂŒbe).
LĂ€ngst vor dem Bruder hatte Alexander bei Begegnungen in Jena und Weimar Johann Wolfgang von Goethe fĂŒr seine Forschungsmethode gewonnen. Der schrieb ihm 1795: âDa Ihre Beobachtungen vom Element, die meinigen aber von der Gestalt ausgehen, so können wir nicht genug eilen, uns in der Mitte zu begegnen.â Diesen Impuls hat der 20 Jahre JĂŒngere aufgenommen und im Kosmos schlieĂlich glĂ€nzend zur Geltung gebracht:
âDie Natur ist fĂŒr die denkende Betrachtung Einheit in der Vielheit, Verbindung des Mannigfaltigen in Form und Mischung, Inbegriff der Naturdinge und NaturkrĂ€fte, als ein lebendiges Ganze. Das wichtigste Resultat des sinnigen physischen Forschens ist daher dieses: in der Mannigfaltigkeit die Einheit zu erkennen, von dem Individuellen alles zu umfassen, was die Entdeckungen der letzteren Zeitalter uns darbieten, die Einzelheiten prĂŒfend zu sondern und doch nicht ihrer Masse zu unterliegen, der erhabenen Bestimmung des Menschen eingedenk, den Geist der Natur zu ergreifen, welcher unter der Decke der Erscheinungen verhĂŒllt liegt. Auf diesem Wege reicht unser Bestreben ĂŒber die enge Sinnenwelt hinaus, und es kann uns gelingen, die Natur begreifend, den rohen Stoff empirischer Anschauung gleichsam durch Ideen zu beherrschen.âcite-ref-130[130]
Die wissenschaftliche Naturforschung wird hier zusammengefĂŒhrt mit dem Denken Goethes und des Bruders Wilhelm. Zugleich wird auf die Unabdingbarkeit eines empirischen Fundaments verwiesen:
âAus unvollstĂ€ndigen Beobachtungen und noch unvollstĂ€ndigeren Inductionen entstehen irrige Ansichten von dem Wesen der NaturkrĂ€fte, Ansichten, die, durch bedeutsame Sprachformen gleichsam verkörpert und erstarrt, sich, wie ein Gemeingut der Phantasie, durch alle Classen einer Nation verbreiten. Neben der wissenschaftlichen Physik bildet sich dann eine andere, ein System ungeprĂŒfter, zum Theil gĂ€nzlich miĂverstandener Erfahrungs-Kenntnisse. Wenige Einzelheiten umfassend, ist diese Art der Empirik um so anmaĂender, als sie keine der Thatsachen kennt, von denen sie erschĂŒttert wird. Sie ist in sich abgeschlossen, unverĂ€nderlich in ihren Axiomen, anmaĂend wie alles BeschrĂ€nkte; wĂ€hrend die wissenschaftliche Naturkunde, untersuchend und darum zweifelnd, das fest ErgrĂŒndete von dem bloĂ Wahrscheinlichen trennt, und sich tĂ€glich durch Erweiterung und Berichtigung ihrer Ansichten vervollkommnet.âcite-ref-131[131]
Manche der Einsichten, zu denen Alexander von Humboldt in seinem SpÀtwerk gelangt ist, gelten fort:
âWissen und Erkennen sind die Freude und die Berechtigung der Menschheit; sie sind Theile des National-Reichthums, oft ein Ersatz fĂŒr die GĂŒter, welche die Natur in allzu kĂ€rglichem MaaĂe ausgetheilt hat. Diejenigen Völker, welche an der allgemeinen industriellen ThĂ€tigkeit, in Anwendung der Mechanik und technischen Chemie, in sorgfĂ€ltiger Auswahl und Bearbeitung natĂŒrlicher Stoffe zurĂŒckstehen, bei denen die Achtung einer solchen ThĂ€tigkeit nicht alle Classen durchdringt, werden unausbleiblich von ihrem Wohlstande herabsinken. Sie werden es um so mehr, wenn benachbarte Staaten, in denen Wissenschaft und industrielle KĂŒnste in regem Wechselverkehr mit einander stehen, wie in erneuerter Jugendkraft vorwĂ€rts schreiten.âcite-ref-132[132]
Damit sind die methodischen Grundpfeiler des Humboldtschen Forscherlebens wie seines SpĂ€twerkes Kosmos erfasst, das mit einer damaligen Gesamtauflage von 87.000 Exemplaren als Bestseller Epoche machte. Es wurde von Studenten, Wissenschaftlern, KĂŒnstlern und Politikern gelesen. Humboldts deutscher Verleger meldete Rekordbestellungen fĂŒr den Kosmos, die sogar diejenigen fĂŒr Goethes Faust ĂŒbertrafen. In England wurden innerhalb von vier Jahren drei konkurrierende englische Ăbersetzungsausgaben der beiden ersten KosmosbĂ€nde veröffentlicht; 1849 waren rund 40.000 englische Exemplare verkauft, dazu viele Tausend in den USA.cite-ref-133[133]
Obwohl der Verkaufserfolg und die Rezeption des Werkes seine auĂerordentliche PopularitĂ€t belegen, ist das Werk wegen seiner schwierigen Textgestaltung nur bedingt als populĂ€res Werk anzusehen. âDer Text wies alle idealtypischen Merkmale der Wissenschaftsprosa auf: lange und oft fremdsprachige Zitate, Forschungsdiskussionen, Anmerkungen, etymologische Exkurse, eine groĂe Menge von Daten und Zahlen und historische EinschĂŒbe bestimmen das Gesamtbild.â Nachdem das Werk vorlag, erschienen ausgehend von diesem eine Vielzahl kĂŒrzerer popularisierender naturhistorischer Schriften, die oft den Begriff Kosmos im Titel trugen. Alexander von Humboldt selbst trug sich zeitweise mit dem Gedanken â vor allem aus finanziellen GrĂŒnden â, eine Kurzfassung als Microkosmos zu verfassen.cite-ref-134[134]
Weltwissenschaftler
Alexander von Humboldts Denken war in einem umfassenden Sinn auf die Welt im Ganzen gerichtet. Dabei unterscheidet der Humboldt-Forscher Ottmar Ette drei wesentliche Bedeutungsebenen, nĂ€mlich die auf das Weltall bezogene kosmische, dazu eine planetarische, die unter anderem den Welthandel einschlieĂt, sowie eine philosophisch-abstrakte Dimension, die etwa als Weltanschauung begegnet.cite-ref-135[135] Humboldts Forscherinteresse und Wissenschaftskonzeption waren nicht allein auf die jeweiligen GegenstĂ€nde gerichtet, sondern wurden zur kosmopolitischen Wissenschaft aufgrund ihrer ethischen Fundierung und der an den Interessen der gesamten Menschheit ausgerichteten politischen Verantwortlichkeit.cite-ref-136[136] Wissenschaftliche Interessen und die des Literaten gingen bei Humboldt nach eigenem Bekunden Hand in Hand. âĂsthetikâ, so Ette, âist fĂŒr Humboldt keine bloĂe Zierde oder schöne Dreingabe, sondern ein eigenes spezifisches VerknĂŒpfungswissen, das alles mit allem zu verbinden vermag.âcite-ref-137[137]
Als Forscher setzte Humboldt auf weltweite Vernetzung und förderte sie nach KrÀften durch eigene Korrespondenz und als Organisator von Begegnung und Ergebnisaustausch unter Wissenschaftlern. Seine vielfÀltigen Leistungen und Wirkungsbereiche trugen ihm höchste Anerkennung in aller Welt ein:
âIn Frankreich, wo er jahrzehntelang an seinem Reisewerk arbeitete, erwarb er sich den Ruf, âder gröĂte Gelehrte des Jahrhundertsâ und âder Aristoteles der Moderneâ zu sein; in Mexiko, wo er durch seinen Essai politique sur le Royaume de la Nouvelle-Espagne stark auf das nationale SelbstverstĂ€ndnis und die UnabhĂ€ngigkeit von Spanien einwirkte, wurde er (als einziger AuslĂ€nder) kurz nach seinem Tod, im Juli 1859, von StaatsprĂ€sident Benito JuĂĄrez zum âBenemĂ©rito de la Patriaâ erklĂ€rt; und in Deutschland, wo er schon bald nach seiner RĂŒckkehr als âzweiter Entdecker Amerikasâ gefeiert wurde, verehrte man in ihm die wissenschaftliche AutoritĂ€t seiner Zeit.âcite-ref-138[138]
Forschungshorizont
Zu den Wissenschaftsbereichen, zu denen Alexander von Humboldt Grundlegendes beigetragen hat, zĂ€hlt Ette Anatomie, Altertumswissenschaft, Botanik, Geologie, Geschichtswissenschaft, Mathematik, Philologie, Astronomie und Zoologie. Bezeichnend fĂŒr Humboldts Forschungsansatz, heiĂt es bei Ette, sei disziplinenĂŒbergreifendes Querdenken und auf das Ganze gerichtetes Zusammendenken, das sich keineswegs im Messen und in der Datenerhebung zu statistischen Zwecken verloren habe.cite-ref-139[139]
âDie Horizonte seines Denkens waren offen â so offen wie nur selten in der Geschichte des abendlĂ€ndischen Denkens. Wissenschaft und Bildung sollten keine Bildungsbrocken aufhĂ€ufen: Wirkliche Bildung zielte fĂŒr Alexander von Humboldt vielmehr auf eine Kernkompetenz: die FĂ€higkeit zum Zusammendenken. Sie bildet die entscheidende Grundlage eines Zusammenlebens in wechselseitiger Achtung der Differenz. Nicht nur in der Natur ist fĂŒr Humboldt alles Wechselwirkung.âcite-ref-140[140]
Sein die Natur- und Geisteswissenschaften sowohl in ihren jeweiligen Forschungsmethoden respektierender als auch gezielt untereinander vernetzender Ansatz dĂŒrfte wohl am ehesten geeignet sein, wissenschaftlichem Arbeiten jene Problemlösungskompetenz und jenes öffentliche Gehör zu erschlieĂen, ohne die es oft fruchtlos bleibt. âReisen und forschenâ, resĂŒmiert RĂŒdiger Schaper, âkommunizieren und schreiben, die Welt als globales Geschehen am jeweiligen Ort durchdringen und immer in Bewegung sein, den Informationsfluss beschleunigen: Das ist die Humboldt-Formel.âcite-ref-141[141]
Humboldts Kosmos erwuchs nicht zuletzt aus dem stĂ€ndigen direkten und persönlichen Austausch ĂŒber die Grenzen der Disziplinen hinweg und ermöglichte ihm die Einbeziehung spezialisierter WissensbestĂ€nde auch solcher Fachrichtungen, deren Erkenntnisse ihm wichtig waren, obwohl er sie selbst nicht vertieft betreiben konnte. Bei aller KomplexitĂ€t und ganzheitlichen Orientierung seines Forschens blieb Humboldt sich jedoch der LĂŒckenhaftigkeit und VorlĂ€ufigkeit der eigenen Ergebnisse bewusst. So schreibt er im zweiten Band des Kosmos:
âDurch den Glanz neuer Entdeckungen angeregt, mit Hoffnungen genĂ€hrt, deren TĂ€uschung oft spĂ€t erst eintritt, wĂ€hnt sich jedes Zeitalter dem Culminationspunkt im Erkennen und Verstehen der Natur nahe gelangt zu sein. [âŠ] Belebender und der groĂen Idee von der Bestimmung unseres Geschlechtes angemessener ist die Ăberzeugung, daĂ der eroberte Besitz nur ein sehr unbetrĂ€chtlicher Theil von dem ist, was bei fortschreitender ThĂ€tigkeit und gemeinsamer Ausbildung die freie Menschheit in den kommenden Jahren erringen wird. Jedes Erforschte ist nur eine Stufe zu etwas Höherem in dem verhĂ€ngniĂvollen Laufe der Dinge.âcite-ref-142[142]
Vernetzungsprinzip
âWenn unser Jetztzeitalter das Netzzeitalter istâ, schreibt Ette, âdann ist Alexander von Humboldt gewiĂ dessen wissenschaftlicher Vordenker.âcite-ref-143[143] WĂ€hrend der ZwanzigjĂ€hrige sich noch als âFremdling zwischen den Wissenschaftenâ gesehen hatte,cite-ref-144[144] wurde er nach seiner RĂŒckkehr von der Amerikareise zum unermĂŒdlichen Kommunikator von WechselbezĂŒgen zwischen den Disziplinen. Mehr als 30.000 Briefe Alexander von Humboldts zeugen davon, dass er weltweit wissenschaftliche Korrespondenzen unterhielt,cite-ref-145[145] die einerseits Zugang zu den jeweiligen regionalen WissensbestĂ€nden und Forschungsergebnissen verschafften und die andererseits dazu dienten, das Spezialwissen einzelner Wissenschaftsbereiche zu sammeln und zu den Fragehorizonten der vielfĂ€ltigen eigenen Forschung in Beziehung zu setzen.cite-ref-146[146] Die persönlichen Begegnungen in Salons und im gesellschaftlichen Verkehr dienten Humboldt auch zu eigener Fortbildung. Der Austausch mit seinen Besuchern in Paris und Berlin verlief oft so intensiv, dass Humboldt die Gewohnheit angenommen hatte, seine GesprĂ€chspartner hinterher noch stundenlang nach Hause zu begleiten, was diese umgekehrt erwiderten. Aus solchen GesprĂ€chen und der brieflichen Korrespondenz, meint Meyer-Abich, habe Humboldt von seinen wissenschaftlichen Freunden wahrscheinlich mehr erfahren als aus der LektĂŒre ihrer Schriften: âOhne das GesprĂ€ch und ohne die Salons ist Humboldts Existenz unvorstellbar.âcite-ref-147[147]
Humboldts Publikationen zeigen, dass dieser aus vielen Quellen gespeiste Forschungsprozess dazu beitrug, einmal entwickelte Sichtweisen zu ĂŒberprĂŒfen und ggf. zu korrigieren:
âAuf diese Weise entsteht ein offenes, neue Untersuchungsergebnisse und Einsichten möglichst rasch einbeziehendes Forschungs- und Diskussionsklima, in dem Wissen nicht als statischer Besitz eines einzelnen, sondern als dynamischer Prozess einer Gemeinschaft verstanden wird. Die Vielzahl unterschiedlicher Perspektivierungen und Ansichten der dargestellten GegenstĂ€nde wird stĂ€ndig durch neue Einsichten angereichert, die durch eigene Untersuchungen oder durch die Forschungen anderer erzielt wurden.âcite-ref-148[148]
Zu zeitgenössischen Sichtweisen, in denen die Kulturen der amerikanischen Völker als primitiv herabgewĂŒrdigt wurden, entwickelte Alexander von Humboldt ein nuanciertes Gegenbild. Zwar diente ihm wie seinem Bruder die antike griechische Kultur neuhumanistisch-zeittypisch als maĂstĂ€bliches, unerreichbares Vorbild, doch gelang es ihm nach Ette, âdas fĂŒr eine bestimmte Region Spezifische herauszuarbeiten und mit Prozessen in Verbindung zu bringen, die fĂŒr die ganze Menschheit von Bedeutung sind. [âŠ] Die kulturvergleichende Perspektivik Humboldts ist transareal, das VerstĂ€ndnis der Kulturen selbst aber interkulturell geprĂ€gt.âcite-ref-149[149]
Alexander von Humboldts FĂ€higkeit zum vernetzenden Denken und Forschen hat in seinem Schrifttum zu mancherlei ĂŒberraschenden Vergleichen gefĂŒhrt, zu einer von AuĂenstehenden mitunter kritisierten âVergleichswutâ. So hat er beispielsweise Landwirtschaft und Bevölkerungsentwicklung Kubas zu den entsprechenden, aber ganz anderen Bedingungen unterliegenden Daten der Mark Brandenburg in Beziehung gesetzt, um daraus Schlussfolgerungen abzuleiten. Doch auch in so scheinbar willkĂŒrlichen Vergleichen liegt fĂŒr Ette nicht ein bloĂer Ăberschuss der Methode weltweiter Bezugnahmen, sondern ein rhetorisch-literarisches Mittel:
âDer kĂŒhne Vergleich zielt auf die Aktivierung der Leserschaft und beabsichtigt, diese selbst zum stĂ€ndig vergleichenden Denken zu provozieren. Das Fremde soll durch die Kategorien des Eigenen bewusst verfremdet, das Eigene durch jenes Fremde so verĂ€ndert werden, daĂ ein Art AuĂenblick auf das Eigene entsteht. Eigenes und Fremdes sind nicht klar voneinander geschieden: Alles ist vielmehr mit allem verbunden.âcite-ref-150[150]
Lebenswerk als offenes Buch
Charakteristisch fĂŒr Humboldts Forschen und Schreiben ist, dass es an kein Ende gelangt. Vom Reisebericht der amerikanischen Forschungsreise, der nur etwa ein Drittel des gesamten Reiseverlaufs erfasst, ĂŒber die Ansichten der Natur, deren geplanter zweiter Band nicht erschien, die Relation historique und die Asie centrale bis hin zum Kosmos hat Humboldt keines seiner Hauptwerke abgeschlossen. Mitunter hat man das nicht nur bedauert, sondern ihm angekreidet, hat aber ĂŒbergeordnete Gesichtspunkte Humboldts dabei auĂer Acht gelassen: Das Kosmos-Projekt war frĂŒh und blieb immer das angestrebte Ziel und die ausstehende Summe aller seiner ForschungsaktivitĂ€ten und wissenschaftlichen Kontakte. Manches musste er dafĂŒr liegen lassen oder abbrechen, vieles anderen ĂŒbertragen. Dass er mit dem Kosmos jenseits der beiden ersten BĂ€nde, die bereits den Umriss des Ganzen enthielten, nicht fertig wurde, hat die innere Logik fĂŒr sich, dass der Autor sich der prinzipiellen UnabschlieĂbarkeit wissenschaftlichen Erkenntniszuwachses nur zu bewusst war.
âĂber mehr als sieben Jahrzehnte des BĂŒchermachens entstand ein ebenso dichtes wie mobiles Netzwerk an wechselseitigen intratextuellen BezĂŒgen, innerhalb dessen jedem Buch eine je eigene Position, zugleich aber auch eine jeweils spezifische âMachartâ, ein nicht selten experimentelles Verfertigtsein zukommt. Dieser ĂŒber mehrere Generationen von Wissenschaftlern hinweg entstandene Gesamttext bildet gewiĂ so etwas wie eine intellektuelle Biographie Humboldts, zugleich aber â und vor allem â eine in stetiger Bewegung befindliche Gesamtheit, die nicht durch eine homogene Struktur, sondern vielmehr durch eine fraktale Strukturierung zusammengehalten wird. In jedem âBruchstĂŒckâ leuchtet die Gesamtheit auf.âcite-ref-151[151]
Zu stilistischen Merkmalen und Absichten seines Schreibens hat Alexander von Humboldt sich gegenĂŒber Varnhagen von Ense selbst geĂ€uĂert:
âDie Hauptgebrechen meines Stils sind eine unglĂŒckliche Neigung zu allzu dichterischen Formen, eine lange Partizipial-Konstruktion und ein zu groĂes Konzentriren vielfacher Ansichten, GefĂŒhle in Einen Periodenbau. Ich glaube, daĂ diese meiner IndividualitĂ€t anhangenden Radikal-Ăbel durch eine daneben bestehende ernste Einfachheit und Verallgemeinerung (ein Schweben ĂŒber der Beobachtung, wenn ich eitel so sagen dĂŒrfte) gemindert werden. Ein Buch von der Natur muĂ den Eindruck wie die Natur selbst hervorbringen. Worauf ich aber besonders in meinen Ansichten der Natur geachtet, [âŠ] ich habe gesucht, immer wahr beschreibend, bezeichnend, selbst scientifisch wahr zu sein, ohne in die dĂŒrren Regionen des Wissens zu gelangen.âcite-ref-152[152]
Das Fragmentarisch-VorlĂ€ufige seiner Forschung, die Nichtrealisierung weiterer Vorhaben und die UnabschlieĂbarkeit der eigenen Schriften hat Humboldt selbst lebhaft empfunden und in einem wohl zwischen Genugtuung und Melancholie schwebenden Statement zur Sprache gebracht:
âDies ist das Schicksal des Menschen: Man erreicht das Ende des eigenen Lebens und vergleicht, nicht ohne Traurigkeit, das Wenige, das man hervorgebracht hat, mit all jenem, was man hĂ€tte unternehmen wollen, um das Reich der Wissenschaften zu erweitern.âcite-ref-153[153]
Vordenker einer globalisierten Wissenschaft
Das aktuelle Orientierungspotential, das von Alexander von Humboldts Art zu forschen im Zeitalter eines beschleunigten Wandels der Ăkonomie, der Ăkosysteme und der Gesellschaften sowie einer durchgreifenden Globalisierung ausgeht, ist ebenso vielfĂ€ltig wie bedeutsam. FĂŒr âauch heute noch lĂ€ngst nicht abgegoltenâ hĂ€lt Ette die alle Einzelwissenschaften querende Wissenschaftskonzeption Alexander von Humboldts. Dessen von stĂ€ndigen Bewegungen zwischen den Kontinenten und Kulturen, Sprachen und Spezialisierungen geprĂ€gter Wissenschaftsansatz sei vorbildlich geeignet zu einer Ăberwindung unfruchtbarer AbschlieĂungstendenzen etwa zwischen Spezial- und Grundlagenforschung.cite-ref-154[154]
Andrea Wulf akzentuiert einen weiteren programmatischen Ansatz Humboldts, indem sie ihn aus einem Brief an Goethe zitiert: âDie Natur muss gefĂŒhlt werden.â Humboldt habe einerseits 42 wissenschaftliche Instrumente quer durch Lateinamerika geschleppt und alles nur Vorstellbare gemessen. Andererseits habe er jedoch betont, dass GefĂŒhle im Umgang mit der Natur genauso wichtig seien.cite-ref-155[155]
Das von Humboldt weltweit vorangetriebene Netzwerk korrespondierender Wissenschaftler und die Schnelligkeit der Umsetzung eingeholter Informationen in Humboldts Schriften zeugten von der EffektivitÀt dieses Forschungskonzepts.
âHumboldt selbst ĂŒberspielt dabei die raschen VerĂ€nderungen seines (veröffentlichten) Wissenstands keineswegs, sondern unterstreicht vielmehr den Charakter seines Buches als eines âwork in progressâ, das den jeweils aktuellsten Forschung- und Reflexionsstand wiederzugeben versucht. [âŠ] Die wiederholte Betonung, ja geradezu Inszenierung der VorlĂ€ufigkeit und Unabgeschlossenheit aller Forschungsergebnisse ist bei Humboldt zweifellos ein Zeichen intellektueller Redlichkeit. DarĂŒber hinaus aber ist sie nicht zufĂ€lliger, sondern programmatischer Natur. Humboldt gibt seiner Leserschaft Einblicke in die Entstehung von WissensbestĂ€nden, liefert gleichsam Momentaufnahmen wissenschaftlicher Erkenntnisprozesse [âŠ].âcite-ref-156[156]
Popularisierung bzw. Demokratisierung wissenschaftlicher Erkenntnisweisen gehörten demnach gleichfalls zu den von Humboldt in seinen Schriften verfolgten Zielen. Neben vielfĂ€ltiger Differenzierung bei der Untersuchung von Multiparametersystemen wie Klima oder Gebirgsbildung war Humboldt auf der Darstellungsebene stets bemĂŒht, âkomplexe ZusammenhĂ€nge möglichst einfach und in ihren GrundzĂŒgen ĂŒberschaubar und nachvollziehbar zu machenâ.cite-ref-157[157] Zwar ist Humboldts Name nicht mit einer bestimmten epochalen Entdeckung oder Theorie verbunden; doch ist es fĂŒr RĂŒdiger Schaper Alexander von Humboldt, der sich als âflexible Projektionsfigurâ anbietet, wenn es um die Reflexion wichtiger Zukunftsfragen wie Klimawandel, Globalisierung, Menschenrechte oder eine humane Wissenschaft geht: âDer Humboldt-Code ist ein UniversalschlĂŒssel.âcite-ref-158[158]
Arbeiten zum Magnetismus
Alexander von Humboldt unternahm um 1795 erste magnetische Beobachtungen an Basaltkuppen; 1796 entdeckte er den Magnetismus des Haidbergs im Fichtelgebirge.cite-ref-159[159] Bei der Vorbereitung seiner Amerika-Expedition ĂŒbergab ihm Jean-Charles de Borda GerĂ€te zur Bestimmung von Inklination, Deklination und der IntensitĂ€t des Erdmagnetfelds. Borda regte ihn dazu an, die Lage des magnetischen Ăquators möglichst genau zu bestimmen.cite-ref-kautz-160-0[160] Nach seiner RĂŒckkehr wertete er die magnetischen Ergebnisse in Zusammenarbeit mit Jean-Baptiste Biot in Paris aus.cite-ref-161[161] Seine Resultate betrafen die regionalen, sĂ€kularen und tagesperiodischen VerĂ€nderungen des Erdmagnetfelds.cite-ref-kautz-160-1[160] Humboldt wies nach, dass die IntensitĂ€t des Erdmagnetfelds vom Ăquator zu den Polen hin wĂ€chst und nicht abnimmt, wie bis dato behauptet worden war.cite-ref-rupke-162-0[162]cite-ref-163[163]
Humboldt setzte seine magnetischen Beobachtungen in Berlin in den Jahren 1806/1807 fort und entdeckte in dieser Zeit plötzliche starke MagnetnadelausschlĂ€ge, fĂŒr die er den Begriff âMagnetsturmâ prĂ€gte.cite-ref-rupke-162-1[162] Kurz nach seiner RĂŒckkehr nahm er ab 1828 seine Messungen in einem eisenfreien GartenhĂ€uschen in Berlin wieder auf.cite-ref-biermannsussex-164-0[164] Im Jahre 1826 traf er mit Carl Friedrich GauĂ in dessen Göttinger Sternwarte zusammen; einen Gegenbesuch stattete GauĂ 1828 anlĂ€sslich der Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ărzte in Berlin ab. In dieser Zeit begann eine langjĂ€hrige Zusammenarbeit beider Forscher auf dem Gebiet des Magnetismus. Ihre Ansichten ĂŒber die Art der zu benutzenden GerĂ€te gingen aber teilweise auseinander. WĂ€hrend GauĂ in Göttingen nur mit ortsfesten GerĂ€ten arbeitete, die er zum Teil in Zusammenarbeit mit Wilhelm Weber selbst entwickelt hatte, bevorzugte Humboldt transportable GerĂ€te wie zum Beispiel die Gambeyâsche Bussole, die er auf seinen Reisen benutzte.cite-ref-biermannsussex-164-1[164]
1826 unterbreitete Humboldt dem Herzog von Sussex, damaliger PrĂ€sident der Royal Society, in einem Brief den Vorschlag zur Errichtung eines weltumspannenden Netzes geomagnetischer Stationen im britischen Weltreich, die den Magnetismus unter standardisierten Bedingungen messen sollten; dieser Vorschlag wurde in der Folgezeit umgesetzt.cite-ref-biermannsussex-164-2[164] WĂ€hrend seiner Russland-Expedition im Jahre 1829 fĂŒhrte Humboldt an 27 Orten magnetische Messungen durch. Ein wichtiger Mitarbeiter auf diesem Gebiet war in Russland Adolph Theodor Kupffer, der 1830 im Kaukasus Humboldts Vermutung einer Abnahme der magnetischen Kraft mit der Höhe nachweisen konnte. Humboldt regte in den 1820er Jahren von Paris aus synchrone korrespondierende Messungen in Kasan und St. Petersburg an, die dort von Kupffer vorgenommen wurden. WĂ€hrend seiner Russlandreise setzte er sich 1829 fĂŒr die GrĂŒndung eines Physikalischen Zentralinstituts in Russland zur Forschung auf den Gebieten des Magnetismus und der Meteorologie ein, das spĂ€ter unter der Leitung von Kupffer errichtet wurde.cite-ref-165[165]
Leistungen fĂŒr die Astronomie
Alexander von Humboldt begegnete der Astronomie zunĂ€chst auf dem Gebiet der astronomisch-geodĂ€tischen Ortsbestimmung, deren Methoden er sich aneignete, um auf seinen Reisen die geographischen Koordinaten von Orten in Regionen zu bestimmen, die nicht oder nur unzureichend kartographiert waren. Nach Beendigung seiner Expedition wertete er die Daten in Zusammenarbeit mit Jabbo Oltmanns aus;cite-ref-166[166] von Zeitgenossen wurden sie wegen ihrer Genauigkeit gewĂŒrdigt.cite-ref-167[167]
WĂ€hrend seiner Amerika-Reise beobachtete er in der Nacht vom 11. zum 12. November in CumanĂĄ intensive SternschnuppenfĂ€lle, die aus dem Meteorschwarm der Leoniden stammen. Humboldt gehörte zu den ersten, die die PeriodizitĂ€t der SternschnuppenfĂ€lle erkannten. Seine These, dass diese das Erdmagnetfeld beeinflussen könnten, versuchte er 1837 durch ein Forschungsprogramm vergeblich zu verifizieren. Am sĂŒdlichen Sternenhimmel bestimmte er die Helligkeit und Farbe von Sternen, womit er sich unter die Pioniere dieser astronomischen Methode einreihte.
Die Darstellung des damaligen astronomischen Wissens bildete einen der Schwerpunkte in seinem Kosmos. Zur Datensammlung stand er im Briefwechsel mit zahlreichen Astronomen, besonders Friedrich Wilhelm Bessel, Johann Franz Encke und Heinrich Christian Schumacher, die ihm das gewĂŒnschte Material beschafften. Seine Verbindungen zum König und zur PreuĂischen Regierung nutzte Humboldt zur Förderung astronomischer Projekte und Einrichtungen. An erster Stelle stand dabei die Neuerrichtung der Berliner Sternwarte, die unter der Regie der Königlich PreuĂischen Akademie der Wissenschaften stand.cite-ref-168[168]
Fortschritte in der Geologie und Mineralogie
Bereits vor Beginn seines Studiums an der Bergakademie Freiberg gab der 20-jĂ€hrige Humboldt im Jahr 1790 sein erstes Buch heraus mit dem Titel Mineralogische Beobachtungen ĂŒber einige Basalte am Rhein. Mit vorangeschickten, zerstreuten Bemerkungen ĂŒber den Basalt der Ă€ltern und neuern Schriftsteller. Darin beschĂ€ftigt er sich am Beispiel der Unkeler Basalte, die er im Vorjahr besichtigt hatte, mit der Frage der Entstehung dieses Gesteins.cite-ref-169[169] Er behandelte das Thema vor dem Hintergrund der seinerzeitigen Kontroverse zwischen Neptunisten und Plutonisten. Die Neptunisten waren Geowissenschaftler, die die Bildung sĂ€mtlicher Gesteine, auch der heute als magmatisch bekannten, durch Sedimentation aus dem Meer zu erklĂ€ren versuchten. Den Vulkanismus fassten sie als lokal begrenzte Erscheinungen auf und deuteten die Entstehung vulkanischer Gesteine zum Beispiel als Umwandlung von Sedimenten unter dem Einfluss oberflĂ€chennaher KohlebrĂ€nde. Die Plutonisten gingen hingegen von einer soliden ErdoberflĂ€che ĂŒber einer wenigstens teilweise flĂŒssigen Basis aus. Humboldt diskutierte das Problem auf Grundlage einer breiten Literaturkenntnis und neigte im Resultat der zu dieser Zeit in Deutschland dominierenden neptunistischen Auffassung zu. Ihr einflussreichster und radikalster Vertreter war Abraham Gottlob Werner, Humboldts Lehrer an der Bergakademie Freiberg in den Jahren 1791/1792.cite-ref-wve-170-0[170]
Die Erforschung der Vulkane bildete den geologischen Schwerpunkt von Humboldts lateinamerikanischer Reise, wĂ€hrend der er zahlreiche Vulkane bestieg (wobei er nicht immer den Gipfel bzw. den Kraterrand erreichte) und Gesteinsproben sammelte.cite-ref-hp-171-0[171] Er sah in Gestalt von direkt auf dem Urgestein (zum Beispiel Granit) aufsitzenden Vulkanen Geotope, die ihm aus Deutschland unbekannt waren. Morphologisch unterschied er drei Typen von Vulkanen. Besonders auffĂ€llig war sowohl in Mexiko wie in den sĂŒdamerikanischen Anden der rĂ€umliche Zusammenhang der Vulkane, deren Aufreihung zu regelrechten Ketten. Zudem erkannte er einen Zusammenhang zwischen aktivem Vulkanismus und Erdbeben. Bei der Aufarbeitung des Materials wurde Humboldt die Unhaltbarkeit einer neptunistischen Deutung klar. Er erkannte, dass Vulkane keine lokal begrenzten Strukturformen sind, sondern âgroĂe, tiefbegrĂŒndete Erscheinungenâ, deren Ursachen im hochtemperierten Inneren der Erde liegen mĂŒssen.cite-ref-hp-171-1[171]cite-ref-wve-170-1[170] Wichtige UnterstĂŒtzung fand Humboldt mit diesem Paradigmenwechsel bei dem Geologen Leopold von Buch, wĂ€hrend Goethe trotz der neuen Forschungsergebnisse zeitlebens dem Neptunismus verhaftet blieb.cite-ref-wve-170-2[170]
Italien galt damals als âobligatorischer Ort der empirischen Vulkanstudienâ. Humboldt und Gay-Lussac inspizierten dort 1805 unter anderem verschiedene Mineralsammlungen und bestiegen zusammen mit von Buch dreimal den Vesuv; am 12. August 1805 wurden sie Augenzeugen eines Vesuvausbruchs.cite-ref-172[172]
Im Rahmen der von ihm selbst angeregten Reform der Berliner Akademie, bei der die Mitglieder bestimmten FĂ€chern zugeordnet wurden, wĂ€hlte er fĂŒr sich die Kategorie âMineralogie und Geognosieâ.cite-ref-173[173]
BeitrÀge zur Geographie
Alexander von Humboldts Bedeutung fĂŒr die Geographiecite-ref-174[174] kommt vor allem in seinen monumentalen Reisewerken, dem Kosmos und anderen zusammenfassenden Darstellungen zum Ausdruck, er lieferte aber auch zahlreiche Einzelstudien.cite-ref-175[175] Methodisch kann seine Arbeitsweise bezeichnet werden als empirisch und âphysikalisch-vergleichendâ mit dem Streben nach theoretischer Verallgemeinerung.cite-ref-flohn9-176-0[176] Er gilt als Anreger der heutigen Klimatologie und Geophysik sowie als BegrĂŒnder der Geomorphometrie als Wissenschaft von der quantitativen Erfassung des Erdreliefs; erste Arbeiten publizierte er dazu 1816 und 1825.cite-ref-177[177]
Die dreidimensionale Verbreitung der Geofaktoren bestimmte seinen Forschungsansatz wie seine Darstellungsmethode. Schon 1817 verwendete er die Isothermen zur Veranschaulichung des globalen Temperaturverlaufs, deren Abweichungen von der BreitenkreisparallelitĂ€t wurde Ausgangspunkt eines umfangreichen Deutungsversuchs.cite-ref-flohn9-176-1[176] AuĂerdem beschrieb Humboldt den globalen Verlauf der biogeographischen Höhengrenzen und der Schneegrenze. Er ermittelte die mittlere WĂ€rmeabnahme mit der Höhe und stellte in den Anden ein Minimum des vertikalen Temperaturgradienten in der Höhenstufe von 1000 bis 2500 m fest, wofĂŒr er die Freisetzung der Kondensationsenthalpie durch die Wolkenbildungen in dieser Höhenstufe als ursĂ€chlich erkannte.cite-ref-flohn20-178-0[178]
Der Forschungsreisende konnte den Ă€quatorialen TiefdruckgĂŒrtel zwischen den subtropischen Hochdruckgebieten auf beiden HemisphĂ€ren durch Messungen belegen. Die Beobachtung des zeitlichen Zusammenhangs zwischen der PassatabschwĂ€chung und dem Einsetzen der tropischen Regenzeit fĂŒhrte Humboldt auf die jahreszeitliche Verlagerung der WindgĂŒrtel zurĂŒck.cite-ref-flohn20-178-1[178] Zudem stellte er Ăberlegungen zur marinen Zirkulation an, erkannte die polare Herkunft der an die OberflĂ€che dringenden kalten Tiefenwasser der tropischen Ozeane und sah den Zusammenhang zwischen der niedrigen Wasser- und Lufttemperatur an der peruanischen KĂŒste.cite-ref-179[179] Er erkannte das UrsachengefĂŒge der Meeresströmungen in der Driftwirkung des Windes, der Dichteunterschiede infolge der Varianz von Temperatur- und Salzgehalt und in der ablenkenden Kraft der Erdrotation.cite-ref-flohn9-176-2[176]
Schon 1831 formulierte Alexander von Humboldt einen Klima-Begriff, der gegenwĂ€rtig noch weitgehend akzeptiert wird.cite-ref-holl2018-180-0[180] Er forderte eine âmathematische Betrachtung der Klimateâ, worunter er die Auswertung systematisch gesammelter Messdaten verstand. In diesem Sinne setzte er sich fĂŒr den Aufbau groĂrĂ€umiger Netze beobachtender meteorologischer Stationen ein, zum Beispiel fĂŒr die GrĂŒndung des PreuĂischen Meteorologischen Instituts (1847). Alexander von Humboldt beschrieb bereits die elementaren Funktionen des Waldes fĂŒr das Klima.cite-ref-holl2018-180-1[180] Auf seinen Reisen war er negativen Beispielen fĂŒr schĂ€dliche Eingriffe des Menschen in funktionierende Ăkosysteme begegnet â zuerst am Valenciasee in Venezuela.cite-ref-181[181] Er begriff, dass sich insbesondere die ĂŒbermĂ€Ăige Entwaldung oder die Umleitung von GewĂ€ssern dort nachteilig auf den Wasserhaushalt und das Klima ausgewirkt hatten. Er maĂ diesen Erscheinungen jedoch nur lokale oder regionale Bedeutung bei, ebenso wie dem Effekt der âEntstehung groĂer Dampf- und Gasmassen an den Mittelpunkten der Industrieâ.cite-ref-holl2018-180-2[180]cite-ref-182[182] Humboldts Feststellung einer anthropogenen Klima- und Landschaftszerstörung wurde in Frankreich durch Jean-Baptiste Boussingault aufgegriffen, in Deutschland durch Carl Fraas und in den USA durch George Perkins Marsh und Henry David Thoreau. Danach verebbte das wissenschaftliche Interesse an dieser Frage und lebte erst ein Jahrhundert spĂ€ter in den 1980er Jahren wieder auf.cite-ref-holl2018-180-3[180]
Mit dem Gedanken, der sich ab den 1830er Jahren verbreitete, dass geologische Erscheinungen wie die Findlinge, die Gletscherschrammen oder die MorĂ€nen mit einer groĂrĂ€umigen Eisbedeckung in Nordeuropa und den Alpen erklĂ€rbar seien, konnte Humboldt sich nicht anfreunden. Im Gegensatz zu Leopold von Buch vermied er es aber, die Vertreter dieser VerknĂŒpfung von Geologie und Klimawandel zu bekĂ€mpfen.cite-ref-183[183]
Die Breite des Humboldtschen Forschungsansatzes hatte fĂŒr das Fach Geographie Konsequenzen: nach Humboldt wurde â besonders im 20. Jahrhundert â die Geographie in Deutschland ein âinterdisziplinĂ€res Fach unter gleichberechtigtem Anteil von historischen und sozialwissenschaftlichen Komponenten neben den rein naturwissenschaftlichen Teilenâ.cite-ref-184[184] Der Biograph Hanno Beck urteilt: âHumboldt war erweisbar der gröĂte Geograph der Neuzeit, der anregendste thematische Kartograph und der maĂgebende Forschungsreisende seiner Zeit.âcite-ref-beck1990-45-1[45]
Einstellung zur Naturphilosophie
Alexander von Humboldts Wirken wurde mit der zeitgenössischen Denkrichtung der Naturphilosophie in Verbindung gebracht, zumal er mit einigen ihrer Vertreter in brieflichem und persönlichem Kontakt stand. Mit Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, einem der BegrĂŒnder der idealistischen Naturphilosophie, fĂŒhrte Humboldt ab 1805 einen jahrzehntelangen Briefwechsel. ZunĂ€chst zeigte er sich von Schellings Versuch der Grundlegung einer Naturphilosophie sehr angetan, er ermutigte ihn zur Ausarbeitung auch gegen kritische Stimmen, zumal sich Schelling ausdrĂŒcklich zu den Erfahrungswissenschaften bekannte. Humboldt erhoffte sich von der Naturphilosophie Hilfe bei der theoretischen Durchdringung des empirischen Materials, beim Aufsuchen von Naturgesetzen.cite-ref-werner-185-0[185]
Einen BerĂŒhrungspunkt zur Naturphilosophie bildete die Idee von der âLebenskraftâ. Bei seinen experimentellen physiologischen Studien teilte Humboldt die im seinerzeitigen wissenschaftlichen Mainstream liegende Ăberzeugung von einer allen Organismen innewohnenden, nur spekulativ greifbaren Lebenskraft, jedoch gelangte er allmĂ€hlich zu der Auffassung, dass alle LebensĂ€uĂerungen mit den bekannten Naturgesetzen zu erklĂ€ren seien.cite-ref-186[186] Dieser Wandel ist in Humboldts einziger literarischer ErzĂ€hlung Die Lebenskraft oder der Rhodische Geniuscite-ref-187[187], die er fĂŒr die von Friedrich Schiller herausgegebene Zeitschrift Die Horen 1795 verfasste, festgehalten.cite-ref-188[188]
Im Laufe der Zeit Ă€nderte sich Humboldts Auffassung, er rĂ€umte der Naturphilosophie keine âinspirierende Wirkungâ mehr ein.cite-ref-werner-185-1[185] Im Kosmos wiederholte er Formulierungen ĂŒber die Naturphilosophie, die er 1827 schon in seinen âKosmos-Vorlesungenâ geĂ€uĂert hatte. Humboldt rechnete sie zu den âDisziplinen, die sich [âŠ] in Dunkelheit hĂŒllenâ, prangerte ihre âabenteuerlich-symbolische Spracheâ und einen Schematismus an, âder enger sei als ihn jemals das Mittelalter der Menschheit aufgezwungen hatâ.cite-ref-herneck-189-0[189] Zudem kritisierte er nun Schellings Vermischung von Natur, Philosophie und Christentum und zitierte im Kosmos nur wenige Naturphilosophen.cite-ref-werner-185-2[185] Dennoch blieb Humboldt in Kontakt mit einigen AnhĂ€ngern der Naturphilosophie, die teilweise bedeutende Stellungen in der Wissenschaft mit guten Beziehungen zu den Regierenden innehatten, wie zum Beispiel Carl Gustav Carus, und damit Teil des humboldtschen Netzwerks waren. Mehr noch als gegen Schelling richtete sich Humboldts Kritik â ohne namentliche Nennung â gegen Hegel.cite-ref-herneck-189-1[189]cite-ref-190[190]
AuĂen- und Eigenwahrnehmung
Der BetĂ€tigungs- und Schaffensdrang Alexander von Humboldts wurde von vielen seiner Zeitgenossen wie auch von ihm selbst als sehr ungewöhnlich, aber kennzeichnend angesehen. âSolche TĂ€tigkeit, Schnelligkeit und Festigkeit ist noch nie gesehen wordenâ, bekannte der Dichter Adelbert von Chamisso 1810 nach einem Besuch Humboldts in Paris. In Gesellschaften, wie zum Beispiel im literarischen Salon Rahel Varnhagens, ging von seinem plötzlichen Auftauchen, seinen vielseitig charmierenden Plaudereien und seinem ebenso plötzlichen Verschwinden âeine faszinierende Unruheâ aus.cite-ref-191[191] Noch als Bayard Taylor Humboldt ein knappes halbes Jahr vor dessen Tod in der Oranienburger StraĂe besuchte, beschrieb er das Auftreten seines Gastgebers als âtĂ€tig bis zur Rastlosigkeitâ. Humboldt habe rasch und mit groĂer Leichtigkeit gesprochen, âohne je um ein Wort im Deutschen oder Englischen verlegen zu sein, und schien in der Tat nicht zu bemerken, dass er im Laufe der Unterhaltung fĂŒnf- bis sechsmal die Sprache wechselte. Er blieb auf seinem Stuhl nicht lĂ€nger als zehn Minuten sitzen, sondern stand öfters auf und spazierte durch das Zimmer, indem er dann und wann ein Bild zeigte oder ein Buch öffnete, um seine Bemerkungen zu erklĂ€ren.âcite-ref-192[192]
Rastlosigkeit und Getriebensein von dem, was ihn beschĂ€ftigte, bescheinigte Humboldt sich auch selbst: âVoller Unruhe und Erregung, freue ich mich nie ĂŒber das Erreichte, und bin nur glĂŒcklich, wenn ich etwas Neues unternehme, und zwar drei Sachen mit einem Mal.â Noch nicht 30 Jahre alt, schrieb er: âIch weiĂ wohl, dass ich meinem groĂen Werke ĂŒber die Natur nicht gewachsen bin, aber dieses ewige Treiben in mir (als wĂ€ren es 10 000 SĂ€ue) wird nur durch die stete Richtung nach etwas GroĂem und Bleibendem erhalten.â Dem Astronomen Jean-Baptiste Joseph Delambre, zu dem er in enger Beziehung standcite-ref-193[193], bekannte Humboldt am 29. Juli 1803cite-ref-194[194] brieflich: âJeder Mann hat die Pflicht, in seinem Leben den Platz zu suchen, von dem aus er seiner Generation am besten dienen kann [âŠ]â. Vier Stunden Schlaf genĂŒgten ihm. âMeine Gesundheit erlaubt die nĂ€chtliche Arbeitsamkeit. [âŠ] Die Notwendigkeit des periodischen Schlafs ist ein Vorurteil, sage ich oft scherzhaft.âcite-ref-195[195] Seinem Forscherkollegen Joseph Louis Gay-Lussac bekundete er 1842: âIch habe mir niemals Illusionen gemacht ĂŒber mein wissenschaftliches Verdienst. Ich bin weit unter dem geblieben, was ich hĂ€tte sein können, weil ich meine KrĂ€fte nicht zu konzentrieren vermochte. Meine LebensumstĂ€nde, die Verbindung mit zwei Kontinenten, mit berĂŒhmten MĂ€nnern, wĂ€hrend mehr als eines halben Jahrhunderts, haben mich weit mehr geformt als meine Arbeiten, die sehr unvollstĂ€ndig geblieben sind.âcite-ref-196[196] Sechs Wochen vor seinem Tod schaltete Alexander von Humboldt eine Zeitungsanzeige, in der er darum bat, die vielerlei Zusendungen einzustellen (darunter âModelle, Maschinen und Naturalien, Anfragen ĂŒber Luft-Schiffahrtâ sowie âAnerbietungen mich hĂ€uslich zu pflegen, zu zerstreuen und zu erheitern usw.â), damit er âbei ohnedies abnehmenden physischen und geistigen KrĂ€ftenâ noch Ruhe und MuĂe zu eigener Arbeit finden könne.cite-ref-197[197]
Rezeptionsaspekte
Alexander von Humboldt ist im 21. Jahrhundert in den unterschiedlichsten âWissensbereichen und Wissenschaftsfeldernâ wie auch bei einem breiten Publikum zu âeiner höchst bedeutenden Figur im öffentlichen Diskursâ geworden, so Ottmar Ette. Dabei habe es in vielen anderen LĂ€ndern âeine kontinuierliche PrĂ€senzâ Humboldts im allgemeinen Bewusstsein gegeben, im deutschsprachigen Raum hingegen vielfĂ€ltiger BemĂŒhungen bedurft, âum die verschĂŒtteten Traditionslinien seiner Forschungen wie seiner EntwĂŒrfe fĂŒr Wissenschaft und Wirtschaft, Kultur und Konvivenz wieder zur Kenntnis zu nehmen.âcite-ref-198[198] Die in der amerikanischen Forschung seit Jahrzehnten gebrauchte Formel der "Humboldtian Science" hat Andreas Daum jĂŒngst einer kritischen Revision unterzogen und sie deutlicher von "Humboldt's science" getrennt.cite-ref-199[199]
Unter Zeitgenossen
Wilhelm von Humboldt lieĂ seiner Frau Caroline gegenĂŒber den Bruder Alexander in dessen Ausrichtung ânach auĂenâ als Gegenpol seiner selbst erscheinen. Alexander zeige zu gern, was er könne und wisse. âNur um sich einen groĂen Wirkungskreis zu verschaffen, tut er vieles, was anderen notwendig Eitelkeit erscheinen muss, kramt seine Kenntnisse aus, sucht die Menschen dadurch bald zu blenden, bald zu gewinnen. Wenn ich selbst so viele Kenntnisse hĂ€tte, ich wĂŒrde sie nie so zeigen, mir wĂŒrde immer mehr daran liegen, sie mich selbst ausbilden zu lassen, als sie unmittelbar auf andere anzuwenden.âcite-ref-200[200]
Unter den Weimarer Klassikern war es ursprĂŒnglich Friedrich Schiller, von dem Alexander von Humboldt sich menschlich stĂ€rker angezogen fĂŒhlte als von Goethe.cite-ref-201[201] Doch Schiller hatte wenig VerstĂ€ndnis fĂŒr die Ambitionen des jĂŒngeren der Humboldt-BrĂŒder: âĂber Alexandern habe ich noch kein rechtes Urtheil; ich fĂŒrchte aber, trotz aller seiner Talente und seiner rastlosen ThĂ€tigkeit wird er in seiner Wissenschaft nie etwas GroĂes leisten. [âŠ] Es ist der nackte, schneidende Verstand, der die Natur, die immer unfaĂlich und in allen ihren Punkten ehrwĂŒrdig und unergrĂŒndlich ist, schamlos ausgemessen haben will und mit einer Frechheit die ich nicht begreife, seine Formeln, die oft nur leere Formeln und immer nur enge Begriffe sind, zu ihrem MaĂstab macht. Kurz, mir scheint er fĂŒr seinen Gegenstand ein viel zu grobes Organ, und dabei ein viel zu beschrĂ€nkter Verstandesmensch zu sein.âcite-ref-202[202]cite-ref-schwarzschiller-129-1[129]
Ăber dreieinhalb Jahrzehnte erstreckten sich in loser Folge und wechselnder IntensitĂ€t die Kontakte zwischen Alexander von Humboldt und Johann Wolfgang von Goethe in einer von höchstem wechselseitigen Respekt bestimmten Beziehung. Im Austausch mit Alexander von Humboldt entstand in gemeinsamer Arbeit 1795 Goethes Erster Entwurf einer allgemeinen Einleitung in die vergleichende Anatomie, ausgehend von der Osteologie. Goethes Fragen nach Urbild und Ganzheit ĂŒbten auf Humboldt den stĂ€rksten Einfluss aus; doch in ihren methodischen Herangehensweisen stellte Goethe einen markanten Unterschied fest: WĂ€hrend er selbst von der Gestalt und vom Ganzen ausgehe, seien es bei Humboldt das Element bzw. das Teil. Auffassungsunterschiede zwischen beiden ergaben sich nicht nur beim Vulkanismus â fĂŒr Goethe die âvermaledeite Rumpelkammer der neuen Weltschöpfungâ â, sondern auch hinsichtlich Goethes Farbenlehre, die Humboldt ablehnte.cite-ref-203[203] Unbeschadet solcher Differenzen, die nicht öffentlich ausgetragen wurden, bezeichnete Goethe Alexander von Humboldt gegenĂŒber Eckermann als einen âBrunnen mit vielen Röhren, wo man ĂŒberall nur GefĂ€Ăe unterzuhalten braucht und wo es uns immer erquicklich und unerschöpflich entgegen strömt.âcite-ref-204[204]
Zu den von Humboldt beeinflussten Persönlichkeiten gehörte Charles Darwin, der sich zur Vorbereitung seiner Beagle-Expedition auch in Humboldts Reisebericht aus den Tropen einarbeitete. An Darwins Reise-TagebĂŒchern wurde eine groĂe Ăhnlichkeit sowohl der Art der Naturbetrachtung als auch der schriftstellerischen AusfĂŒhrung bemerkt. Eine persönliche Begegnung zwischen Darwin und Humboldt am 29. Januar 1842 in London verlief jedoch fĂŒr Darwin enttĂ€uschend wegen Humboldts sehr monologisierender Art der Kommunikation ihm gegenĂŒber.cite-ref-205[205] Nach seiner eigenen Forschungsreise aber zeigte sich Darwin erneut als Humboldt-Verehrer: Er habe ihn immer bewundert, nun aber âbete ich ihn anâ.cite-ref-206[206] Kurz vor dem eigenen Tod, so Herbert Scurla, habe Darwin Humboldt als den gröĂten wissenschaftlichen Reisenden ĂŒberhaupt gerĂŒhmt.cite-ref-207[207] Der Sicht Humboldts von Emil du Bois-Reymond als ein âvordarwinischer Darwinianerâ wird in neuerer Zeit widersprochen, denn Aussagen zum Problem der Entstehung und Wandlung von Arten, das auch vor Darwin schon hĂ€ufig diskutiert wurde, hielt der an empirischen Methoden der Naturforschung orientierte Humboldt fĂŒr spekulativ-unzulĂ€ssig und versagte sie sich.cite-ref-208[208]
Am 1. Juli 1859 gedachte die Akademie der Wissenschaften zu Berlin Alexander von Humboldts â der sich verbeten hatte, dass seine BĂŒste bereits bei Lebzeiten neben der von Gottfried Wilhelm Leibniz in der Akademie aufgestellt wurde. Die Gedenkrede hielt der Philologe und Historiker August Boeckh, der unter anderem ausfĂŒhrte: âEs ist ein glĂ€nzendes Gestirn im Reich des Geistes fĂŒr diese Welt erloschen. [âŠ] unbestritten bleibt er in allgemeiner Anerkennung die erste wissenschaftliche GröĂe seines Zeitalters. [âŠ] Indem wir nun sein Brustbild in der NĂ€he des Leibnizschen aufstellen, ehren wir mehr uns als ihn, der nicht eine BĂŒste in diesem dĂŒster ĂŒberwölbten Saal, sondern ein Standbild unter freiem Himmelsgewölbe des göttlichen Kosmos neben den WohltĂ€tern des Vaterlandes verdient.â Der Naturforschers Christian Gottfried Ehrenberg betonte zudem, âeine neue Epoche der Erd- und Weltanschauungâ habe mit Humboldts Schriften begonnen.cite-ref-209[209] Zehn Jahre spĂ€ter engagierte sich Rudolf Virchow mit anderen Prominenten fĂŒr die Errichtung eines Nationaldenkmals fĂŒr Alexander von Humboldt. Erst 1874 gestattete Wilhelm I. einen Denkmalsbau fĂŒr die Humboldt-BrĂŒder am Eingang zum UniversitĂ€tsgelĂ€nde, allerdings mit der Auflage, dass die Figuren keinesfalls so hoch sein durften wie die nahegelegenen Standbilder der GenerĂ€le BĂŒlow und Scharnhorst. Die Einweihung der beiden Humboldt-DenkmĂ€ler fand am 28. Mai 1883 statt.cite-ref-210[210]
Auch im Ausland wurde Humboldts Lebensleistung vielerorts auĂergewöhnlich gewĂŒrdigt. In Paris, Humboldts langjĂ€hriger WirkungsstĂ€tte, galt er seinem Forscherkollegen Claude-Louis Berthollet, mit dem er in der SociĂ©tĂ© dâArcueil zusammenkam, als Mann, der âeine ganze Akademieâ in sich vereine.cite-ref-211[211] Die Pariser Akademie der Wissenschaften lieĂ nach Humboldts Ableben eine GedenkmĂŒnze fĂŒr ihn prĂ€gen, âden gröĂten Gelehrten seines Jahrhundertsâ mit dem Beinamen âDer neue Aristotelesâ.cite-ref-212[212] SimĂłn BolĂvar bezeichnete ihn als den wirklichen âEntdecker der Neuen Weltâ, der Amerika Besseres gegeben habe âals alle Conquistadorenâ.cite-ref-213[213] In Mexiko erklĂ€rte PrĂ€sident Benito JuĂĄrez in einem Dekret vom 28. Juni 1859 Humboldt zum âWohltĂ€ter des Vaterlandesâ und regte die Errichtung eines marmornen Denkmals fĂŒr ihn an.cite-ref-214[214]
Der hundertste Geburtstag Alexander von Humboldts â gut zehn Jahre nach seinem Ableben â wurde international mit Begeisterung und groĂem Aufwand begangen. Von Melbourne und Adelaide, ĂŒber Moskau und Alexandria bis Buenos Aires und Mexiko-Stadt erstreckten sich die Feierlichkeiten â mit den gröĂten Veranstaltungen in den USA. âVon San Francisco bis Philadelphia und von Chicago bis Charleston gab es StraĂenumzĂŒge, Festessen und Konzerte.â In New York folgten Tausende den Musikkapellen zur Ehrung eines Mannes, von dem The New York Times schrieb, dass keine Nation seinen Ruhm fĂŒr sich beanspruchen könne. Zur gröĂten deutschen Feier kam es in Humboldts Heimatstadt Berlin, wo âtrotz sintflutartiger RegengĂŒsse achtzigtausend Menschen zusammenkamen. Alle BĂŒros und Behörden blieben an diesem Tag geschlossen.âcite-ref-215[215]
Allerdings waren WertschĂ€tzung und Rezeption Alexander von Humboldts in Deutschland schon zu Lebzeiten und so bis heute teils eingeschrĂ€nkt, teils verzerrt. Neben der langzeitigen âErbfeindschaftâ zwischen Deutschen und Franzosen haben dazu Volksausgaben der Schriften Humboldts beigetragen, die von den jeweiligen Kompilatoren sehr frei und mitunter sinnwidrig bearbeitet worden waren.cite-ref-216[216] Die verschiedenen neueren Editionen der Originalschriften Alexander von Humboldts können aber neben anderem dazu dienen, einer fehlgeleiteten Rezeption entgegenzuwirken.
Neueres und GegenwÀrtiges
Als âerster Ăkologeâ wurde Humboldt erstmals 1985 von Pierre Bertaux bezeichnet.cite-ref-217[217] Gegen eine unkritische Glorifizierung Alexander von Humboldts wendet sich Matthias Glaubrecht. Humboldt habe zum Beispiel Jean-Louis Giraud-Soulavie als wichtigen VorlĂ€ufer seiner eigenen pflanzengeographischen Forschung nicht angemessen gewĂŒrdigt und den tiergeographischen Ansatz von Eberhard August Wilhelm von Zimmermann eher marginalisiert und in Teilen unbeachtet gelassen, weshalb er zu Darwins Evolutionstheorie keinen Zugang gefunden habe.cite-ref-218[218] FĂŒr Glaubrecht war der âkosmische Ansatzâ von Humboldts NaturverstĂ€ndnis schon nicht zukunftsfĂ€hig und dessen Weltbild âlĂ€ngst veraltetâ.cite-ref-219[219]
Benedikt Vallendar, der sich mit der Rezeption von Humboldts amerikanischer Forschungsreise in Deutschland vor dem Hintergrund der jeweiligen geistigen Strömungen und politischen Rahmenbedingungen im 19. und 20. Jahrhundert unter sozialpsychologischen Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat,cite-ref-220[220] resĂŒmierte, dass nicht âErkenntnisgewinnungâ, sondern Deutungsdrang und Instrumentalisierung die AntriebskrĂ€fte der Rezeptionsgeschichte gewesen seien: âDie Kombination aus naturwissenschaftlicher Dokumentation und narrativem Stil war fĂŒr viele Autoren ein geeignetes Pflaster, um Humboldt fĂŒr ihre eigenen Zwecke zu vereinnahmen.âcite-ref-221[221] WĂ€hrend des 19. Jahrhunderts war die Rezeption von Humboldts Reiseberichten in Deutschland laut Vallendar ĂŒberwiegend von einer ablehnenden bis feindseligen Stimmung gegenĂŒber Frankreich bestimmt.cite-ref-222[222] In der Ăra des Kaiserreichs gab es Stimmen, die Humboldt trotz seiner langen Auslandsaufenthalte als âstolzen Deutschenâ vereinnahmten.cite-ref-223[223] Zu Beginn der Weimarer Republik hingegen sei der kosmopolitisch orientierte Humboldt wegen seines Eintretens fĂŒr HumanitĂ€t und Fortschritt und wegen seiner kritischen Distanz zu diktatorischen Regimen âzu einem Vorbild fĂŒr die durch den verlorenen Krieg gedemĂŒtigte Ăffentlichkeitâ geworden, âdie die Lasten der Vergangenheit zu verarbeiten suchte.âcite-ref-224[224] In der Zeit des Nationalsozialismus inszenierte man Humboldt unter anderem als einen sich im Dschungel-Ăberlebenskampf behauptenden âKĂ€mpferâcite-ref-225[225] und als âBahnbrecher ins Weltganzeâ.cite-ref-226[226]
Die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts haben den Humboldt-Enthusiasmus vor allem bei den Kriegsgegnern Deutschlands stark gedĂ€mpft, beginnend mit dem Kriegseintritt der USA 1917. In Cincinnati wurden beispielsweise alle deutschen Publikationen aus den Regalen öffentlicher Bibliotheken entfernt und die âHumboldt-Streetâ in âTaft-Streetâ umbenannt. In der Zeit der deutschen Zweistaatlichkeit von 1949 bis 1989 gab es beiderseits unterschiedliche Deutungsinteressen und Inanspruchnahmen.cite-ref-227[227]
Zum 250. Geburtstag Alexander von Humboldts 2019 fanden im Berliner Bezirk Reinickendorf zahlreiche thematische Veranstaltungen statt. Ausrichtungsorte waren unter anderen die Schloss Tegel benachbarte Humboldt-Bibliothek und das Museum Reinickendorf.cite-ref-228[228] Eine an die Ideen Alexander von Humboldts anknĂŒpfende Kultureinrichtung ist das 2021 eröffnete Humboldt Forum im musealen Zentrum der Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands. Bereits 1807 hatte Alexander von Humboldt laut RĂŒdiger Schaper an ein Universalmuseum fĂŒr die Berliner Sammlungen gedacht â unter Einbeziehung der Kunstkammer jenes Schlosses, dessen wiedererrichtete Teile nun den Rahmen fĂŒr das Humboldt Forum schaffen â, zu dem es dann jedoch nicht kam. âDieser Verbindung von Natur und Kultur will das Humboldt Forum nun mit ĂŒber zweihundert Jahren VerspĂ€tung nachgehen.âcite-ref-229[229] âDer Anspruch im Geiste Humboldts das Weltwissen darzustellen, hierbei die Trennung zwischen Natur und Kultur aufzuheben und anhand der reichen Berliner Sammlungen die Welt als Ganzes zu verstehen, ist ein weit gefasstes Ziel und lĂ€sst viel Spielraum fĂŒr unterschiedliche Interpretationen.âcite-ref-230[230]
Ehrungen
Mitgliedschaft in Gelehrtenvereinigungen
Alexander von Humboldt war Mitglied zahlreicher in- und auslĂ€ndischer Akademien, unter anderem der Akademie gemeinnĂŒtziger Wissenschaften zu Erfurt (1791)cite-ref-231[231], der Leopoldinisch-Karolinischen Akademie der Naturforscher (1793 mit dem akademischen Beinamen Timaeus Locrensis unter der Matrikel-Nr. 970cite-ref-232[232])cite-ref-233[233], der PreuĂischen Akademie der Wissenschaften (1800)cite-ref-234[234], der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (1808)cite-ref-235[235], der Royal Society of Edinburgh,cite-ref-236[236] der Akademie der KĂŒnste (Berlin) (1829)cite-ref-237[237], der Russischen Akademie der Wissenschaften (1829), der AcadĂ©mie des sciences (1804)cite-ref-238[238], der American Academy of Arts and Sciences (1822)cite-ref-239[239], der American Philosophical Society (1804),cite-ref-240[240] der SociĂ©tĂ© Cuvierienne (1838)cite-ref-241[241] und der AcadĂ©mie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique (1830 korrespondierendes und 1845 assoziiertes Mitglied).cite-ref-242[242]
Ehrendoktor
Alexander von Humboldt war Ehrendoktor der UniversitĂ€ten von Frankfurt (Oder) (1805), Dorpat (1827), Bonn (1828), TĂŒbingen (1845), Prag (1848) und St. Andrews (1853).cite-ref-243[243]
EhrenbĂŒrgerwĂŒrden
Auszeichnungen zu Lebzeiten
Alexander von Humboldt war mit diesen Orden und Ehrenzeichen ausgezeichnet:cite-ref-246[246]
âą Roter Adlerorden (PreuĂen, in verschiedenen Graden)
âą Schwarzer Adlerorden (PreuĂen)
âą GroĂkreuz des Brasilianischen Rosen-Ordens
âą GroĂkreuz vom DĂ€nischen Dannebrogorden
âą GroĂkreuz der französischen Ehrenlegion
âą GroĂkreuz des Mexikanischen Ordens von Guadeloupe
âą GroĂkreuz des Portugiesischen Christusordens
âą Russischer Alexander-Newski-Orden und Orden des Heiligen Wladimir
âą GroĂkreuz des SĂ€chsischen Ordens fĂŒr Zivilverdienste
âą GroĂkreuz des Weimarschen Hausordens vom WeiĂen Falken
âą GroĂkreuz des Sardinischen Ritterordens der hl. Mauritius und Lazarus
âą GroĂkreuz des Spanischen Ordens Karls III.
Statuen und DenkmÀler
âą Denkmal zu Ehren von Alexander von Humboldt nach Entwurf Gustav Blaeser, 1869 fĂŒr den Central Park in New York von Georg Ferdinand Howaldt ausgefĂŒhrtcite-ref-247[247]
âą Denkmal zu Ehren von Alexander von Humboldt in Philadelphia, nach Entwurf von Friedrich Drake, 1876
âą Denkmal zu Ehren von Alexander von Humboldt in St. Louis, nach Entwurf von Ferdinand Miller, 1878
âą Sitzbild vor dem HauptgebĂ€ude der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin, 1882 bis 1883 von Reinhold Begas ausgefĂŒhrt
⹠Denkmal im Humboldt Park in Chicago, 1892 von Felix Göring geschaffen
âą NebenbĂŒste zum zentralen Standbild Friedrich Wilhelms IV. in der Denkmalgruppe 31 der Siegesallee, 1900 von Karl Begas ausgefĂŒhrt
Briefmarken, Banknoten, MĂŒnzen, Medaillen und Siegel
Mit dem Ersttag 5. September 2019 gab die Deutsche Post AG im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen anlĂ€sslich des 250. Geburtstags von Alexander von Humboldt ein Sonderpostwertzeichen im Nennwert von 80 Eurocent heraus.cite-ref-248[248] Der Entwurf stammt von den Grafikern Horst F. und Gerda M. Neumann aus Wuppertal. Am gleichen Tage erschien eine 20-Euro-GedenkmĂŒnze; der MĂŒnzrand trĂ€gt die geprĂ€gte Inschrift âALLES IST WECHSELWIRKUNGâ.cite-ref-249[249]
Humboldt als Namensstifter
â
Hauptartikel
:
Liste Humboldt als Namensstifter
Nach Alexander von Humboldt wurden zahlreiche biologische Taxa benannt, auĂerdem geografische Objekte, Orte, Schulen und Institutionen, wissenschaftliche Auszeichnungen und anderes. 1969 wurde ermittelt, dass nach keinem anderen Menschen mehr Orte benannt wurden.cite-ref-250[250] Die Zahl der Namensgebungen ist mittlerweile vierstellig.cite-ref-251[251]
Schriften (Auswahl)
Einzelausgaben
Reisewerke
âVues des CordillĂšres et Monuments des Peuples IndigĂšnes de lâAmĂ©rique.â 1810â1813. online
âą Deutsche Ăbersetzungen:
âą Pittoreske Ansichten der Cordilleren und Monumente americanischer Völker. Cotta, TĂŒbingen 1810. Text- und Bildband. Anonyme Ăbersetzung der ersten 22 Kapitel. Im Internet: Textband, Heft 1, Textband, Heft 2, Bildband bei der UniversitĂ€t Potsdam
âą Ansichten der Kordilleren und Monumente der eingeborenen Völker Amerikas. Ăbersetzt von Claudia Kalscheuer. (= Die Andere Bibliothek, Sonderband). Eichborn, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-8218-4538-4.
âVoyage aux rĂ©gions Ă©quinoxiales du Nouveau Continent
fait en 1799, 1800, 1801, 1803 et 1804.â (Zusammen mit AimĂ© Bonpland) online
âą Deutsche Ăbersetzungen:
âą Beobachtungen aus der Zoologie und vergleichenden Anatomie auf der Reise nach den TropenlĂ€ndern des neuen Kontinents. TĂŒbingen 1806 urn:nbn:de:gbv:9-g-3376826.
âą Reise in die Aequinoctial-Gegenden des neuen Continents. (Ăbers. Hermann Hauff). Die einzige von Humboldt autorisierte Ăbersetzung; bei J. G. Cotta, Stuttgart 1859â1860. Google Books: Erster Band, Zweiter Band, Dritter Band, Vierter Band; Deutsches Textarchiv (Volltext): Erster Band, Zweiter Band, Dritter Band, Vierter Band
âą Reise in die Ăquinoktial-Gegenden des Neuen Kontinents. Hrsg. von Ottmar Ette. 2 BĂ€nde. Insel, Frankfurt am Main und Leipzig 1991, ISBN 3-458-16947-4.
âą Fahrt auf dem Orinoko. Reisebericht in AuszĂŒgen. Hörbuch, gelesen von Frank Arnold. Audiobuch Verlag, Freiburg im Breisgau 2007, ISBN 978-3-89964-233-9.
âą Ideen zu einer Geographie der Pflanzen nebst einem NaturgemĂ€lde der TropenlĂ€nder. Cotta, TĂŒbingen 1807 online, (Digitalisat) Historical Science, Band 13, Bremen 2010, ISBN 978-3-86741-174-5.
âExamen critique de lâhistoire de la gĂ©ographie du Nouveau continent.â â1. ptie., 4. sectionâ der Voyage de Humboldt et Bonpland.
âą Deutsche Ăbersetzung:
âą Kritische Untersuchungen ĂŒber die historische Entwickelung der geographischen Kenntnisse von der Neuen Welt und die Fortschritte der nautischen Astronomie in dem 15ten und 16ten Jahrhundert. Aus dem Franz. ĂŒbers. von Julius Ludwig Ideler. Berlin, Nicolai, 1836 und 1852. Google
âą Neuausgabe unter dem Titel: Die Entdeckung der Neuen Welt â Kritische Untersuchung zur historischen Entwicklung der geographischen Kenntnisse von der Neuen Welt und den Fortschritten der nautischen Astronomie im 15. und 16. Jahrhundert. Nach der Ăbersetzung aus dem Französischen von Julius Ludwig Ideler ediert und mit einem Nachwort versehen von Ottmar Ette. Insel, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-458-17435-6.
âCentral-Asienâ (zusammen mit Wilhelm Mahlmann). 2 BĂ€nde. Klemann, Berlin 1844 online
âą Neuausgabe: Zentral-Asien. Untersuchungen zu den Gebirgsketten und zur vergleichenden Klimatologie. Mit einer Auswahl aus Alexander von Humboldts Reisebriefen und Gustav Roses Reisebericht. Nach der Ăbers. Wilhelm Mahlmanns aus dem Jahr 1844. Neu bearb. und hrsg. von Oliver Lubrich. S. Fischer, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-10-029004-5.
Schriften zur Natur mit genereller Thematik
âAnsichten der Natur.â Cottaâsche Verlagsbuchhandlung, TĂŒbingen 1808 (BSB, Google-Books)
âą Ansichten der Natur (= Die Andere Bibliothek. 17). Eichborn, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-8218-4741-7 (Reprint).
âKosmosâ â Entwurf einer physischen Weltbeschreibung. 1845â1862
âą Deutsches Textarchiv (Volltext): Erster Band, Zweiter Band, Dritter Band, Vierter Band, FĂŒnfter Band; Posner Memorial Collection. Abgerufen am 10. November 2012. ; Französische Nationalbibliothek; Humboldt Digital Library and Network; biolib.de: Band 1, Band 2, Band 3, Band 4
âą Kosmos â Entwurf einer physischen Weltbeschreibung. Mit Berghaus-Atlas. Hrsg. von Ottmar Ette und Oliver Lubrich. (= Die Andere Bibliothek). Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-8218-4549-X (Reprint).
âą Thomas Nehrlich und Michael Strobl (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Schriften zum Klima. Wehrhahn Verlag, Hannover 2023, ISBN 978-3-86525-990-5.
Schriften mit spezieller Thematik (Auswahl)
âą Mineralogische Beobachtungen ĂŒber einige Basalte am Rhein. Braunschweig 1790 (online).
âą Florae Fribergensis specimen plantas cryptogramicus praesertim subterraneas exhibens. 1793 (online).
âą Aphorismen aus der chemischen Physiologie der Pflanzen. Leipzig 1794 (archive.org)
âą Versuche ĂŒber die gereizte Muskel- und Nervenfaser nebst Vermuthungen ĂŒber den chemischen Process des Lebens in der Thier- und Pflanzenwelt. 2 BĂ€nde. Posen, Berlin 1797. (Band 1 â Internet Archive, Band 2 â Internet Archive).
âą Ueber die unterirdischen Gasarten und die Mittel ihren Nachtheil zu vermindern. Ein Beytrag zur Physik der praktischen Bergbaukunde. Friedrich Vieweg, Braunschweig 1799 (GDZ, MDZ).
âą Versuche ĂŒber die chemische Zerlegung des Luftkreises und ĂŒber einige andere GegenstĂ€nde der Naturlehre. Vieweg, Braunschweig 1799 (MDZ).
âą Beobachtungen ĂŒber den elektrischen Aal des neuen Welttheils. TĂŒbingen 1808.
âą Ueber den Bau und die Wirkungsart der Vulkane in den verschiedenen Erdstrichen. In: Ansichten der Natur mit wissenschaftlichen ErlĂ€uterungen. Band 2, J. G. Cottaâsche Buchhandlung, Stuttgart/TĂŒbingen 1826, S. 125â186 (online).
âą Essai politique sur lâĂźle de Cuba. Paris 1826 (online).
âKosmosâ-Vorlesungen/Vortragszyklen (1827/1828)
âą Anonym: Alexander von Humboldts Vorlesungen ĂŒber phĂżsikalische Geographie nebst Prolegomenen ĂŒber die Stellung der Gestirne. Berlin im Winter von 1827 bis 1828. [Berlin], [1827/28]. Staatsbibliothek zu Berlin â PreuĂischer Kulturbesitz, Signatur: Ms. germ. qu. 2345. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
âą Gedruckte (von den Herausgebern stark verĂ€nderte) Ausgabe dieser Nachschrift: Alexander von Humboldts Vorlesungen ĂŒber physikalische Geographie nebst Prolegomenen ĂŒber die Stellung der Gestirne. Berlin im Winter von 1827 bis 1828. Erstmalige (unverĂ€nderte) Veröffentlichung einer im Besitze des Verlages befindlichen Kollegnachschrift. Miron Goldstein, Berlin 1934.
âą Gustav Parthey: Alexander von Humboldt[:] Vorlesungen ĂŒber physikalische Geographie. Novmbr. 1827 bis April,[!] 1828. Nachgeschrieben von G. PartheĂż. [Berlin], [1827/28]. Staatsbibliothek zu Berlin â PreuĂischer Kulturbesitz, Signatur: Ms. germ. qu. 1711. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
âą Anonym: Die physikalische Geographie von Herrn Alexander v. Humboldt, vorgetragen im Semestre 1827/28. [Berlin], [1827/28]. Staatsbibliothek zu Berlin â PreuĂischer Kulturbesitz, Kartenabteilung, Bestand »Gesellschaft fĂŒr Erdkunde«, Signatur: 8° GfE O 79. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
âą Karol Libelt: [Nachschrift der âKosmos-VortrĂ€geâ Alexander von Humboldts in der Berliner UniversitĂ€t, 3.11.1827â26.4.1828.] Biblioteka JagielloĆska KrakĂłw, Signatur: Handschrift 6623 II. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv [Fragment, Titelblatt und Textteil bis zum Ende der 23. bzw. Beginn der 24. Vortragsstunde verloren]. [s. l.], [1827/28].
âą Ludwig Lohde: Physikalische Geographie. Eine Vorlesung des Herrn A. v. Humboldt[,] gehalten im [Winter] 1827. Staatsbibliothek zu Berlin â PreuĂischer Kulturbesitz, Signatur: Ms. germ. qu. 2400. online.
âą Friedrich Adolf von Willisen: Humbolds [sic!] Vorlesungen. [Fragment] [Berlin], [1827/28]. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
âą Henriette Kohlrausch: Physikalische Geographie. Vorgetragen von Alexander von Humboldt. [Berlin], [1827/28]. Staatsbibliothek zu Berlin â PreuĂischer Kulturbesitz, Signatur: Ms germ. qu. 2124. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv; gedruckte Ausgaben:
âą Alexander von Humboldt: Ăber das Universum. Die KosmosvortrĂ€ge 1827/28 in der Singakademie. Herausgegeben von JĂŒrgen Hamel und Klaus-Harro Tiemann. Insel Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig 1993, ISBN 3-458-33240-5.
âą Alexander von Humboldt/Henriette Kohlrausch: Die Kosmos-Vorlesung an der Berliner Sing-Akademie. Hrsg.: Christian Kassung, Christian Thomas. 1. Auflage. Insel, Berlin 2019, ISBN 978-3-458-36419-1.
⹠Anonyme Abschrift: Phÿsikalische Geographie[.] Vorgetragen von Alexander von Humboldt. Angefangen d[en] 6ten Xbre 1827. Abschrift des Heftes der Frau GeheimrÀthin Kohlrausch. [Berlin], [ca. 1828/29]. Privatbesitz Geir Stenmark, Norwegen. Bilddigitalisate online: digilib-Server der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, URN: urn:nbn:de:kobv:b4-2019011104.
âą Otto Hufeland: Vorlesungen ĂŒber physicalische Geographie von A. v. Humboldt. [G]eschrieben im Sommer 1829 durch Otto Hufeland. [Berlin], [ca. 1829]. Privatbesitz CelĂąl Ćengör, Istanbul, TĂŒrkei. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv (= Abschrift von Anonym: PhĂżsikalische Geographie [âŠ] [Berlin], [ca. 1828/29])
Gesammelte Schriften
âą Gesammelte Werke. 12 BĂ€nde. J. G. Cotta, Stuttgart 1889 (doi:10.5962/bhl.title.33954).
âą Hanno Beck (Hrsg.): Studienausgabe. 7 BĂ€nde (erschienen in 10 BĂ€nden). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1987â1997, ISBN 3-534-03100-8 (mit ausfĂŒhrlichen Anmerkungen und Angaben zur Entstehungs- und Editionsgeschichte der einzelnen Werke im Sinne einer historisch-kritischen Ausgabe); enthĂ€lt:
âą Band 1: Schriften zur Geographie der Pflanzen. 1989, ISBN 3-534-03101-6.
âą Band 2: Die Forschungsreise in die Tropen Amerikas. 3 BĂ€nde, 1997, ISBN 3-534-03102-4.
âą Band 3: Cuba-Werk. 1992, ISBN 3-534-03103-2.
âą Band 4: Mexico-Werk. 1991, ISBN 3-534-03104-0.
âą Band 5: Ansichten der Natur. 1987, ISBN 3-534-03105-9.
âą Band 6: Schriften zur Physischen Geographie. 1989, ISBN 3-534-03106-7.
âą Band 7: Kosmos. 2 BĂ€nde, 1993, ISBN 3-534-03107-5.
âą Oliver Lubrich und Thomas Nehrlich (Hrsg.): SĂ€mtliche Schriften â Berner Ausgabe (Studienausgabe). dtv, MĂŒnchen 2019, ISBN 978-3-423-59088-4 (enthĂ€lt als Archivausgabe das publizistische Werk Humboldts, d. h. alle zu Lebzeiten erschienenen BeitrĂ€ge und AuszĂŒge Humboldts in Zeitungen, Zeitschriften und BĂŒchern anderer Autoren):
âą Band 1: SĂ€mtliche Schriften 1789â1799. Hrsg. von Yvonne WĂŒbben und Sarah BĂ€rtschi.
âą Band 2: SĂ€mtliche Schriften 1800â1809. Hrsg. von Rex Clark und Sarah BĂ€rtschi.
âą Band 3: SĂ€mtliche Schriften 1810â1809. Hrsg. von Jobst Welge und Michael Strobl.
âą Band 4: SĂ€mtliche Schriften 1820â1829. Hrsg. von Norbert D. Wernicke und Michael Strobl.
âą Band 5: SĂ€mtliche Schriften 1830â1839. Hrsg. von Bernhard Metz und Thomas Nehrlich.
âą Band 6: SĂ€mtliche Schriften 1840â1849. Hrsg. von Jutta MĂŒller-Tamm und Michael Strobl.
âą Band 7: SĂ€mtliche Schriften 1850â1859. Hrsg. von Joachim Eibach und Thomas Nehrlich.
âą Band 8: Werkzeuge â Apparat.
âą Band 9: Ăbertragungen â Ăbersetzungen.
âą Band 10: Durchquerungen â Forschung.
Briefeditionen (Auswahl)
BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung
⹠Ilse Jahn, Fritz G. Lange (Hrsg.): Die Jugendbriefe Alexander von Humboldts (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 2). Berlin 1973
⹠Kurt-Reinhard Biermann (Hrsg.): Briefwechsel zwischen Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauà (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 4). Berlin 1977
⹠Kurt-Reinhard Biermann (Hrsg.): Briefwechsel zwischen Alexander von Humboldt und Heinrich Christian Schumacher (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 6). Berlin 1979
⹠Kurt-Reinhard Biermann (Hrsg.): Briefwechsel zwischen Alexander von Humboldt und Peter Gustav Lejeune Dirichlet (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 7). Akademie-Verlag, Berlin 1982, DNB 830695303.
âą Kurt-Reinhard Biermann (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Vier Jahrzehnte Wissenschaftsförderung. Briefe an das preuĂische Kultusministerium 1818â1859 (= BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 14). Berlin 1985, DNB 850880513.
⹠Herbert Pieper (Hrsg.): Briefwechsel zwischen Alexander von Humboldt und C. G. Jacob Jacobi (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 11). Berlin 1987
âą Ulrike Moheit (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Briefe aus Amerika, 1799â1804 (= BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 16). Berlin 1993
⹠Hans-Joachim Felber (Hrsg.): Briefwechsel zwischen Alexander von Humboldt und Friedrich Wilhelm Bessel (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 10). Akademie-Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-05-001915-8.
⹠Ingo Schwarz, Klaus Wenig (Hrsg.): Briefwechsel zwischen Alexander von Humboldt und Emil du Bois-Reymond (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 22). Akademie-Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-05-003037-2.
⹠Ingo Schwarz (Hrsg.): Alexander von Humboldt und die Vereinigten Staaten von Amerika. Briefwechsel (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 19). Berlin 2004
âą Ingo Schwarz unter Mitarb. v. Eberhard Knobloch (Hrsg.): Alexander von Humboldt â Samuel Heinrich Spiker. Briefwechsel (= BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 27). Akademie-Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-05-004283-1.
⹠Ulrike Leitner unter Mitarb. v. Eberhard Knobloch (Hrsg.): Alexander von Humboldt und Cotta. Briefwechsel (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 29). Akademie-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-05-004598-6.
âą Eberhard Knobloch, Ingo Schwarz, Christian Suckow (Hrsg.): Alexander von Humboldt â Briefe aus Russland 1829 (= BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 30). Akademie-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-05-004596-2.
âą Ulrich PĂ€Ăler unter Mitarb. v. Eberhard Knobloch (Hrsg.): Alexander von Humboldt â Carl Ritter. Briefwechsel (= BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 32). Akademie-Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-05-004676-1.
âą Oliver Schwarz, Ingo Schwarz (Hrsg.): Alexander von Humboldt â Johann Franz Encke. Briefwechsel (= BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 37). Akademie-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-05-006083-5.
⹠Kerstin Aranda, Andreas Förster, Christian Suckow (Hrsg.): Alexander von Humboldt und Russland: eine Spurensuche (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 31). De Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-05-004634-1.
âą Ulrich PĂ€Ăler, Thomas Schmuck (Hrsg.): Alexander von Humboldt â Jean-Baptiste Boussingault. Briefwechsel (= BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. Band 41). De Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-035193-4.
⹠Ingo Schwarz, Oliver Schwarz unter Mitarbeit von Eberhard Knobloch (Hrsg.): Alexander von Humboldt und Friedrich Argelander: Briefwechsel (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. Band 46). De Gruyter, Berlin 2019, ISBN 978-3-11-064470-8.
Edition humboldt digital
âą Petra Werner unter Mitarbeit von Ingo Schwarz und Tobias Kraft (Hrsg.): Briefwechsel Alexander von Humboldt mit Ferdinand Julius Meyen. In: edition humboldt digital. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin 2017ff.
âą Ulrich PĂ€Ăler unter Mitarbeit von Klaus Gerlach und Ingo Schwarz (Hrsg.): Briefwechsel Alexander von Humboldt mit Samuel Thomas Soemmerring. In: edition humboldt digital. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin 2017ff.
âą Ulrich PĂ€Ăler unter Mitarbeit von Klaus Gerlach und Ingo Schwarz (Hrsg.): Briefwechsel Alexander von Humboldt mit Karl Ludwig Willdenow. In: edition humboldt digital. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin 2017ff.
âą Ulrich PĂ€Ăler unter Mitarbeit von Klaus Gerlach und Ingo Schwarz (Hrsg.): Briefwechsel Alexander von Humboldt mit Carl Sigismund Kunth. In: edition humboldt digital. hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin 2017ff.
âą Anne Wendt (Hrsg.): Briefwechsel Alexander von Humboldt mit Christian Gottfried Ehrenberg. In: edition humboldt digital. hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin 2017ff.
Andere
âą Ludmilla Assing (Hrsg.): Briefe von Alexander von Humboldt an Varnhagen von Ense aus den Jahren 1827 bis 1858. Leipzig 1860 (Digitalisat)
âą Alexander von Humboldt: Im Ural und Altai. Briefwechsel zwischen Alexander von Humboldt und Graf Georg von Cancrin aus den Jahren 1827â1832. Brockhaus, Leipzig 1869. Reprint: Bremen 2009, ISBN 978-3-86195-084-4.
âą Ernst Werner Maria von Olfers (Hrsg.): Briefe Alexander v. Humboldtâs an Ignaz v. Olfers, Generaldirektor der Kgl. Museen in Berlin. NĂŒrnberg/Leipzig [1913]
âą Conrad MĂŒller (Hrsg.): Alexander von Humboldt und das PreuĂische Königshaus. Leipzig 1928
âą Ingo Schwarz (Hrsg.): Briefe von Alexander von Humboldt an Christian Carl Josias Bunsen. Neue Edition. Rohrwall, Berlin 2006, ISBN 3-9806685-6-8.
Tagebucheditionen
âą Margot Faak (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Reise durch Venezuela. Auswahl aus den amerikanischen ReisetagebĂŒchern (= BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 12). Akademie-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-05-002777-0.
âą Margot Faak (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Reise auf dem RĂo Magdalena, durch die Anden und Mexico. Aus seinen ReisetagebĂŒchern. 2 Teile. (= BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 8, 9). 2. Auflage Akademie-Verlag, Berlin 2003, Teil 1: Texte. ISBN 978-3-05-003885-8; Teil 2: Ăbersetzung, Anmerkungen und Register. ISBN 978-3-05-003886-5.
⹠Ulrike Leitner (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Von Mexiko-Stadt nach Veracruz. Tagebuch (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 25). Akademie-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-05-004136-6.
⹠Bernd Kölbel und Lucie Terken (Hrsg.): Steven Jan van Geuns. Tagebuch einer Reise mit Alexander von Humboldt durch Hessen, die Pfalz, lÀngs des Rheins und durch Westfalen im Herbst 1789 (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 26). Akademie-Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-05-004321-0.
⹠Ulrike Leitner, Piotr Tylus und Michael Zeuske (Hrsg.) unter Mitarbeit von Tobias Kraft: Isle de Cube. Antilles en général. In: edition humboldt digital. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 5 vom 11. September 2019.
âą Ulrike Leitner, Carmen Götz (Hrsg.) unter Mitarbeit von Sandra Balck, Ulrich PĂ€Ăler, Linda Kirsten, Eberhard Knobloch, Oliver Schwarz, Laurence Barbasetti und Regina Mikosch: Voyage dâEspagne aux Canaries et Ă CumanĂĄ Obs. astron. de Juin Ă Oct. 1799 [= TagebĂŒcher der Amerikanischen Reise I]. In: edition humboldt digital. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 5 vom 11. September 2019.
âą Dominik Erdmann, Christian Thomas (Hrsg.) unter Mitarbeit von Florian Schnee: Reise. 1790. England [= Alexander von Humboldts Englisches Reisejournal]. [ca. 1790]. In: edition humboldt digital. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 5 vom 11. September 2019.
Sonstige
âą Adressbuch Alexander von Humboldts. (PDF) 1835, abgerufen am 22. Juni 2025. (Digitalisat)
Literatur
Bibliografien
âą Markus Breuning: Generalbibliographie zu Alexander von Humboldt. 4. Auflage. Bern 2020. (PDF-Ausgabe online)
⹠Horst Fiedler, Ulrike Leitner: Alexander von Humboldts Schriften. Bibliographie der selbstÀndig erschienenen Werke (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 20). Akademie-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-05-002792-4.
âą The Humboldt Library. A catalogue of the Library of Alexander von Humboldt. With a bibliographical and biographical memoir by Henry Stevens. London 1863 (online).
âą Tobias Kraft, Katharina Einert: Humboldt Digital â Bibliographie der online verfĂŒgbaren Humboldt-Digitalisate. Direktverweise auf selbstĂ€ndig erschienene Schriften Alexander von Humboldts (geordnet nach der dekadischen Nummerierung von Fiedler/Leitner 2000)
âą Ulrike Leitner, Ingo Schwarz (Begr.): Alexander von Humboldts unselbststĂ€ndige Schriften â Verzeichnis. (online; Stand ca. 2015, wird nicht mehr gepflegt/ergĂ€nzt)
Biografische Literatur
⹠Hanno Beck (Hrsg.): GesprÀche Alexander von Humboldts. Akademie-Verlag, Berlin 1959.
âą Hanno Beck: Alexander von Humboldt. 2 BĂ€nde. Wiesbaden 1959â1961.
âą Hanno Beck (Hrsg.): Die Dioskuren. Probleme in Leben und Werk der BrĂŒder Humboldt. Verlag Humboldt-Gesellschaft fĂŒr Wissenschaft, Kunst und Bildung, Mannheim 1986, DNB 880124652.
âą Kurt-Reinhard Biermann: Alexander von Humboldt. 4. Auflage. Teubner, Leipzig 1990, ISBN 3-322-00567-4.
âą Richard Bitterling: Alexander von Humboldt â Lebenswege in Bildern. Deutscher Kunstverlag, MĂŒnchen/Berlin 1959. [1]
⹠Karl Bruhns (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Eine wissenschaftliche Biographie. (Mit BeitrÀgen von Robert Christian Avé-Lallemant, Julius Victor Carus, Alfred Dove, Heinrich Wilhelm Dove, Julius Ewald, August Grisebach, Julius Löwenberg, Oscar Peschel, Gustav Heinrich Wiedemann und Wilhelm Wundt)
âą Erster Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1872, Archive.org
âą Zweiter Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1872, Archive.org
âą Dritter Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1872, Archive.org
âą Andreas W. Daum: Alexander von Humboldt. C. H. Beck, MĂŒnchen 2019, ISBN 978-3-406-73435-9; 2., durchges. u. aktual. Auflage 2024, ISBN 978-3-406-82418-0.
âą Hans-Otto Dill: Alexander von Humboldts Metaphysik der Erde. Seine Welt-, Denk- und Diskursstrukturen. Peter Lang Internationaler Verlag der Wissenschaften, PL Academic Research, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-631-63170-6.
âą Alfred Dove: Humboldt, Alexander von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 13, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 358â383.
âą Ottmar Ette: WeltbewuĂtsein. Alexander von Humboldt und das unvollendete Projekt einer anderen Moderne. VelbrĂŒck Wissenschaft, Weilerswist 2002, ISBN 3-934730-48-5.
âą Ottmar Ette: Alexander von Humboldt und die Globalisierung: Das Mobile des Wissens. Insel-Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-458-17434-9.
âą Manfred Geier: Die BrĂŒder Humboldt. Eine Biographie. Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-498-02511-3.
âą Detlef Haberland, Wolfgang Hinrichs, Clemens Menze, BolesĆaw Andrzejewski (Hrsg.): Die Dioskuren II. AnnĂ€herungen an Leben und Werk der BrĂŒder Humboldt im Jahr der 200. Wiederkehr des Beginns der amerikanischen Forschungsreise Alexander von Humboldts. Verlag Humboldt-Gesellschaft fĂŒr Wissenschaft, Kunst und Bildung, Mannheim 2000, ISBN 3-927030-16-3.
âą JĂŒrgen Hamel, Eberhard Knobloch, Herbert Pieper (Hrsg.): Alexander von Humboldt in Berlin. Sein EinfluĂ auf die Entwicklung der Wissenschaften (= Algorismus. Studien zur Geschichte der Mathematik und der Naturwissenschaften. Heft 41). BeitrĂ€ge zu einem Symposium. Rauner, Augsburg 2003, ISBN 3-9807122-8-1.
âą Wolfgang-Hagen Hein (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Leben und Werk. Weisbecker, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-921037-55-7, Inhaltsverzeichnis.
âą Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait. Die Andere Bibliothek, Berlin 2017, ISBN 978-3-8477-0019-7.
âą Frank Holl (Konzeption): Alexander von Humboldt. Netzwerke des Wissens. Katalog zur Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt Berlin und in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn. Berlin/Bonn 1999. (Onlinedokumentation)
âą Otto KrĂ€tz: Alexander von Humboldt â Wissenschaftler WeltbĂŒrger RevolutionĂ€r. Callwey, MĂŒnchen 1997, ISBN 3-7667-1282-9.
âą Adolf Meyer-Abich: Alexander von Humboldt mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008 (1. Auflage 1967), ISBN 978-3-499-50131-9.
âą Heinrich Pfeiffer (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Werk und Weltgeltung. Piper, MĂŒnchen 1969, DNB 454556268.
âą Ernst Plewe: Humboldt, Alexander. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 10. Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. 33â43 (deutsche-biographie.de).
âą Thomas Richter: Alexander von Humboldt. Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-50712-0.
âą Werner RĂŒbe: Alexander von Humboldt. Anatomie eines Ruhms. Deutscher Kunstverlag, MĂŒnchen 1988, ISBN 3-422-06023-5.
âą Nicolaas Adrianus Rupke: Alexander von Humboldt. A Metabiography. Lang, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-631-53932-0. ĂŒberarbeitete Ausgabe: University of Chicago Press, Chicago/London 2008, ISBN 978-0-226-73149-0.
âą RĂŒdiger Schaper: Alexander von Humboldt: Der PreuĂe und die neuen Welten. Siedler Verlag, MĂŒnchen 2018, ISBN 978-3-8275-0074-8.
âą Ingo Schwarz (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Chronologie. In: edition humboldt digital. Hg. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin 2017.
âą Herbert Scurla: Alexander von Humboldt. Sein Leben und Wirken. 11. Auflage. Verlag der Nation, Berlin 1985, DNB 850561388.
âą Andrea Wulf: Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur. Bertelsmann, MĂŒnchen 2016, ISBN 978-3-570-10206-0.
Weitere Literatur
âą Horst Albach, Erwin Neher (Hrsg.) (im Auftrag des Ordens Pour le mĂ©rite fĂŒr Wissenschaften und KĂŒnste): Alexander von Humboldt und Charles Darwin: zwei RevolutionĂ€re wider Willen. Mit einem Vorwort Horst Köhler. Wallstein, Göttingen 2011, ISBN 978-3-8353-0966-1.
âą Kurt-Reinhard Biermann: BeglĂŒckende Ermunterung durch die akademische Gemeinschaft. Alexander von Humboldt als Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften (= BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. Band 17). Berlin 1991, ISBN 3-05-001957-3.
âą Werner Biermann: âDer Traum meines ganzen Lebensâ. Humboldts amerikanische Reise. 4. Auflage. Rowohlt, Berlin 2017, ISBN 978-3-87134-601-9. Inhaltsverzeichnis.
âą Andreas W. Daum: Humboldtian Science and Humboldtâs Science. In History of Science 63 (2024). 29â51. doi:10.1177/00732753241252478.
âą Andreas W. Daum: Ambiguity as Principle: Alexander von Humboldt in the Revolution of 1848. In: HiN - Alexander von Humboldt im Netz. Internationale Zeitschrift fĂŒr Humboldt-Studien. Band 26, Nr. 50, S. 45â63, doi:10.18443/378.
âą Andreas W. Daum: A âTemple of Libertyâ? Alexander von Humboldt and the French Revolution. In: Annals of Science 82 (2025). doi.org/10.1080/00033790.2024.2433232.
âą Andreas W. Daum: Nation, Naturforschung und Monument: Humboldt-DenkmĂ€ler in Deutschland und den USA. In: Martin Baumeister (Hrsg.): Die Kunst der Geschichte. Historiographie, Ăsthetik, ErzĂ€hlung. Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-36384-3, S. 99â124.
âą Andreas W. Daum: Die Ironie des UnzeitgemĂ€Ăen. Anmerkungen zu Alexander von Humboldt. In: Zeitschrift fĂŒr Ideengeschichte. 4, 2010, S. 5â23, (online).
âą Andreas W. Daum: Social Relations, Shared Practices, and Emotions. Alexander von Humboldtâs Excursion into Literary Classicism and the Challenges to Science around 1800. In: Journal of Modern History. Band 91, MĂ€rz 2019, S. 1â37.
âą Andreas W. Daum: Wie Humboldt die Seuche jagte. Alexander von Humboldt spĂŒrte in SĂŒdamerika und Europa Infektionskrankheiten nach. In: SĂŒddeutsche Zeitung, 20. Mai 2020 (online). (Druckfassung unter dem Titel: Vermessung der Seuche. Bereits Alexander von Humboldt spĂŒrte Infektionskrankheiten nach. In: SĂŒddeutsche Zeitung, Nr. 113, 16.â17. Mai 2020, S. 33).
âą Andreas W. Daum, Alexander von Humboldt am Rhein. Zur regionalen Grundlage von Humboldts Wissenschaft, Reisen und PolitikverstĂ€ndnis 1789â1848. In: Rheinische VierteljahresblĂ€tter 85 (2021), S. 148â184.
âą Herrmann Dietmar: Vor 200 Jahren im Fichtelgebirge: Befahrung der Bergwerke durch Alexander von Humboldt. In: Der Siebenstern. Jahrgang 61, 1992, S. 221â224.
âą Ottmar Ette, Ute Hermanns, Bernd M. Scherer, Christian Suckow (Hrsg.): Alexander von Humboldt â Aufbruch in die Moderne (= BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. Band 21). Akademie-Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-05-003602-8.
âą Ottmar Ette, Walther L. Bernecker (Hrsg.): Ansichten Amerikas. Neuere Studien zu Alexander von Humboldt (= Lateinamerika-Studien. Band 43). Vervuert, Frankfurt am Main 2001.
âą Ottmar Ette (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch. Leben â Werk â Wirkung. J. B. Metzler, 2018, ISBN 978-3-476-04521-8 (doi:10.1007/978-3-476-04522-5).
âą Nikolaus Gatter: âGift, geradezu Gift fĂŒr das unwissende Publicumâ. Der diaristische NachlaĂ von Karl August Varnhagen von Ense und die Polemik gegen Ludmilla Assings Editionen (1860â1880). Aisthesis, Bielefeld 1996, ISBN 3-89528-149-2; 2., vom Verfasser durchgesehene Auflage, Varnhagen Gesellschaft e. V., Köln 2020 (Web-Ressource).
âą Alfred Gebauer: Alexander von Humboldt: seine Woche auf Teneriffa 1799. Beginn der SĂŒdamerika-Reise. Sein Leben â sein Wirken. Aktualisiert und ergĂ€nzt von Verena Zech. Zech, Santa Ursula 2009, ISBN 978-84-934857-6-4.
âą Wolfgang-Hagen Hein: Alexander von Humboldt und die Pharmazie (= Veröffentlichungen der Internationalen Gesellschaft fĂŒr Geschichte der Pharmazie e. V.; Neue Folge. Band 56). Wissenschaftliche Verlags-Gesellschaft, Stuttgart 1988, ISBN 3-8047-0984-2. Inhaltsverzeichnis.
âą Frank Holl (Hrsg.): Alexander von Humboldt â Es ist ein Treiben in mir. Entdeckungen und Einsichten. dtv, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-423-13739-3 (Zitatesammlung, deren Fundstellen im Anhang nachgewiesen werden).
âą Frank Holl: Vergesst AimĂ© Bonpland nicht! Eine WĂŒrdigung. 2022 (PDF; 778 kB im Goethezeitportal)
âą Frank Holl, Eberhard Schulz-LĂŒpertz: âIch habe so groĂe PlĂ€ne dort geschmiedetâŠâ Alexander von Humboldt in Franken (= FrĂ€nkische Geschichte. Band 18). Schrenk, Gunzenhausen 2012, ISBN 978-3-924270-74-2.
âą Ilse Jahn: Dem Leben auf der Spur. Die biologischen Forschungen Alexander von Humboldts. Urania Verlag, Leipzig 1969.
âą Hans Walter Lack: Alexander von Humboldt und die botanische Erforschung Amerikas. MĂŒnchen/London/New York 2009; 2., aktualis. Auflage ebenda 2018, ISBN 978-3-7913-8414-6.
âą Oliver Lubrich (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Das graphische Gesamtwerk. 3. Auflage. Lambert Schneider, Darmstadt 2016, ISBN 978-3-650-40132-8.
âą Volker Mehnert (Text), Claudia Lieb (Illustrationen): Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne. Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2018, ISBN 978-3-8369-5999-5.
âą Dorothee Nolte: Alexander von Humboldt. Ein Lebensbild in Anekdoten. Eulenspiegel Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-359-01374-7.
âą Werner Richter, Manfred Engshuber: Alexander von Humboldts Messtechnik â Instrumente, Methoden, Ergebnisse. epubli Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-8442-8969-5.
âą Werner Stams: Zeitlicher Verlauf von Alexander von Humboldts Amerikareise (1799 bis 1804) und die dabei entstandenen Karten und Ansichten. (Zus. m. Marianne Stams; posthum). In: Kartogr. Nachrichten, Vol. 73, Nr. 2, Cham 2023, S. A4-A15.
⹠Robert Steudtner: Alexander von Humboldt. Bis ans Ende der Welt. Feature mit Original-Interview, Musik und GerÀuschen. Headroom sound production, Köln 2011.
âą Benedikt Vallendar: Die Rezeption der sĂŒdamerikanischen Reise Alexander von Humboldts in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert. Dissertation, FU Berlin 2005.
âą Rudolf Vierhaus: Die BrĂŒder Humboldt. In: Ătienne François, Hagen Schulze (Hrsg.): Deutsche Erinnerungsorte. Band 3. C. H. Beck, MĂŒnchen 2001, ISBN 978-3-406-47224-4
⹠Petra Werner: Himmel und Erde. Alexander von Humboldt und sein Kosmos (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. Band 24), Akademie-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-05-004025-4.
âą Michael Zeuske: Vater der UnabhĂ€ngigkeit? Humboldt und die Transformation zur Moderne im spanischen Amerika. In: Ottmar Ette et al. (Hrsg.): Alexander von Humboldt â Aufbruch in die Moderne (= BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. Band 21). Akademie-Verlag, Berlin 2001, S. 179â224.
âą Michael Zeuske: âReal timeâ: Humboldt und Kuba 1801 und 1804. In: Michael Zeuske: Schwarze Karibik. Sklaven, Sklavereikulturen und Emanzipation. Rotpunktverlag, ZĂŒrich 2004, ISBN 3-85869-272-7.
⹠Krzysztof Zielnica: Polonica bei Alexander von Humboldt (= BeitrÀge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. Band 23), Berlin 2004, ISBN 3-05-003867-5.
Filme
âą Kosmos â Erinnerungen an Alexander von Humboldt. Dokumentarfilm, DDR, 1960, 41 Min., Buch und Regie: Karl Gass, Sprecher: Wolfgang Langhoff, Hilmar Thate, Produktion: DEFA, Filmdaten von Progress Film.
⹠Humboldt-Ehrungen in der DDR. Dokumentarfilm, DDR, 1969, 18 Min., Buch und Regie: Siegfried Schönfelder, Sprecher: Hans Hildebrandt, Produktion: DEFA, Filmdaten von der DEFA-Stiftung.
âą Alexander von Humboldt â aus seinem Leben â aus seinem Werk. Dokumentation, BR Deutschland, 1969, 59 Min., Buch: Werner Feist, Regie: Martin Schliesslercite-ref-252[252]
⹠Die Besteigung des Chimborazo. Spielfilm, DDR, BRD, 1988/89, 110 Min., Buch: Rainer Simon, Paul Kanut SchÀfer, Regie: Rainer Simon, Produktion: DEFA.
âą Humboldt â Ruf der grĂŒnen Hölle. Der wahre Entdecker. GröĂter Forschungsreisender der Neuzeit. Dokudrama, Deutschland, 2007, 60 Min., Buch und Regie: Gero von Boehm, Produktion: interscience, ZDF, Reihe: Giganten, Erstsendung: 8. April 2007 im ZDF, Inhaltsangabe von ZDF, mit Matthias Habich als Humboldt, (archiviert).
âą Tropenfieber â VorstoĂ am Orinoco. Humboldts Entdeckungen in SĂŒdamerika. Dokumentarfilm mit Spielszenen, Deutschland, 43, 2007, S. 48 Min., Buch und Regie: Petra Höfer, Freddie Röckenhaus, Produktion: colourField, ZDF, Reihe: Terra X, Erstsendung: 16. September 2007 bei ZDF, Inhaltsangabe von ARD, unter anderem mit Benjamin Völz als Humboldt, Frank Holl, Hans-Walter Lack (Direktor Botanisches Museum Berlin-Dahlem).
âą Expedition Humboldt 1. Ein deutsches Genie in Lateinamerika. Dokumentarfilm, Deutschland, 43, 2009, S. 25 Min., Buch und Regie: Thomas Aders und Stefan Schaaf, Produktion: SR, SWR, Erstsendung: 1. Januar 2010 im SWR Fernsehen, Inhaltsangabe von 3sat, unter anderem mit Ottmar Ette, Klaus Jaffe (Biologe).
âą Expedition Humboldt 2. Ein deutsches Genie in Lateinamerika. Dokumentarfilm, Deutschland, 58, 2009, S. 17 Min., Buch und Regie: Thomas Aders und Stefan Schaaf, Produktion: SR, SWR, Erstsendung: 1. Januar 2010 im SWR Fernsehen, Inhaltsangabe von ARD.
âą Die Vermessung der Welt. Spielfilm, Deutschland, Ăsterreich, 2012, 119 Min., Buch: Daniel Kehlmann, Detlev Buck, Daniel Nocke, Regie: Detlev Buck, Verfilmung des gleichnamigen Romans von Daniel Kehlmann.
âą Die andere Heimat â Chronik einer Sehnsucht. Spielfilm, Deutschland, 2013, 230 Min., Buch: Edgar Reitz und Gert Heidenreich, Regie: Edgar Reitz, Kinostart: 3. Oktober 2013, mit Werner Herzog als Alexander von Humboldt.
âą ZDF, Terra X: Humboldt und die Neuentdeckung der Natur, Dokumentation, 2019, 43 Min., Buch: Tilman Remme
Weblinks
Wikispecies
: Alexander von Humboldt
â Artenverzeichnis
âą Chronologie ĂŒber Humboldts Leben (Berlin-Brandenburgische Akademie)
âą Literatur von und ĂŒber Alexander von Humboldt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Werke von und ĂŒber Alexander von Humboldt in der Deutschen Digitalen Bibliothek
âą Werke (als Digitalisat und Volltext) von Alexander von Humboldt im Deutschen Textarchiv.
âą Literatur von und ĂŒber Alexander von Humboldt im Katalog der Virtuellen Fachbibliothek Biologie (vifabio)
⹠Werke von Alexander von Humboldt im Projekt Gutenberg-DE (Kosmos, KosmosvortrÀge, Ansichten der Natur)
âą Werke von Alexander von Humboldt im Project Gutenberg
âą Edierte Briefe von und an Alexander von Humboldt im Webservice correspSearch der BBAW
âą Autoreneintrag fĂŒr Alexander von Humboldt beim IPNI (Index Kewensis)
âą Josefine PreiĂler: Alexander von Humboldt. In: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Deutsches Historisches Museum.
âą Alexander von Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach e. V.
âą Ernst Peter Fischer: Leben und Werk von Humboldt. In: BR-Mediathek, Abteilung Wissen, Bayern 2, Audio-Vortrag, abgerufen am 29. April 2014
âą Alexander von Humboldt: der erste Wikipedianer ? â ZDFmediathek, abgerufen am 7. Mai 2019
âą GesprĂ€ch zwischen Alexander Kluge und Hans Magnus Enzensberger ĂŒber Humboldt: Die ganze Welt in einem Buch. In: Die Zeit, 9. September 2004, Nummer 38. (Onlineversion).
âą BBAW Schriftenreihe: BeitrĂ€ge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung BandĂŒbersicht
âą Marko Rösseler: 14.09.1769 â Geburtstag Alexander von Humboldt WDR ZeitZeichen (Podcast).
âą Humboldts Zeichnungen
⹠Alexander von Humboldt und seine Schweizer PrÀgung In: Zeitblende von Schweizer Radio und Fernsehen vom 18. Juni 2022 (Audio)
⹠Stephan Kroener: Humboldts GoldgrÀberjahre in Spektrum.de vom 20. Juli 2022
Portale
âą Staatsbibliothek zu Berlin: Alexander von Humboldt Portal
âą edition humboldt digital des Akademieprojekts âAlexander von Humboldt auf Reisen â Wissenschaft aus der Bewegungâ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
âą Alexander von Humboldt Informationen online â avhumboldt.de, UniversitĂ€t Potsdam
âą Kosmos-Vorlesungen
âą HiN-Internationale Zeitschrift fĂŒr Humboldt-Studien (ISSN 1617-5239). Hrsg. vom Institut fĂŒr Romanistik der UniversitĂ€t Potsdam und der Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
âą Alexander von Humboldt in Bern â humboldt.unibe.ch, Humboldt-Forschungsprojekte und umfangreiche BibliotheksbestĂ€nde an der UniversitĂ€t Bern
Digitalisate
âą Staatsbibliothek zu Berlin: Amerikanische ReisetagebĂŒcher
⹠Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften: Die unselbstÀndigen Schriften Alexander von Humboldts
âą Kurzbiografie und digitale Quellen im Volltext (englisch) im Virtual Laboratory des Berliner Max-Planck-Instituts fĂŒr Wissenschaftsgeschichte
âą Digitale Quellen in englischer Ăbersetzung im Projekt Digital Humboldt Library am «Max Kade Center» der University of Kansas
âą Digitalisierte Werke von Humboldt â SICD der UniversitĂ€t StraĂburg
⹠SÀmtliche Schriften Digital Humboldts rund 750 AufsÀtze, Artikel und Essays erschienen zu seinen Lebzeiten in rund 3600 Drucken. Die Berner Ausgabe hat 2019 die Erstdrucke in zehn BÀnden versammelt. Die Online-Ausgabe macht sÀmtliche Textzeugen frei zugÀnglich.
Anmerkungen
cite-note-11. â Ottmar Ette: Alexander von Humboldt und die Globalisierung: Das Mobile des Wissens, 2009, S. 13.
cite-note-33. â Monatsberichte der Königlichen Preussische Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Juli 1859, S. 546 (Online-Vorschau).
cite-note-41. Die Annahme dieses Hauses als Geburtshaus Alexander von Humboldts ist nicht gesichert; dazu: Sebastian Panwitz: Das Humboldt-Mendelssohn-Haus JĂ€gerstraĂe 22. Ein Quellenfund. In: Humboldt im Netz. Band 15, Nummer 29 (2014).
cite-note-55. â Stammtafel fĂŒr Alexander Georg von Humboldt
cite-note-66. â Stammtafel fĂŒr Marie-Elisabeth von Humboldt
cite-note-77. â Website: von Humboldt
cite-note-88. â Kurt-R. Biermann: War Alexander von Humboldt ein âFreiherrâ (oder âBaronâ)? In: Humboldt im Netz Band 12, Nummer 23 (2011).
cite-note-99. â Andreas W. Daum: Alexander von Humboldt. C.H. Beck, MĂŒnchen 2019, S. 13.
cite-note-1010. â Meyer-Abich 19. Auflage 2008, S. 80. GrĂŒnde fĂŒr dieses âpĂ€dagogische Fehlurteilâ sieht Meyer-Abich im Altersunterschied der BrĂŒder, in der KrĂ€nklichkeit Alexanders wĂ€hrend seiner Jugendjahre und im von den Hauslehrern dargebotenen Stoff, der Wilhelms Interessenkreis entsprach, nicht aber dem Alexanders. (Ebenda).
cite-note-1111. â Schaper 2018, S. 28 und 30.
cite-note-1212. â Andreas W. Daum: Alexander von Humboldt. C. H. Beck, MĂŒnchen 2019, S. 17â19.
cite-note-1313. â WĂ€hrend des Aufenthalts in England traf Humboldt mit Sir Joseph Banks, President of the Royal Society, welcher mit Captain Cook gereist war, zusammen. Banks prĂ€sentierte Humboldt seine umfangreiche Pflanzensammlung, mit Arten, die vor allem aus dem SĂŒdpazifik stammten (M. Nicolson: Alexander von Humboldt and the Geography of Vegetation. In: A. Cunningham, N. Jardine (Hrsg.): Romanticism and the Sciences. Cambridge University Press, 1990, S. XVI). Diese wissenschaftlich-orientierte Freundschaft hielt bis zum Tod von Banks im Jahre 1820 an. Neben dem Austausch von gesammelten Pflanzenproben bestand ein umfangreicher Briefwechsel.
cite-note-1414. â In London traf er 1790 den aus Göttingen stammenden Arzt und Chemiker Christoph Girtanner, der ihn auf die dominierende Rolle der Naturwissenschaften in Frankreich aufmerksam machte, insbesondere auf Antoine Laurent de Lavoisiers antiphlogistische neue Chemie.
cite-note-1515. â Andreas W. Daum, A âTemple of Libertyâ? Alexander von Humboldt and the French Revolution. In Annals of Science 82 (2025). doi.org/10.1080/00033790.2024.2433232.
cite-note-1616. â www.humboldt-foundation.de: Interview
cite-note-1717. â siehe auch uni-tuebingen.de: Jugendbriefe Alexander von Humboldts an Wilhelm Gabriel Wegener
cite-note-1818. â Bernd-Ulrich Hergemöller: Alexander von Humboldt. In Mann fĂŒr Mann. Ein Biographisches Lexikon. Frankfurt am Main 2001.
cite-note-1919. â Daran erinnern das Goldbergbaumuseum Goldkronach und die Naturparkinformationsstelle Kleiner Johannes in Arzberg.
cite-note-2020. â Wilhelm KieĂling: Alexander von Humboldt â Ein Gast in unserer Stadt. Hrsg.: Friedrich Wilhelm Singer. Arzberg 1999.
cite-note-2121. â Alexandra von Ascheraden: Alexander von Humboldt â WissenschaftsfĂŒrst bringt Licht in die Unterwelt. (PDF) In: Baublatt Ausgabe 15 2019. 11. April 2019, abgerufen am 16. MĂ€rz 2023.
cite-note-endres-2222. â Rudolf Endres: Alexander von Humboldt und Franken. In: Uta Lindgren (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Weltbild und Wirkung auf die Wissenschaften. (= Bayreuther Historische Kolloquien, Band 4), Böhlau Verlag Köln, Wien 1990, ISBN 3-412-18689-9, S. 40â59, hier S. 51â54.
cite-note-2323. â Ursula Klein: The Prussian Mining Officer Alexander von Humboldt. In: Annals of Science. Band 69, Nr. 1, Januar 2012.
cite-note-2424. â Ernst H. Berninger: Humboldts technische Erfindungen und Neuerungen fĂŒr den Bergbau. In: Uta Lindgren (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Weltbild und Wirkung auf die Wissenschaften. Köln, Wien 1990, ISBN 3-412-18689-9, S. 133â150.
cite-note-2525. â Humboldt an Karl Freiesleben: Jugendbriefe. Bayreuth 20. Oktober 1794.
cite-note-2626. â Humboldt an Karl Freiesleben: Jugendbriefe. Bayreuth 18. Oktober 1796, S. 532 f.
cite-note-2727. â Humboldt an König Friedrich Wilhelm II. von PreuĂen: Jugendbriefe. Bayreuth 26. MĂ€rz 1795.
cite-note-2828. â mit Humboldts AutorenkĂŒrzel versehene Arten
cite-note-2929. â Kurt-Reinhard Biermann: Alexander von Humboldt. 3. Auflage. Leipzig 1983, S. 23.
cite-note-3131. â Jahn 1969, S. 29, 39 und 50.
cite-note-3232. â Jahn 1969, S. 51 f.
cite-note-3333. â Alexander Stöger: Alexander von Humboldts Darstellungsmethoden in seinen Versuchen ĂŒber die gereizte Muskel- und Nervenfaser.
cite-note-3434. â Kurt-Reinhard Biermann: Alexander von Humboldt. 3. Auflage. Leipzig 1983, S. 29.
cite-note-3535. â Jahn 1969, S. 65 f.
cite-note-3636. â Jahn 1969, S. 69 f.
cite-note-3737. â Georg Fischer: Chirurgie vor 100 Jahren. Historische Studie. [Gewidmet der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Chirurgie]. Verlag von F. C. W. Vogel, Leipzig 1876; Neudruck mit dem Untertitel Historische Studie ĂŒber das 18. Jahrhundert aus dem Jahre 1876 und mit einem Vorwort von Rolf Winau: Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 1978, ISBN 3-540-08751-6, S. 378.
cite-note-3838. â Jahn 1969, S. 71.
cite-note-3939. â Jahn 1969, S. 71â72.
cite-note-4040. â Jahn 1969, S. 117â119.
cite-note-4141. â Ulrich Stottmeister: Umweltgedanken zu Alexander von Humboldt. In: Humboldt im Netz. Band 18, Nummer 35, (2017).
cite-note-4242. â BBAW: Die unselbstĂ€ndigen Schriften Alexander von Humboldts. Chemie.
cite-note-4343. â Herbert Pieper: Alexander von Humboldts Wahl in die Akademie der Wissenschaften zu Berlin. In: Humboldt im Netz. Band 9, Nummer 16 (2008).
cite-note-4444. â Herbert Pieper: âUngeheure Tiefe des Denkens, unerreichbarer Scharfblick und die seltenste Schnelligkeit der Kombinationâ. Zur Wahl Alexander von Humboldts in die Königliche Akademie der Wissenschaften zu Berlin vor 200 Jahren. In: Humboldt im Netz. Band 1, Nummer 1 (2000).
cite-note-beck1990-4545. â Hanno Beck: Schlussbetrachtung. In: Uta Lindgren (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Weltbild und Wirkung auf die Wissenschaften. Köln, Wien 1990, ISBN 3-412-18689-9, S. 187â202, hier S. 188â189.
cite-note-4646. â Vgl. dazu zum Beispiel Lubrich/Nehrlich (Hrsg.): SĂ€mtliche Schriften (2019), Bd. IX, S. 125â137.
cite-note-4747. â Kurt-R. Biermann: Alexander von Humboldt. Leipzig 1983, S. 53.
cite-note-4848. â RĂŒdiger Schaper: Alexander von Humboldt. Der PreuĂe und die neuen Welten. Siedler, MĂŒnchen 2018 (eingeschrĂ€nkte Vorschau, books.google.at).
cite-note-4949. â Alexander von Humboldt an den Herausgeber [d. i. Karl von Moll] aus Corunna am 5. Jun[i] 1799. In: JahrbĂŒcher der Berg- und HĂŒttenkunde, Bd. 4 (1799), S. 399â401, hier S. 400. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv.
cite-note-5050. â Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 101.
cite-note-5151. â Gerhard Kortum: Humboldt der Seefahrer und sein Marinechronometer. Ein Beitrag zur Geschichte der Nautik und Meereskunde. In: Humboldt im Netz. Band 2, Nummer 3 (2001).
cite-note-5252. â Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 86â91.
cite-note-5353. â Andrea Wulf: Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur. MĂŒnchen 2016, S. 79.
cite-note-542. Naturforschung â mit MuĂe oder MĂŒhe? von Maria-Theresia Leuker, 2016.
cite-note-5555. â Meyer-Abich 19. Auflage 2008, S. 66.
cite-note-5656. â Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 178 f.
cite-note-5757. â Zitiert nach Scurla, 11. Auflage 1985, S. 143 f.; Meyer-Abich 19. Auflage 2008, S. 80; Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 181.
cite-note-5858. â Zitiert nach Scurla, 11. Auflage 1985, S. 142 f.; Meyer-Abich 19. Auflage 2008, S. 80; eine Ă€hnliche Schilderung von Komplikationen bei der Fahrt auf dem Orinoco zitiert Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 167 f.
cite-note-5959. â Humboldt besuchte Mutis im Juli des Jahres 1801 in BogotĂĄ wĂ€hrend seiner Amerikaexpedition. BartolomĂ© Ribas Ozonas: JosĂ© Celestino Mutis, amistad y colaboraciĂłn con A. v. Humboldt. S. 151â172, online (Memento vom 29. Dezember 2016 im Internet Archive) in analesranf.com.
cite-note-6060. â Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 204.
cite-note-6161. â Georg Petersen, Hartmut Fröschle: Die Deutschen in Peru. In: Hartmut Fröschle (Hrsg.): Die Deutschen in Lateinamerika. Schicksal und Leistung. Erdmann, TĂŒbingen 1979, ISBN 3-7711-0293-6, S. 696â741, hier S. 701.
cite-note-6363. â BĂ€rbel Rott: Alexander von Humboldt brachte Guano nach Europa â mit ungeahnten globalen Folgen In: Humboldt im Netz Band 17, Nummer 32 (2016).
cite-note-6464. â Franz Tichy: Die Mexiko-Reise Alexander von Humboldts 1803â1804. In: JosĂ© Manuel LĂłpez de Abiada, Titus Heydenreich (Hrsg.): IberoamĂ©rica â Homenaje a Gustav Siebenmann. Wilhelm Fink, MĂŒnchen 1983, ISBN 3-7705-2154-4, Band 2, S. 963â988.
cite-note-6565. â Andreas W. Daum: Wie Humboldt die Seuche jagte. Alexander von Humboldt spĂŒrte in SĂŒdamerika und Europa Infektionskrankheiten nach. In: SĂŒddeutsche Zeitung. 20. Mai 2020, abgerufen am 25. Mai 2020.
cite-note-6666. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait. S. 182 f.
cite-note-6767. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 184.
cite-note-6868. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 185.
cite-note-6969. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 234.
cite-note-7070. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 114 f.
cite-note-7171. â Scurla, 11. Auflage 1985, S. 200. âDer tatsĂ€chlich einzigartige Empfang, der Humboldt und seinem Freund Bonpland in Paris zuteil wurde, hatte â von der damals höchst sensationellen Art, in der diese Entdeckungsreise begonnen und durchgefĂŒhrt worden war, ganz abgesehen â recht unterschiedliche GrĂŒnde.â (Ebenda)
cite-note-7272. â Scurla, 11. Auflage 1985, S. 204. âEs kam nun darauf an, das Gesehene, Gesammelte und Notierte zu sichten, aufzubereiten, kritisch zu verarbeiten und zu veröffentlichen [âŠ] Humboldt war es von vornherein klar, daĂ seine Kraft zur BewĂ€ltigung einer solchen Aufgabe nicht ausreichte; er setzte zudem seinen Ehrgeiz daran, hervorragende Gelehrte zur Mitarbeit an seinem gewaltigen Vorhaben zu gewinnen, sich der besten Hilfsmittel, Bibliotheken, Forschungsinstitute und Druckanstalten zu bedienen, die es damals gab. Standort eines solchen Unternehmens konnte nur die Stadt sein, in der diese Voraussetzungen erfĂŒllt waren. Das war Paris, nur Paris.â (Ebenda) Ăhnlich Ette 2009, S. 101 f.
cite-note-7373. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 261.
cite-note-743. David Blankenstein, BĂ©nĂ©dicte Savoy: Frontale PrĂ€senz. Zu einem unbekannten PortrĂ€t Alexander von Humboldts im Besitz des französischen Conseil dâĂtat. In: Humboldt im Netz. Band 16, Nummer 31 (2015).
cite-note-7575. â Vgl. dazu Humboldts handschriftliches Tagebuch der Italien-Reise 1805, Voyage de Paris en Italie avec Gay Lussac 1805, hg. von Cettina Rapisarda und Christian Thomas. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 8 vom 11. Mai 2022.
cite-note-7676. â Vgl. Handbuch ĂŒber den preussischen Hof und Staat 1805 f.
cite-note-7777. â Alexander von Humboldt: Abhandlungen nach VortrĂ€gen an der Königlich PreuĂischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin.
cite-note-7878. â Meyer-Abich, 19. Auflage 2008, S. 114.
cite-note-7979. â Zeittafel. In: Ottmar Ette. (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. 295.
cite-note-8080. â Meyer-Abich, 19. Auflage 2008, S. 138.
cite-note-8181. â Zitiert nach Meyer-Abich, 19. Auflage 2008, S. 172.
cite-note-8282. â Karl Heinrich Panhorst: SimĂłn BolĂvar und Alexander von Humboldt. Ibero-amerikanisches Archiv Vol. 4, No. 1 (1930), S. 35â47.
cite-note-8383. â Charles Minguet: Las relaciones entre Alexander von Humboldt y SimĂłn de BolĂvar. In: Alberto Filippi (Hrsg.): BolĂvar y Europa en las crĂłnicas, el pensamiento polĂtico y la historiografĂa. Ediciones de la Presidencia de la RepĂșblica, Caracas 1986, Band 1, S. 743â754.
cite-note-8484. â Humboldt-Chronologie
cite-note-8585. â Humboldt âlegte Wert auf die Feststellung, die âSphĂ€re seiner Kenntnisseâ erstrecke sich ⊠nicht auf Mathematik.â (Kurt-R. Biermann: Alexander von Humboldt. 3. Auflage, S. 94).
cite-note-8686. â Wulf 2016, S. 299â300.
cite-note-8787. â Wulf 2016, S. 211 f., 216, 221 f. und 227.
cite-note-8888. â âSeine erste Arbeit bezieht sich auf ein von Humboldt und Bonpland im Gebiet des heutigen Venezuela gesammeltes Herbarexemplar, trĂ€gt den Titel »Von der Angostura-Rinde« und wurde schon am 18. Oktober 1802 [âŠ] vor der königlichen Akademie der Wissenschaften in Berlin vorgetragen.â (Lack, 2. Auflage 2018, S. 37 f.)
cite-note-8989. â Lack, 2. Auflage 2018, S. 51.
cite-note-9090. â Lack, 2. Auflage 2018, S. 65. Bis in die Gegenwart kann es bei der BeschĂ€ftigung mit der Expeditionsausbeute noch zu Ăberraschungen kommen: âSpektakulĂ€r war etwa die Erkenntnis, dass ein im Jahre 2007 aus dem Gebiet des heutigen Staates Kolumbien neu fĂŒr die Wissenschaft entdeckter, bis zehn Meter hoher Baum aus der Familie der NachtschattengewĂ€chse bereits 206 Jahre davor von Humboldt und Bonpland gefunden worden war. Ein von ihnen gesammelter Beleg lag mindestens eineinhalb Jahrhunderte lang unbestimmt und unerkannt im MusĂ©um in Parisâ. (Ebenda, S. 99)
cite-note-9191. â Charles Minguet: Alexandre de Humboldt, historien de la dĂ©couverte de lâAmĂ©rique (1834â1836). In: Giovanni Battista de Cesare, Silvana Serafin (Hrsg.): El girador. Studi di letterature iberiche e ibero-americane offerti a Giuseppe Bellini, zwei BĂ€nde. Bulzoni, Rom 1993, ISBN 88-7119-607-4, Band 2, S. 725â733.
cite-note-9292. â Biermann, Jahn, Lange 1983, S. 49.
cite-note-9393. â Andrea Wulf: Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur. MĂŒnchen 2016, S. 236.
cite-note-9494. â FĂŒr RĂŒdiger Schaper ein geradezu typisches Unternehmen: âWo Humboldt ist, da ist die wissenschaftlich-intellektuelle Avantgarde, er setzt seinen Körper als Versuchsobjekt ein.â (Schaper 2018, S. 12)
cite-note-9595. â heute Sitz des Maxim Gorki Theaters
cite-note-9696. â Andreas W. Daum: Alexander von Humboldt. C.H. Beck, MĂŒnchen 2019, S. 87â88.
cite-note-9898. â Vgl. dazu die Ăbersicht der Nachschriften der Kosmos-Vorlesungen 1827/28 unter Schriften; zu den HintergrĂŒnden der Kosmos-VortrĂ€ge sowie zur Ăberlieferungsgeschichte dieser Nachschrift und der Identifikation der Schreiberin das Vorwort von Christian Kassung und Christian Thomas in: Humboldt/Kohlrausch: Die Kosmos-Vorlesung an der Berliner Sing-Akademie, 2019.
cite-note-9999. â Schaper 2018, S. 17.
cite-note-100100. â Tobias Kraft: Das Russisch-Sibirische Reisewerk. In: Ette (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. 61.
cite-note-102102. â Johann Seifert. In: edition humboldt digital. 11. September 2019, abgerufen am 25. September 2019.
cite-note-104104. â Tobias Kraft: Das Russisch-Sibirische Reisewerk. In: Ette (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. 64.
cite-note-105105. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 321.
cite-note-106106. â Tobias Kraft: Das Russisch-Sibirische Reisewerk. In: Ette (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. 70.
cite-note-107107. â Ottmar Ette: Ein Leben in Bewegung. In: Ders. (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. 16.
cite-note-108108. â Scurla, 11. Auflage 1985, S. 275.
cite-note-109109. â Meyer-Abich, 19. Auflage 2008, S. 114 und 126 f. âFolgerichtig galt dem Volksmund der preuĂische Botschafter in Paris, Heinrich Wilhelm von Werther, nur als âGesandterâ, Humboldt hingegen als âGeschickterâ.â Zitiert nach: Zeittafel. In: Ottmar Ette. (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. 296. (Ebenda)
cite-note-110110. â Eingehende Schilderung bei Scurla, 11. Auflage 1985, speziell S. 301 f.
cite-note-111111. â Ottmar Ette: Ein Leben in Bewegung. In: Ders. (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. 16 f.
cite-note-112112. â Meyer-Abich, 19. Auflage 2008, S. 116.
cite-note-113113. â Abbildung des Zeltzimmers bei Kunstkopie.de
cite-note-114114. â Scurla, 11. Auflage 1985, S. 315.
cite-note-115115. â Andreas W. Daum, Alexander von Humboldt am Rhein. Zur regionalen Grundlage von Humboldts Wissenschaft, Reisen und PolitikverstĂ€ndnis 1789â1848. In: Rheinische VierteljahresblĂ€tter 85 (2021), S. 173â174. Zu Humboldts Teilnahme am zweiten Dombaufest im August 1848 siehe ebenda, S. 179â180. Siehe auch Alexander von Humboldt-Chronologie, 30. August 1842, https://edition-humboldt.de/H0014975.
cite-note-116116. â Meyer-Abich, 19. Auflage 2008, S. 128 f.
cite-note-117117. â Scurla, 11. Auflage 1985, S. 346 f. Bezeichnend fĂŒr Humboldt sei, so Frank Holl, dass es ihm wĂ€hrend der Revolution im Jahre 1848 gelang, einerseits an den Versammlungen der AufstĂ€ndischen Teilzunehmen und andererseits mit dem König wie gewöhnlich zu Abend zu essen. (Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 352.)
cite-note-118118. â Andreas W. Daum: Ambiguity as Principle: Alexander von Humboldt in the Revolution of 1848. In: HiN - Alexander von Humboldt im Netz. Internationale Zeitschrift fĂŒr Humboldt-Studien. Band 26, Nr. 50, 23. Juli 2025, ISSN 1617-5239, S. 45â63, doi:10.18443/378 (hin-online.de [abgerufen am 29. August 2025]).
cite-note-119119. â Ottmar Ette: Ein Leben in Bewegung. In: Ette (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. 17 und 298.
cite-note-120120. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 354.
cite-note-121121. â Scurla, 11. Auflage 1985, S. 368â370.
cite-note-122122. â Scurla, 11. Auflage 1985, S. 371 f.
cite-note-123123. â Kurt-R. Biermann: Alexander von Humboldt. 3. Auflage. Leipzig 1983, S. 92.
cite-note-124124. â Meyer-Abich 19. Auflage 2008, S. 132 f. und 171.
cite-note-125125. â Kurt-Reinhard Biermann: Alexander von Humboldt. 3. Auflage. Leipzig 1983, S. 89â90.
cite-note-126126. â Dominik Erdmann: Der Nachlass Alexander von Humboldt in der Jagiellonen-Bibliothek, Krakau 2019, ISBN 978-83-8138-179-6, doi:10.12797/9788381383585
cite-note-127127. â Ludmilla Assing (Hrsg.): Briefe von Alexander von Humboldt an Varnhagen von Ense aus den Jahren 1827 bis 1858. 2. Auflage. F.A. Brockhaus, Leipzig 1860, S. 20.
cite-note-128128. â A. von Humboldt: Kosmos (1845â1862), Band 1, S. [V]. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv)
cite-note-schwarzschiller-129129. Ingo Schwarz: âEin beschrĂ€nkter Verstandesmensch ohne Einbildungskraftâ. Anmerkungen zu Friedrich Schillers Urteil ĂŒber Alexander von Humboldt In: Humboldt im Netz Band 4, Nummer 6 (2003).
cite-note-130130. â A. von Humboldt: Kosmos (1845â1862), Band 1, S. 5f. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv)
cite-note-131131. â A. von Humboldt: Kosmos (1845â1862), Band 1, S. 17. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv)
cite-note-132132. â A. von Humboldt: Kosmos (1845â1862), Band 1, S. 36 (Kursivierung im Original gesperrt). (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv)
cite-note-133133. â Wulf 2016, S. 310â312. Von diesen ĂbersetzungsverkĂ€ufen profitierte Humboldt bis 1849 finanziell jedoch nicht, wie Wulf anmerkt, da es bis dahin kein Urheberrecht gab. (Ebenda, S. 312)
cite-note-134134. â Andreas Daum: Wissenschaftspopularisierung im 19. Jahrhundert. 2. Auflage MĂŒnchen 2002, S. 273â286.
cite-note-135135. â Ette 2009, S. 193.
cite-note-136136. â Ette 2009, S. 18.
cite-note-137137. â Ottmar Ette: Unterwegs in allen Kulturen. Altamerikanistik bis Zoologie: Was der âNomadeâ Alexander von Humboldt mit seinen Reisen bewegt hat. In: Tagesspiegel. 25. September 2015, S. 28.
cite-note-138138. â Ette 2009, S. 260.
cite-note-139139. â Ette 2009, S. 16 ff.
cite-note-140140. â Ette 2009, S. 32.
cite-note-141141. â âWissen besitzt die Eigenschaft, dass es wandert und Sogwirkung entfaltet, und Daten erzeugen Ströme.â Darin liege Humboldts ModernitĂ€t. (Schaper 2018, S. 21.)
cite-note-142142. â A. von Humboldt: Kosmos (1845â1862), Band 2, S. 398 f.; zitiert nach Ette 2009, S. 248â249.
cite-note-143143. â Ette 2009, S. 16.
cite-note-144144. â Ette 2009, S. 28.
cite-note-145145. â Kurt-R. Biermann: Wer waren die wichtigsten Briefpartner Alexander von Humboldts? In: NTM Schriftenreihe fĂŒr Geschichte der Naturwissenschaften, Technik und Medizin. Jahrgang 18, 1981, S. 34â43. Biermann schĂ€tzt die Anzahl der Humboldt-Briefe auf 50.000, die Zahl der an Humboldt gerichteten Schreiben auf ĂŒber 100.000. Von diesen sind nur rund 3.300 nachweisbar, weil Humboldt die meisten erhaltenen Briefe vernichtete.
cite-note-146146. â Ette 2009, S. 19.
cite-note-147147. â Meyer-Abich 19. Auflage 2008, S. 138.
cite-note-148148. â Ette 2009, S. 250â251.
cite-note-149149. â Ette 2009, S. 218â219.
cite-note-150150. â Ette 2009, S. 153â154.
cite-note-151151. â Ette 2009, S. 405â406.
cite-note-152152. â Zit. n. Ette 2009, S. 377.
cite-note-153153. â Asie centrale, Band II, S. 439 f.; zitiert nach Ette 2009, S. 327.
cite-note-154154. â Ette 2009, S. 359 f. Ette wendet sich hier gegen Hans Blumenbergs EinschĂ€tzung, der die gesamte Wissenschaftskonzeption Alexander von Humboldts als âAnachronismusâ deutet und dabei auf dessen Einsamkeit nach Goethes Tod verweist. (Hans Blumenberg: Die Lesbarkeit der Welt. Frankfurt am Main 1986, S. 296; zitiert nach Ette 2009, S. 375)
cite-note-155155. â Andrea Wulf im Interview mit Fritz HabekuĂ: »Er wĂ€re ziemlich geschockt«. Die Kulturhistorikerin Andrea Wulf hat Alexander von Humboldt meisterhaft portrĂ€tiert. Sie ahnt, was der groĂe Naturforscher wohl zu den ökologischen Krisen der Gegenwart sagen wĂŒrde. In: Die Zeit, 21. Februar 2019, S. 32.
cite-note-156156. â Ette 2009, S. 252.
cite-note-157157. â Ette S. 360.
cite-note-158158. â Schaper 2018, S. 246 und 252.
cite-note-159159. â Ingo Schwarz (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Chronologie.
cite-note-kautz-160160. â Heinz Kautzleben: Ein Gelehrter von universeller Bildung. In: spectrum 15 (1984), S. 9â11.
cite-note-161161. â Kurt-R. Biermann: âWas ist das fĂŒr ein Mann!â In: Wissenschaft und Fortschritt 34 (1984), S. 96â99, hier S. 97.
cite-note-rupke-162162. â Nicolaas Rupke: Carl Friedrich GauĂ und der Erdmagnetismus. In: Elmar Mittler (Hrsg.): âWie der Blitz einschlĂ€gt, hat sich das RĂ€thsel gelöstâ. Carl Friedrich GauĂ in Göttingen. Göttingen 2005, S. 188â201, hier S. 188â190.
cite-note-163163. â BBAW: Die unselbstĂ€ndigen Schriften Alexander von Humboldts. Magnetismus.
cite-note-biermannsussex-164164. â Kurt-R. Biermann: Aus der Vorgeschichte der Aufforderung Alexander von Humboldts von 1836 an den PrĂ€sidenten der Royal Society zur Errichtung geomagnetischer Stationen (Dokumente zu den Beziehungenzwischen A. v. Humboldt und C. F. GauĂ). In: Alexander von Humboldt im Netz. Band 6, Nummer 11 (2005), S. 92â122, hier S. 96â98. Das HĂ€uschen befand sich auf dem GrundstĂŒck von Abraham Mendelssohn-Bartholdy in der Leipziger StraĂe.
cite-note-165165. â Elena Roussanova: Russland ist seit jeher das gelobte Land fĂŒr Magnetismus gewesen: Alexander von Humboldt, Carl Friedrich GauĂ und die Erforschung des Erdmagnetismus in Russland. In: Alexander von Humboldt im Netz. XII, 22 (2011), S. 56â83, hier S. 72â74.
cite-note-166166. â Menso Folkerts: Humboldt und Oltmanns. In: Uta Lindgren (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Weltbild und Wirkung auf die Wissenschaften. (= Bayreuther Historische Kolloquien, Band 4), Böhlau Verlag Köln, Wien 1990, ISBN 3-412-18689-9, S. 103â131.
cite-note-167167. â Oliver Schwarz: Alexander von Humboldt als astronomischer Arbeiter, Diskussionspartner und Ideengeber. In: Humboldt im Netz. Band 15, Nummer 29 (2014).
cite-note-168168. â Eberhard Knobloch: âEs wĂ€re mir unmöglich nur ein halbes Jahr so zu leben wie erâ: Encke, Humboldt und was wir schon immer ĂŒber die neue Berliner Sternwarte wissen wollten. In: Humboldt im Netz. Band 14, Nummer 26 (2013).
cite-note-169169. â Andreas W. Daum, Alexander von Humboldt am Rhein. Zur regionalen Grundlage von Humboldts Wissenschaft, Reisen und PolitikverstĂ€ndnis 1789â1848. In: Rheinische VierteljahresblĂ€tter 85 (2021), S. 155â162.
cite-note-wve-170170. â Wolf von Engelhardt: Goethe und Alexander von Humboldt â Bau und Geschichte der Erde. In: Humboldt im Netz. Band 2, Nummer 3 (2001).
cite-note-hp-171171. â Herbert Pieper: Die Geognosie der Vulkane. In: Humboldt im Netz. Band 7, Nummer 13 (2006), S. 74â81.
cite-note-172172. â Cettina Rapisarda: Lava memoriae deodati dolomieu. Alexander von Humboldts Gesteinsstudien in Neapel. In: Humboldt im Netz. Band 18, Nummer 35 (2017).
cite-note-173173. â Herbert Pieper: âUngeheure Tiefe des Denkens, unerreichbarer Scharfblick und die seltenste Schnelligkeit der Kombinationâ. Zur Wahl Alexander von Humboldts in die Königliche Akademie der Wissenschaften zu Berlin vor 200 Jahren. In: Humboldt im Netz. Band 1, Nummer 1 (2001).
cite-note-174174. â Die Bezeichnung âGeographieâ wird hier in etwa so gehandhabt wie zur Zeit Humboldts. Unterdessen haben sich manche Teilgebiete verselbstĂ€ndigt oder wurden anderweitig zugeordnet, zum Beispiel die Meteorologie oder die Ozeanographie.
cite-note-175175. â BBAW: Die unselbstĂ€ndigen Schriften Alexander von Humboldts: Geographie.
cite-note-flohn9-176176. â Hermann Flohn: Probleme der geophysikalisch-vergleichenden Klimatologie seit Alexander von Humboldt. In: Berichte des Deutschen Wetterdienstes 59 (1959), S. 9â31, hier S. 9â14.
cite-note-flohn20-178178. â Hermann Flohn: Probleme der geophysikalisch-vergleichenden Klimatologie seit Alexander von Humboldt. In: Berichte des Deutschen Wetterdienstes 59 (1959), S. 9â31, hier S. 20â21.
cite-note-179179. â Hermann Flohn: Probleme der geophysikalisch-vergleichenden Klimatologie seit Alexander von Humboldt. In: Berichte des Deutschen Wetterdienstes 59 (1959), S. 9â31, hier S. 29.
cite-note-holl2018-180180. â Frank Holl: Alexander von Humboldt und der Klimawandel: Mythen und Fakten. In: Humboldt im Netz. Band 19, Nummer 37 (2018).
cite-note-181181. â âDurch Abholzungen war das Land dort unfruchtbar geworden, der Wasserstand des Sees war gefallen, und nach dem Verschwinden des Buschwerks hatten heftige RegenfĂ€lle die Böden von den umliegenden BerghĂ€ngen gewaschen. Als Erster wies Humboldt darauf hin, dass der Wald die AtmosphĂ€re mit Feuchtigkeit anreichern und kĂŒhlen könne â und sprach von der groĂen Bedeutung der BĂ€ume fĂŒr die Wasserspeicherung und den Schutz vor Bodenerosion.â Er habe davor gewarnt, dass Menschen sich mit unvorhersehbaren Folgen fĂŒr âkommende Geschlechterâ in die Natur einmischen. (Wulf 2016, S. 24.)
cite-note-182182. â Die These, Humboldt habe als Erster vor dem globalen Klimawandel gewarnt, die Wulf (2016) vertritt, lehnt Holl (2018) wegen dieser rĂ€umlich begrenzen Sicht ab. Holl (2018) verwahrt sich dagegen, dass Wulf (2016) und andere sich bei dieser These auf seine Publikationen berufen.
cite-note-183183. â Hanno Beck: Alexander von Humboldt und die Eiszeit. In: Humboldt im Netz. Band 20, Nummer 38 (2019).
cite-note-184184. â Vallendar 2005, S. 79.
cite-note-werner-185185. â Petra Werner: Ăbereinstimmung oder Gegensatz? Zum widersprĂŒchlichen VerhĂ€ltnis zwischen A. v. Humboldt und F. W. J. Schelling. In: Humboldt im Netz. Band 1, Nummer 1 (2000).
cite-note-186186. â Jahn 1969, S. 52.
cite-note-187187. â Alexander von Humboldt: Die Lebenskraft oder der Rhodische Genius.
cite-note-188188. â Andreas W. Daum: Social Relations, Shared Practices, and Emotions: Alexander von Humboldtâs Excursion into Literary Classicism and the Challenges to Science around 1800. In: Journal of Modern History. Band 91, 2019, S. 1â37.
cite-note-herneck-189189. â Friedrich Herneck: Hegel und Alexander von Humboldt. In: Humboldt im Netz. Band 17, Nummer 33 (2016).
cite-note-190190. â Mit Hegel ist kein brieflicher oder persönlicher Kontakt nachweisbar, obgleich sie in den Jahren 1827 bis 1831 nahe beieinander lebten.
cite-note-191191. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 9.
cite-note-192192. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 360 f.
cite-note-193193. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 268.
cite-note-194194. â Lettre de Monsieur A. de Humboldt. Au Citoyen Delambre, Membre de lâInstitut National In: Annales du MusĂ©um national dâhistoire naturelle, Band 3, 1804, S. 231 (online).
cite-note-195195. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 9 und 327.
cite-note-196196. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 10.
cite-note-197197. â Zitiert nach Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 365.
cite-note-198198. â Ottmar Ette: Vorwort. In: Ette (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. VII.
cite-note-199199. â Andreas W. Daum, Humboldtian Science and Humboldtâs Science, in In History of Science 63 (2024), 29â51. doi:10.1177/00732753241252478.
cite-note-200200. â Zitiert nach Dorothee Nolte: Wilhelm von Humboldt. Ein Lebensbild in Anekdoten. Berlin 2017, S. 54 f.
cite-note-201201. â Thomas Schmuck: Goethe. In: Ette (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. 225 f.
cite-note-202202. â Zitiert nach Ette 2009, S. 305.
cite-note-203203. â Thomas Schmuck: Goethe. In: Ette (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. 225 f.
cite-note-204204. â Thomas Schmuck: Goethe. In: Ette (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. 224.
cite-note-205205. â Wulf 2016, S. 274â295 und S. 303 f.
cite-note-206206. â Werner Biermann: âDer Traum meines ganzen Lebensâ. Humboldts amerikanische Reise. 4. Auflage, Berlin 2017, S. 350.
cite-note-207207. â (Scurla, 11. Auflage 1985, S. 13)
cite-note-208208. â Thomas Schmuck: Humboldt, Baer und die Evolution. In: Humboldt im Netz. Band 15, Nummer 29 (2014).
cite-note-209209. â Scurla, 11. Auflage 1985, S. 382â384.
cite-note-210210. â Frank Holl: Die Geschichte des Humboldt-Denkmals ist eine echte Berliner Posse. In: Tagesspiegel, 26. August 2019; abgerufen am 16. September 2019
cite-note-211211. â Werner Biermann: âDer Traum meines ganzen Lebensâ. Humboldts amerikanische Reise. 4. Auflage, Berlin 2017, S. 337.
cite-note-212212. â Scurla, 11. Auflage 1985, S. 7.
cite-note-213213. â Meyer-Abich 19. Auflage 2008, S. 109.
cite-note-214214. â Frank Holl: Alexander von Humboldt â Mein vielbewegtes Leben. Ein biographisches Portrait, S. 272 und 370 (zugehörige FuĂnote 19).
cite-note-215215. â Wulf 2016, S. 25 f.
cite-note-216216. â O. Ette spannt einen Bogen negativer Ansichten ĂŒber Humboldt vom Verdikt Friedrich Schillers bis zur jĂŒngsten Romansatire Daniel Kehlmanns (Ette 2009, S. 312 f.: âDie Vermessung der Welt lĂ€sst sich aus der rezeptionsgeschichtlichen Perspektive verstehen als das Ergebnis einer intensiven Kannibalisierung von Wissenschaft: Der Roman hat sich eine kleine Bibliothek nicht nur von Humboldt-Verschnitten, sondern auch von Ă€lterer Literatur ĂŒber Humboldt einverleibt, sorgsam nach erzĂ€hlerisch Verwertbarem durchforstet.â Zu befĂŒrchten stehe, âdass manche der Stereotype, die man doch schon lĂ€ngst verbraucht wĂ€hnte, nun wieder fröhlich in der Ăffentlichkeit zirkulieren werden.â)
cite-note-217217. â Frank Holl: âMenschenunfug, der die Naturordnung stört.â Alexander von Humboldt und die ErderwĂ€rmung: Wie der globale Gelehrte die Klimaforschung begrĂŒndet hat. In: Tagesspiegel, 4. Juni 2019, S. 25.
cite-note-218218. â Matthias Glaubrecht: âUn peu de gĂ©ographie des animauxâ. Die AnfĂ€nge der Biogeographie als âHumboldtian scienceâ. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 5 vom 11. September 2019. Onlinefassung; abgerufen am 18. September 2019.
cite-note-219219. â Matthias Glaubrecht: ĂberschĂ€tzter Universalgelehrter. Eine neue Biografie verklĂ€rt den Naturforscher. Aber Humboldt irrte sich in manchem, und sein Einfluss auf die moderne Wissenschaft ist ĂŒberschaubar. In: Tagesspiegel, 28. Dezember 2016. Onlineversion; abgerufen am 18. September 2019.
cite-note-220220. â Vallendar 2005, S. 25 f.
cite-note-221221. â Vallendar 2005, S. 178.
cite-note-222222. â Vallendar 2005, S. 72.
cite-note-223223. â Vallendar 2005, S. 69.
cite-note-224224. â Vallendar 2005, S. 85.
cite-note-225225. â Vallendar 2005, S. 11.
cite-note-226226. â Vallendar 2005, S. 90.
cite-note-227227. â Die DDR, so Schaper, sei mit ihrer Benennung der Humboldt-UniversitĂ€t schneller gewesen als die Bundesrepublik. âSie griff sich Humboldt fĂŒrs Renommee, wĂ€hrend Bonn unter dem Namen Goethe eine neue auswĂ€rtige Politik aufzubauen begann. Humboldt und Goethe sollten Garanten fĂŒr ein anderes, jeweils neues Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg sein.â (Schaper 2018, S. 255 f.)
cite-note-228228. â Bezirksamt Reinickendorf von Berlin: 250. Geburtstag Alexander von Humboldt.
cite-note-229229. â Schaper 2018, S. 259.
cite-note-230230. â Sandra Rebok: Humboldt-Ausstellungen. Anlass, BeweggrĂŒnde, Themen. In: Ette (Hrsg.): Alexander von Humboldt-Handbuch 2018, S. 288.
cite-note-231231. â A. v. Humboldt wurde am 7. Juli 1791 Mitglied dieser Akademie, wenige Tage nachdem sein Bruder Wilhelm Schwiegersohn des PrĂ€sidenten Karl Friedrich von Dacheröden geworden war.
cite-note-232232. â Ferdinand Neigebaur: Geschichte der kaiserlichen Leopoldino-Carolinischen deutschen Akademie der Naturforscher wĂ€hrend des zweiten Jahrhunderts ihres Bestehens. Friedrich Frommann, Jena 1860, S. 240 (archive.org)
cite-note-233233. â Leopoldina: Alexander von Humboldt.
cite-note-234234. â BBAW: Alexander von Humboldt.
cite-note-235235. â Verstorbene: Bayerische Akademie der Wissenschaften. Alexander von Humboldt. In: badw.de. Abgerufen am 9. Juni 2023.
cite-note-236236. â Fellows Directory. Biographical Index: Former RSE Fellows 1783â2002. (PDF) Royal Society of Edinburgh, abgerufen am 22. Dezember 2019.
cite-note-237237. â Akademie der KĂŒnste: Mitglieder
cite-note-238238. â AcadĂ©mie des Sciences: Mitglieder.
cite-note-239239. â AAAS: Mitglieder.
cite-note-240240. â AmPhilSoc: Humboldt.
cite-note-241241. â SociĂ©tĂ© Cuvierienne, S. 190.
cite-note-242242. â AcadĂ©micien dĂ©cĂ©dĂ©: Baron Friedrich Heinrich Alexander von Humboldt. AcadĂ©mie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique, abgerufen am 11. November 2024 (französisch).
cite-note-243243. â Alexander-von Humboldt-Chronologie
cite-note-244244. â Potsdamer EhrenbĂŒrger. Landeshauptstadt Potsdam, abgerufen am 7. November 2024.
cite-note-245245. â Berliner EhrenbĂŒrger. Abgeordnetenhaus von Berlin, abgerufen am 7. November 2024.
cite-note-246246. â Heribert Rau: Alexander von Humboldt: Kulturhistorisch-biographischer Roman in sechs Teilen. Verlag Meidinger Sohn, ab 5. Teil: Theodor Thomas, Frankfurt am Main 1860.
cite-note-247247. â Andreas W. Daum: Nation, Naturforschung und Monument: Humboldt-DenkmĂ€ler in Deutschland und den USA. In: Martin Baumeister (Hrsg.): Die Kunst der Geschichte: Historiographie, Ăsthetik, ErzĂ€hlung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-36384-3, S. 99â124.
cite-note-248248. â Vgl. Pressemitteilung des Bundesministeriums der Finanzen zur Sonderbriefmarke 250. Geburtstag Alexander von Humboldt
cite-note-249249. â Bundesministerium der Finanzen: 20-Euro-GedenkmĂŒnze â250. Geburtstag Alexander von Humboldtâ
cite-note-250250. â Frank N. Egerton: Roots of Ecology. Berkeley 2012, S. 121 (zitiert nach Wulf 2016, S. 27).
cite-note-251251. â Alexander von Humboldt: Aus meinem Leben. Autobiographische Bekenntnisse zusammengestellt und erlĂ€utert von Kurt-R. Biermann. 2. Auflage, Leipzig 1987, S. 7.
cite-note-252252. â Alexander von Humboldt â aus seinem Leben â aus seinem Werk. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 5. Juli 2021.